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Impeachment gegen Donald Trump Biden senior, Biden junior, Trump, Selenski: Das sind die Akteure der Ukraine-Affäre

Vater, Sohn und zwei Präsidenten: Vier Männer stehen im Zentrum der Vorgänge, wegen derer die Demokraten Donald Trump des Amtes entheben wollen.
25.09.2019 - 13:53 Uhr 1 Kommentar

Düsseldorf Die US-Demokraten streben formal ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump an. Trump habe seinen Amtseid und „unsere Nation“ verraten, sagte die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstagabend in Washington. Ihren Vorstoß begründen die Demokraten mit folgendem Vorwurf an den US-Präsidenten: Trump soll den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski dazu aufgefordert haben, Ermittlungen gegen den Sohn von Ex-Vizepräsident Joe Biden einzuleiten. Im Gegenzug habe Trump die Zahlung von Hilfsgeldern freigegeben, die er zuvor blockiert habe. Ein Überblick über die vier beteiligten Männer:

Hunter Biden

Die Geschichte der Selenski-Affäre beginnt mit Hunter Biden, Sohn des ehemaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden. Hunters Name tauchte in den vergangenen Jahren immer wieder in unvorteilhaften Zusammenhängen in den Medien auf: Zuerst wurde er Mitglied der Navy-Reserve, obwohl er dafür eigentlich schon zu alt und nicht qualifiziert war. Dann wurde er positiv auf Kokain getestet und wieder gefeuert. Seine Ex-Frau warf ihm vor, Geld in Stripclubs zu verschwenden. Als sein älterer Bruder Beau 2015 starb, begann er eine Beziehung mit dessen Witwe. Später heiratete er eine andere Frau.

Der Sohn von Joe Biden soll in der Ukraine ein Monatsgehalt von bis zu 50.000 Dollar bekommen haben. Quelle: AP
Hunter Biden

Der Sohn von Joe Biden soll in der Ukraine ein Monatsgehalt von bis zu 50.000 Dollar bekommen haben.

(Foto: AP)

Nun geht es um ein Engagement beim ukrainischen Gaskonzern Burisma, das Hunter Biden 2014 antrat – kurz nachdem die Ukraine die Maidan-Proteste erlebt hatte und dann auf einen westlichen Kurs geschwenkt war. Biden hatte keine Erfahrungen im Gasgeschäft, bekam laut „New York Times“ aber bis zu 50.000 Dollar pro Monat für seinen Job.

Das alles wirft die naheliegende Frage auf, ob die Karriere Bidens durch seinen mächtigen Vater gepusht wurde.

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    Joe Biden

    Zur Zeit des Umbruchs in der Ukraine war Joe Biden Vizepräsident der USA. Nun will er Präsident werden. Im Rennen um die demokratische Kandidatur führt er deutlich. Er ist also derzeit der wichtigste Gegenspieler Trumps.

    Der Vizepräsident würde gerne Präsidentschaftskandidat der Demokraten 2020 werden. Quelle: AFP
    Joe Biden

    Der Vizepräsident würde gerne Präsidentschaftskandidat der Demokraten 2020 werden.

    (Foto: AFP)

    Sollte sich herausstellen, dass Joe Biden tatsächlich seine Machtposition ausgenutzt hat, um seinem Sohn lukrative Jobs zu verschaffen, wäre das illegal und ein massiver Skandal. Derzeit gibt es dazu keine Ermittlungen von Behörden, weder in den USA noch in der Ukraine. Die Vorwürfe erheben Bidens politische Gegner in der Absicht, ihm zu schaden.

    Donald Trump

    Sollte Joe Biden bei der Wahl 2020 gegen Donald Trump antreten, hätte Biden gute Chancen, wie Umfragen zeigen. Trump ist also unter Zugzwang.

    Anfang Juli wurde die Auszahlung von 400 Millionen Dollar von den USA an die Ukraine gestoppt. Am 25. Juli telefonierte Trump mit dem Präsidenten der Ukraine, Wolodimir Selenski. Medien berichten, Trump habe Selenski gedrängt, ein Verfahren gegen Hunter Biden einleiten zu lassen. Trump hat inzwischen zugegeben, mit Selenski über Hunter Biden gesprochen zu haben. Trumps Anwalt Rudoph Giuliani war zudem in der Ukraine und traf sich mit Vertrauten Selenskis.

    Der US-Präsident hat ein Interesse daran, seinen Gegenspieler Joe Biden zu beschädigen. Quelle: dpa
    Donald Trump

    Der US-Präsident hat ein Interesse daran, seinen Gegenspieler Joe Biden zu beschädigen.

    (Foto: dpa)

    In einem Fernsehinterview räumte Giuliani ein, „natürlich“ die Ukraine gefragt zu haben, den Fall Hunter Biden nochmal aufzurollen. Bekannt geworden sind auch Telefonate und ein Treffen in Madrid mit Selenskis wichtigstem außenpolitischen Berater. Der Vorwurf steht im Raum, dass Trump das zurückgehaltene Geld als Druckmittel gegen Selenski benutzte.

    Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, hätte Trump möglicherweise gegen das Gesetz verstoßen. Denn er hätte seine Macht missbraucht, um seinen politischen Gegenspieler Joe Biden zu beschädigen.

    Wolodimir Selenski

    Den Ukrainern ist Selenski schon lange als Schauspieler und Komiker bekannt. Unter anderem spielte er in einer Serie den Präsidenten der Ukraine. Im Mai 2019 brachten ihn die Wähler dann wirklich in dieses Amt. Im September gewann seine Partei „Diener des Volkes“ die Parlamentswahl deutlich. Seitdem kann er durchregieren und macht eine wirtschaftsfreundliche, pro-europäische Politik. Gegen die Korruption im Land hat er noch kein durchschlagendes Rezept gefunden. Selenski steht mächtig unter Druck. Er braucht nicht nur die amerikanischen Militärhilfen, er braucht vor allem die politische Rückendeckung der USA im Krieg mit Russland in der Ostukraine.

    Der Präsident der Ukraine ist auf die Unterstützung der USA angewiesen. Quelle: imago images / Ukrinform
    Wolodimir Selenski

    Der Präsident der Ukraine ist auf die Unterstützung der USA angewiesen.

    (Foto: imago images / Ukrinform)

    Nach seiner Wahl hatte Selenski gesagt, er wolle sich in den Streit um Hunter Biden nicht einmischen. Das Gespräch mit Donald Trump stellt er als unspektakulär dar. Seinen Außenminister Wadim Pristajko ließ er dementieren, dass Trump Druck ausgeübt habe. Allerdings ist das Dementi schwach. Denn Pristajko fügte hinzu: „Wir sind ein unabhängiger Staat und haben unsere Geheimnisse.“

    Mehr: Warum der Vorstoß für eine Amtsenthebung ist ein Wendepunkt für Trump ist.

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    1 Kommentar zu "Impeachment gegen Donald Trump: Biden senior, Biden junior, Trump, Selenski: Das sind die Akteure der Ukraine-Affäre"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "wegen denen die Demokraten..."
      sollte wohl auf Hochdeutsch heißen:
      "derentwegen die Demokraten..."
      Bitte denken Sie an die Menschen, die unsere Sprache lernen wollen!

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