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Industrie Corona trifft Russlands Wirtschaft hart: Industrieproduktion bricht um 9,6 Prozent ein

Der Rückgang der russischen Industrieproduktion um fast zehn Prozent ist der schwerste Einbruch seit über zehn Jahren. Das größte Minus verzeichnet dabei die Autobranche.
17.06.2020 - 16:02 Uhr Kommentieren
Wichtigster Treiber der Abwärtsbewegung bei der Industriebegrenzung war die Einigung zur Förderbegrenzung von Erdöl im Rahmen der Opec-plus-Verhandlungen. Quelle: dpa
Ölfeld in Russland

Wichtigster Treiber der Abwärtsbewegung bei der Industriebegrenzung war die Einigung zur Förderbegrenzung von Erdöl im Rahmen der Opec-plus-Verhandlungen.

(Foto: dpa)

Moskau Schon bevor die Zahlen zur russischen Industrieproduktion bekanntgegeben wurden, war klar, dass diese nicht gut ausfallen würden. Nun ist das Minus aber noch größer als erwartet. Um 9,6 Prozent sackte der Wert im Jahresvergleich ab. Das ist das schlechteste Ergebnis seit Oktober 2009, als Russlands Wirtschaft im Zuge der weltweiten Finanzkrise in eine kapitale Schieflage geriet.

Der jetzige Absturz ist wenig überraschend auf die Folgen der globalen Coronakrise zurückzuführen. Überraschend ist allerdings die Tiefe des Falls. Von der russischen Nachrichtenagentur Interfax befragte Analysten waren im Vorfeld zu einer Konsensprognose von minus 6,8 Prozent gekommen. Von Reuters befragte Analysten waren dagegen pessimistischer und sahen durchschnittlich einen Rückgang von acht Prozent bei der Industrieproduktion voraus. Die Realität hat diese trüben Erwartungen noch übertroffen.

Selbst gegenüber dem schon desaströsen April (minus 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr) fiel das Ergebnis schwächer aus. Saisonbereinigt ging der Ausstoß im Mai noch einmal um 1,3 Prozent zurück. Dabei hatte der Kreml am 11. Mai den bereits Ende März verhängten Shutdown der Wirtschaft aufgehoben und Präsident Wladimir Putin die mehr als einen Monat geltenden „arbeitsfreien Tage“ für beendet erklärt.

Wichtigster Treiber der Abwärtsbewegung war die Einigung auf eine Förderbegrenzung für Erdöl im Rahmen der Opec-plus-Verhandlungen. Die Begrenzungen sind am 1. Mai in Kraft getreten und sehen für Russland eine Drosselung der täglichen Fördermenge um 2,5 Millionen Barrel vor.

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    Tatsächlich hat Moskau seine Verpflichtungen fast erfüllt. So vermeldete das Energieministerium eine Ölproduktion im Mai von nur noch 8,6 Millionen Barrel täglich. Zuvor waren es elf Millionen Barrel. Die Folge: ein Minus von 13,5 Prozent im Fördersektor.

    Autoproduktion um 42,4 Prozent eingebrochen

    Das größte Minus aber verzeichnet die Autobranche. Die Autoproduktion ist gegenüber dem Vorjahr um 42,2 Prozent eingebrochen. Als Ursache nannte die Statistikbehörde neben den arbeitsfreien Tagen und dem Nachfragerückgang auch das „Fehlen ausländischer Ersatzteile“. Probleme bei der Wiederherstellung der internationalen Lieferketten dürften den Automobilsektor auch die nächsten Monate begleiten.

    Genauso wie das Absatzproblem. Im Mai sind die Neuwagenverkäufe um 51,8 Prozent zurückgegangen; in den ersten fünf Monaten insgesamt um 25,7 Prozent. Russland läuft Gefahr, das schlechteste Ergebnis der Putin-Ära einzufahren und den Antirekord des Jahres 2016, als nur etwas mehr als 1,4 Millionen Pkws verkauft wurden, zu brechen.

    Zu den großen Verlierern zählt dabei auch die Volkswagen-Gruppe. Der Rückgang bei den Wolfsburgern, die in den russischen Werken Kaluga und Nischni Nowgorod Skoda- und VW-Modelle vom Band laufen lassen, lag im Mai bei 58 Prozent.

    Das Unternehmen hat auf die Krise bereits mit Entlassungen und Kurzarbeit reagiert. Der Konzern hat am Standort Kaluga die Vier-Tage-Arbeitswoche eingeführt, die voraussichtlich bis Jahresende gilt.

    Die Branche rechnet nun mit staatlichen Hilfen: Ende Mai hatte die Regierung ein Rettungspaket über 25 Milliarden Rubel (umgerechnet gut 300 Millionen Euro) verabschiedet, darunter auch für subventionierte Autokredite. Thomas Sterzel, Generaldirektor bei Porsche in Russland und Leiter des Automobilkomitees bei der Assoziation des Europäischen Business, hofft: „Die Verwirklichung dieses ersten Pakets an Staatshilfen hilft dabei, den Markt in der zweiten Jahreshälfte langsam wieder zu beleben.“

    Mehr: Der russische Automobilmarkt schwächelt

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