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Imran Khan Warum Pakistans Premier Islamfeindlichkeit kritisiert, aber zu Chinas Umgang mit den Uiguren schweigt

Imran Khan setzt sich für Muslime rund um den Globus ein – außer, wenn es um China geht. Nun verrät der Politiker den Grund für die Zurückhaltung.
22.06.2021 - 13:58 Uhr Kommentieren
Probleme mit China würden
Pakistans Ministerpräsident Imran Khan

Probleme mit China würden "hinter verschlossenen Türen besprochen".

(Foto: dpa)

Bangkok Im Kampf gegen Islamfeindlichkeit sieht sich Pakistans Premierminister Imran Khan als einer der wichtigsten Anführer. Noch vor wenigen Monaten versuchte er, die Staats- und Regierungschefs der mehrheitlich muslimischen Länder hinter sich zu versammeln, um gemeinsam antimuslimischen Stimmungen entgegenzutreten. Regelmäßig wirft der 68 Jahre alte Politiker westlichen Ländern und seinem Nachbarn Indien vor, Muslime zu diskriminieren.

Doch ein naheliegendes Ziel seiner Kritik spart Khan regelmäßig aus: Pakistans Nachbar China, dem UN-Menschenrechtsexperten die Internierung von mindestens einer Million Uiguren – einer muslimischen Minderheit – in der Provinz Xinjiang vorwerfen.

In einem Interview mit dem US-Sender HBO äußerte sich Khan nun unverhohlen über die Gründe für sein Schweigen: „China ist einer unserer größten Freunde und hat uns gerettet, als unsere Wirtschaft am Boden lag, sagte der frühere Cricket-Star. „Wir respektieren sie, wie sie sind. Wenn er Probleme mit China habe, dann spreche er darüber nur hinter verschlossenen Türen.

Die Äußerungen brachten Khan den Vorwurf ein, aus wirtschaftlichen Gründen mit zweierlei Maß zu messen. „Ich kann seine Heuchelei nicht mehr hören, kommentierte die Ökonomin Faiza Shaheen, die am Center on International Cooperation der New York University forscht.

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    Khans Schweigen zu den Uiguren

    Michael Kugelman, Asienexperte des US-Forschungszentrums Wilson Center, kritisierte: „Angesichts der Realitäten im Verhältnis zwischen Pakistan und China wird man von Khan nie eine gute Antwort auf die Frage nach seinem Schweigen zu den Uiguren hören.

    Geprägt ist das Verhältnis Pakistans zu China seit Jahren von massiven Zuwendungen. Das 220 Millionen Einwohner große Land zwischen Indien und Afghanistan ist einer der Hauptempfänger von Investitionen im Rahmen von Chinas Seidenstraßeninitiative. Für den sogenannten China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) sind mindestens 25 Milliarden Dollar bereits geflossen. Insgesamt soll das Infrastrukturprojekt, das den Bau von Straßen, Eisenbahnlinien und Häfen umfasst, ein Volumen von rund 50 Milliarden Dollar haben.

    CPEC werde enorme Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum mit sich bringen, versprach Khan vor wenigen Wochen auf Twitter und fügte hinzu, er habe eine „tiefe Wertschätzung für Chinas Führung.

    Dabei ging es ihm wohl auch darum, gute Stimmung für ein Anliegen zu schaffen, das er wenige Tage später an die Regierung in Peking herantrug: Er bittet laut lokalen Medienberichten China um zwölf Monate Aufschub für die Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von einer Milliarde Dollar, das im Juli fällig wird. Pekings Zustimmung ist alles andere als sicher. Frühere Bitten des hochverschuldeten Landes um Rückzahlungserleichterungen hatte China bereits abgelehnt.

    Mehr: Große Industrienationen einigen sich auf härteres Vorgehen gegen China

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