Industrieländer USA und Europa über Defizitabbau einig

Trotz vorausgegangener Kritik zeigte die US-Regierung Verständnis für die strikten europäischen Sparpläne. Auch Japan, Großbritannien und Russland sahen den Defizitabbau als wichtige Maßnahme an. Kanzlerin Merkel sprach von einer "fruchtbaren Diskussion".
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Staatschefs beim G8-Treffen. Quelle: dpa

Staatschefs beim G8-Treffen.

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HB HUNTSVILLE. Beim G8-Gipfel in Kanada ist es entgegen vorheriger Befürchtungen nicht zum Streit zwischen den europäischen Ländern und den USA über die Notwendigkeit des Defizitabbaus gekommen. "Die Diskussion war nicht kontrovers", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag im kanadischen Huntsville nach der ersten Arbeitssitzung der G8. "Sie war von großem gegenseitigen Verständnis geprägt." Nicht nur die Euro-Länder, auch Japan, Großbritannien und Russland hätten den Defizitabbau als wichtige Maßnahme gesehen. "Die Vereinigten Staaten von Amerika haben hier keinen Gegensatz aufgebaut", hob die Kanzlerin hervor. Vielmehr sei allen ihre Verantwortung für ein nachhaltiges Wachstum bewusst gewesen.

In den vergangenen Tagen hatten US-Präsident Barack Obama und seine Regierung wiederholt gemahnt, die großen Industrieländer müssten der Stärkung des Weltwirtschaftswachstum Priorität geben. Das Thema Haushaltskonsolidierung wollte Obama dagegen eher erst mittelfristig angehen. Zudem hatte er Deutschland indirekt aufgefordert, mehr für das weltweite Wachstum zu tun. Merkel hatte dem aber widersprochen und die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung unterstrichen.

Gerade für die EU sei es sehr wichtig, der Weltwirtschaft die Botschaft zu senden, dass man sich erneuern, die hohen Etatdefizite abbauen und die Haushalte in Ordnung bringen wolle, sagte Merkel nun. Dies sei auch wichtig, um Vertrauen zurück in den Euro zu bringen, unterstrich sie. "Ich habe in diesen Diskussionen noch einmal deutlich gemacht, dass wir nachhaltiges Wachstum brauchen", erläuterte sie. Dafür habe sie viel Zustimmung geerntet. Intelligentes Sparen und nachhaltiges Wachstum müssten keine Gegensätze sein. Allen sei aber auch deutlich gewesen, dass strukturelle Reformen in den Ländern nötig seien.

Kaum noch Hoffnung hat Merkel nach ersten bilateralen Gesprächen, dass sich auf globaler Ebene ein Konsens über eine Bankenabgabe oder darüber hinaus sogar noch eine Finanztransaktionssteuer bilden könne. So habe der neue japanische Regierungschef Naoto Kan klargemacht, dass er nicht bereit sei, einen solchen Weg zu gehen. Auch bei anderen Ländern gebe es Widerstand. "Ich glaube, es verfestigt sich der Eindruck, dass wir Europäer hier eine positivere Einstellung haben, aber dass andere Länder nicht mitmachen werden", stellte sie klar. Das werde sich wohl auch in der G20-Runde der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zeigen.

Insgesamt sei die Diskussion "sehr fruchtbar" gewesen, urteilte die Kanzlerin. Sie sei davon gekennzeichnet gewesen, "die Dinge zusammenzubringen". Deutschland habe aber seinen Standpunkt sehr klar gemacht, dass die Haushaltskonsolidierung unabdingbar sei und das Land diesen Weg fortsetzen werde.

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1 Kommentar zu "Industrieländer: USA und Europa über Defizitabbau einig"

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  • Lachnummer, hat Obama Merkel etwa geschwängert oder warum faselt sie davon das die Diskussion " sehr fruchtbar" war? Natürlich war es ein Desaster.
    Geithner, bernanke und GS wollen mehr Schulden weil sonst der Stoff für ihre Party knapp wird. Europa will Aufräumen und das kann Amerika natürlich nicht zulassen.

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