Industriekomplex geschlossen Nordkorea zieht Arbeiter aus Kaesong ab

Nordkorea legt offenbar die Produktion im Industriekomplex Kaesong lahm. Das Regime zieht seine 54.000 Arbeiter aus der Sonderwirtschaftszone ab. Nun wandte sich auch Bundeskanzlerin Merkel an das Regime in Pjöngjang.
Update: 08.04.2013 - 11:33 Uhr 9 Kommentare
54.000 Nordkoreaner arbeiten für die Kapitalisten
huGO-BildID: 30464055 South Korean vehicles wait to head to the North Korean city of Kaesong at the customs, immigration and quarantine office in Paj
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Kein Durchkommen gibt es derzeit für die Südkoreaner, die an ihre Arbeitsplätze jenseits der Grenze wollen. Der Norden verweigert ihnen seit Mittwoch die Einreise in den gemeinsam betriebenen Industriekomplex Kaesong.

North Korea threatenes to close the Kaesong industrial park
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Der Industriekomplex liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt. Er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der beiden Staaten gegründet. Während der vorangegangenen Krisen auf der koreanischen Halbinsel hatten beide Seiten stets darauf geachtet, das Symbolprojekt nicht dauerhaft zu beschädigen.

South Korean security guards keep watch as South Korean trucks return to South Korea's CIQ (Customs, Immigration and Quarantine) after they were banned from entering the Kaesong industrial complex in North Korea, in Paju
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Doch jetzt ist die Grenze dicht. Wie lange die Sperre andauern soll, ist völlig unklar. Zuletzt war südkoreanischen Arbeitern im März 2009 wegen eines US-südkoreanischen Manövers kurzzeitig die Einreise verweigert worden. Nach einem Tag wurde die Sperre wieder aufgehoben.

A South Korean employee working at the Kaesong Industrial Complex (KIC), speaks to the media upon his arrival at South Korea's CIQ (Customs, Immigration and Quarantine) office, in Paju
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Die Journalisten stürzten sich auf die Arbeiter, die üblicherweise nach Kaesong fahren. Ein Regierungssprecher in Seoul bezeichnete die Entscheidung Pjöngjangs als „sehr bedauerlich“. Priorität habe aber zunächst die Sicherheit der Südkoreaner, die sich noch in dem auf nordkoreanischer Seite gelegenen Industriekomplex befinden.

SOUTH KOREA NORTH KOREA TENSION
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Die Regierung in Seoul geht laut Sprecher davon aus, dass alle ihre Staatsbürger sicher zurückkehrten. Dennoch wurden die Truppeneinheiten in Grenznähe von den Vorfällen unterrichtet. Es sei ein Notfallplan erarbeitet worden, erklärte Verteidigungsminister Kim Kwan Jin am Mittwoch. Sollte sich eine „ernste Lage“ ergeben, sei auch eine Militäraktion denkbar, um die Sicherheit der südkoreanischen Arbeiter zu gewährleisten.

North Korea bars South Korean workers from entering industrial pa
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Rund 860 Südkoreaner sollen sich noch im Norden aufhalten. 484 Pendlern wurde die tägliche Einreiseerlaubnis verweigert.

A businessman changes his South Korean license plate to one authorized by North Korea before leaving the South's CIQ in Paju
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Wie dieser Geschäftsmann wechseln die Südkoreaner üblicherweise das Nummernschild an ihren Autos und befestigen die Lizenz, die es ihnen erlaubt sich in der Sonderwirtschaftszone aufzuhalten.

Nordkorea hat den Abzug seiner 54.000 Arbeiter in der gemeinsam mit Südkorea betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong angekündigt. „Wir werden alle unsere Arbeiter aus dem Kaesong-Industriekomplex abziehen“, erklärte ein ranghoher Beamter der Regierungspartei, Kim Yang Gon, am Montag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der Industriekomplex werde anschließend vorübergehend geschlossen. Kim machte „militärische Kriegstreiber“ für die Entscheidung verantwortlich. Es hänge allein von der südkoreanischen Regierung ab, wie sich die Lage weiter entwickeln werde.

Im Zuge der aktuell angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte Nordkorea südkoreanischen Arbeitern vergangene Woche die Einreise in die gemeinsam von beiden Staaten betriebene Sonderwirtschaftszone untersagt, die Ausreise hingegen erlaubt. Hunderte Südkoreaner blieben zunächst freiwillig in Kaesong.

Mit dem Einreiseverbot stellte sich Pjöngjang gegen ein Projekt, das bislang Krisen zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten überstand. Der Industriekomplex liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Für beide Koreas ist die Wirtschaftszone in Kaesong wichtig – für den Süden allerdings eher symbolisch, für den Norden dagegen wirtschaftlich. Dem verarmten Nordkorea mit seiner bisweilen hungernden Bevölkerung, seiner riesigen Armee und seinen Atomambitionen bringt der Industriekomplex dringend benötigte Devisen ein.

Vor allem südkoreanische Firmen in arbeitsintensiven Bereichen wie der Textilindustrie haben Betriebe in Kaesong angesiedelt. Insgesamt haben sie rund 800 Millionen Dollar investiert. Denn von den kommunistischen Arbeitsvermittlern können sie Arbeitskraft zu Preisen kaufen, die selbst im Ostteil Chinas kaum mehr möglich wären: Umgerechnet zahlen sie 130 bis 150 US-Dollar im Monat pro Arbeiter. Ein Großteil landet direkt in der Kasse des nordkoreanischen Staats.

Etwas mehr als 80 Millionen US-Dollar streicht Kim Jong Uns Regime damit jährlich ein. Hinzu kommen Steuerzahlungen südkoreanischer Firmen an den nordkoreanischen Staat. Dafür produzierten die südkoreanischen Firmen 2012 Waren im Wert von ungefähr 470 Millionen US-Dollar. Das waren immerhin 17,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin forderten unterdessen Pjöngjang zur Einstellung seiner militärischen Provokationen auf. Sie sei sich mit Putin sehr einig, dass die internationale Staatengemeinschaft im Zusammenhang mit der Entwicklung um Nordkorea beruhigend einwirken müsse, sagte Merkel am Montag nach einem gemeinsamen Rundgang mit Putin über die Hannover Messe. Es müsse aber auch darauf hingewirkt werden, dass Nordkorea die „Provokationen“ einstelle.

Kurz zuvor hatte Nordkoreas Verbündeter Peking den Druck auf Pjöngjang erhöht. Indirekt übte Staats- und Parteichef Xi Jinping scharfe Kritik an Nordkorea, ohne den störrischen Nachbarn aber beim Namen zu nennen. „Niemandem darf erlaubt werden, eine Region oder sogar die ganze Welt für selbstsüchtige Zwecke ins Chaos zu stürzen“, sagte der Präsident in Äußerungen, die nach Einschätzung von Diplomaten vom Montag auf das Regime in Pjöngjang abzielten. Einen Ausweg aus der Krise sieht China vor allem in direkten Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea, wie ein hoher chinesischer Außenpolitiker der dpa in Peking sagte. Alle blickten immer auf China, doch liege der Schlüssel bei den USA.

  • afp
  • ap
  • dpa
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9 Kommentare zu "Industriekomplex geschlossen: Nordkorea zieht Arbeiter aus Kaesong ab"

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  • @ BringFrieden

    Mit jemandem, der unter Verfolgungswahn leidet, kann man nicht diskutieren und ihn auch nicht überzeugen, daß ihm keiner was will. Er wird's nicht glauben und alles für eine Lüge halten. In einem Interview sagte Gorbatschow mal, daß man seinerzeit in der UdSSR tatsächlich glaubte, der Westen wolle über sie herfallen. Letztlich siegte damals die Vernunft, durch N. S. Gorbatschows Initiative.
    Bei Kim resp. den nordkoreanischen Machthabern scheint die Paranoia noch viel ausgeprägter zu sein gepaart mit einer eingebildeten "Göttlichkeit" und Selbstüberhebung. Gegen diese Mischung kommt keiner mit Argumenten an. Dazu paßt auch die unfaßbare Brutalität, mit der das nordkoreanische Volk unter der Knute gehalten wird, bis hin zur Sippenhaft kompletter Familien, Folter und Tod. Die nordkoreanische Regierung gehört m.E. vor den internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und für 50...60 Jahre hinter Gitter.
    Das einzige, was m.E. Kim und Co. zufriedenstellen würde, wäre die bedingungslose Kapitulation seiner eingebildeten Feinde und die Annektion von Südkorea, was natürlich Traumtänzerei ist. Ich befürchte ernsthaft, daß nicht mal China es schafft, Kim und Konsorten im Zaum zu halten, und das es wohl irgendwann knallen wird.
    Bevor das ausufert, sollte man ernsthaft drüber nachdenken, mit einem Präventivschlag NK seiner militärischen und vor allem nuklearen Kapazitäten zu entblößen und die Führungs"elite" zu eliminieren, und das zwingend im Einklang mit den Chinesen, ohne die man in dieser Region nichts unternehmen sollte.
    Ich fürchte nur, daß sich eindringenden Bodentruppen in den Lagern ein Bild des Grauens bieten dürfte, ähnlich den Aliierten im WKII in den KZs, wenn auch nicht in diesem quantitativen Maßstab... :-(

  • Erkennt Nordkorea mal an und gibt ihnen die Unabhängigkeit, damit sie ihr Militär abbauen können und Reformen durchführen können.
    Gibt ihnen doch mal die Sicherheit dazu, als Angebot, anstatt Unschuldige in den Tod zu treiben.

  • Schon richtig pathologisch? Da haben Sie womöglich voll in dei Zwölf getroffen. Aus fachärztlicher Sicht leidet er an einer bipolaren schizoaffektiven Psychose, die man früher auch als manische Depression bezeichnete. Teilweise ist diese Erkrankung, die durch megalomanes Denken und Handeln (Größenwahn), Verfolgungswahn, konsequente Destruktion und Haluzinationen gekennzeichnet ist, erblich bedingt - was das Verhalten seines Vaters und seines Großvaters erklären könnte. Der Mann gehört also, bevor er hier großen Schaden anrichten kann, in einer geschlossenen Psychiatrie behandelt und möglicherweise dauerhaft verwahrt!

  • 54.000 Nordkoreaner arbeiten für die Kapitalisten
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    Und das merken die roten Socken erst heute?

  • "--> WARUM dreht er so (überzogen) durch?"
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    Die typische Paranoia von Gewaltherrschern stalinistischer Prägung. Der Mann ist nicht besser als Pol Pot und wenn nur ein Bruchteil dessen stimmt, was ich über Nordkorea gelesen habe, dann sprechen alleine schon die grauenhaften "Erziehungs"lager eine deutliche Sprache.

    "--> WORAUF reagiert er?"
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    Das weiß wohl kein Mensch, denn es gibt objektiv betrachtet keinen Anlaß. Hielte Kim einfach die Klappe, dann würde sich kein Mensch für Nordkorea interessieren.

    "--> Und was meint der China-Mann, welchen Schlüssel die USA drehen sollten, um nicht die "...die ganze Welt für selbstsüchtige Zwecke ins Chaos zu stürzen"?"
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    Das ergibt keinen Sinn, denn die USA haben nach meiner Einschätzung in Nordkorea keine Interessen. Warum auch, denn das Land ist heruntergewirtschaftet bis zum gehtnichtmehr, es hat nur wenige, strategisch interessante Bodenschätze (Uranerze gehören übrigens nicht dazu), kein Öl. Das gleiche gilt übrigens für Südkorea, das nach meinem Wissenstand überhaupt kein Interesse an einer Wiedervereinigung mehr hat, weil die resultierenden Kosten astronomisch wären.
    Der einzige, der Kim möglicherweise noch zur Raison bringen kann, ist m.E. China, wenn überhaupt noch jemand zu ihm durchdringt.

    Wie ich im Eingangspost etwas flapsig schrieb: M.E. leidet Kim unter völliger Verkennung der Realität, ähnlich wie Honnecker und Mielke, die völlig fassungslos waren, als ihnen die DDR um die Ohren flog. Problematisch macht die Geschichte, daß Kim offensichtlich seine eigenen Räuberpistolen tatsächlich glaubt. Gewalttätigkeit und irrationales Denken, eine hochbrisante Mischung, die, wenn Atomwaffen ins Spiel kommen, apokalyptische Ausmaße annehmen kann. Wenn Kim völlig durchdreht, dann hört Nordkorea auf zu existieren, denn seine Chancen sind die eines Schneeballs in der Schmiedeesse.

  • Bin Nichtraucher! :-)

  • „Niemandem darf erlaubt werden, eine Region oder sogar die ganze Welt für selbstsüchtige Zwecke ins Chaos zu stürzen. ...Alle blickten immer auf China, doch liege der Schlüssel bei den USA."

    Die Frage bleibt:

    --> WARUM dreht er so (überzogen) durch?
    --> WORAUF reagiert er?
    --> Und was meint der China-Mann, welchen Schlüssel die USA drehen sollten, um nicht die "...die ganze Welt für selbstsüchtige Zwecke ins Chaos zu stürzen"?

  • was rauchen Sie heute?

  • "Kim machte „militärische Kriegstreiber“ für die Entscheidung verantwortlich. Es hänge allein von der südkoreanischen Regierung ab, wie sich die Lage weiter entwickeln werde."
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    Was hat der eigentlich geraucht? Davon will ich auch was! So was von Realitätsverweigerung habe ich noch nie gesehen. Schon richtig pathologisch.

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