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Indiens Bangalore Härtetest für das High-Tech-Paradies

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Kleine Verbesserungen, eine neue Brücke hier und da, „ähneln dem Versuch, eine Sau zu schminken“, sagt Subroto Bagchi, Chef der IT-Firma Mindtree. TCS schützt sich vor Kosteninflation und Infrastrukturproblemen durch „Binnen-Offshoring“: „Die nächste Expansionswelle fangen wir in Kalkutta, Delhi und Madras ab“, sagt S. Ramadorai, CEO des größten indischen IT-Konzerns. Selbst Provinzstädte wie Ahmedabad oder Lucknow seien besser als Bangalore. Auch Industriebetriebe sitzen auf gepackten Koffern. „Der politische Gegenwind ist so stark geworden, dass wir an einen anderen Standort ausweichen wollen“, beichtet der Indien-Chef eines deutschen Konzerns.

Ein Regierungswechsel im Bundesstaat Karnataka hat die Misere 2004 noch verschärft und Politiker wie Deve Gowda an die Macht gebracht. Mit Parolen wie „Bangalore ist genug gewachsen“ schürt der Populist unter der armen Landbevölkerung Neid auf die Stadt. Gowda hat eine simple Lösung für deren über-dehnte Infrastruktur: „Der beste Ausweg ist, das Wachstum der IT-Industrie zu beschneiden.“ Dass selbst der ehemalige Premierminister Gowda dies zur Entwicklungsmaxime erhebt, wirft kein gutes Licht auf die Wirtschaftsfreundlichkeit von Indiens viel gelobter Demokratie. „Unsere Politiker schaffen ständig Hürden für höheres Wachstum“, klagt Arvind Virmani, Leiter des renommierten Wirtschaftsforschungsinstituts Icrier, „das schadet denen am meisten, in deren Namen dies geschieht: den Armen.“

Diese spüren auch in Bangalore nichts von den Versprechungen der Politik, dass auch sie mal vom Wirtschaftswachstum profitieren. „Wir haben immer noch keine Kanalisation, keine geteerten Straßen, keine Busanbindung, keine Krankenstation“, betet die Näherin Maheshvari die Mängelliste der Bewohner von Ullalu Upanagar herunter, einem Slum aus Strohhütten und Wellblechhütten am Rande der Boomstadt.

Derweil fürchten Manager: Bangalores Probleme könnten dem Image des gesamten Landes schaden, wenn die Infrastrukturprobleme nicht gelöst werden. Schließlich verkörpert keine Stadt die Hoffnung Indiens auf eine Zukunft als Wirtschaftsmacht stärker als Bangalore.

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