Industriespionage Hacker greifen deutsche Konzerne an

Chinesische Hacker sollen es auch auf deutsche Firmen abgesehen haben. Nach einem Medienbericht sind große Konzerne betroffen. Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS sei Ziel einer „bemerkenswerten“ Attacke geworden.
12 Kommentare
Modell eines von EADS entwickelten Passagierflugzeugs mit Elektromotor. Das Unternehmen soll ins Visier von Hackern geraten sein. Quelle: dapd

Modell eines von EADS entwickelten Passagierflugzeugs mit Elektromotor. Das Unternehmen soll ins Visier von Hackern geraten sein.

(Foto: dapd)

Deutsche Unternehmen sind einem Bericht zufolge zuletzt verstärkt Opfer von Hackerangriffen aus China geworden. Vor einigen Monaten habe es eine "bemerkenswerte" Attacke auf den europäischen Rüstungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS gegeben, berichtete der "Spiegel" am Sonntag laut Vorabbericht unter Berufung auf Konzernkreise. Das Unternehmen bestätigte dem Magazin demnach einen "Standardangriff". Dem Bericht zufolge war der Vorgang aber so schwerwiegend, dass EADS die Bundesregierung darüber informierte.

Ziel eines "massiven" Angriffs "besonderer Qualität" war laut "Spiegel" auch Thyssen-Krupp. Der Stahlkonzern teilte dem Magazin mit, die Attacke sei auf die USA beschränkt gewesen, die Adressen der Täter seien chinesisch gewesen. Unklar sei allerdings, ob und welche Daten die Angreifer kopiert hätten.

Der "Spiegel" berichtete weiter, der Verfassungsschutz habe im vergangenen Jahr fast 1100 Hackerangriffe ausländischer Nachrichtendienste registriert. Ziele waren demnach vor allem das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt sowie das Bundeswirtschaftsministerium. Besonders stark seien die Angriffe im Vorfeld des G-20-Gipfels auf Mitglieder der deutschen Delegation gewesen. Der "Focus" schrieb am Sonntag von über 1000 digitalen Angriffen aus China.

Zuletzt hatten in den USA zahlreiche große Firmen großangelegte Hackerangriffe vermeldet, die offenbar aus der Volksrepublik begangen wurden. Betroffen waren unter anderem Microsoft, Apple, Facebook, Twitter sowie große Zeitungen. Das US-Sicherheitsunternehmen Mandiant machte in einem Bericht eine Sondereinheit der chinesischen Armee für die Angriffe verantwortlich.

Hacker-Attacke auf Apple

  • afp
Startseite

Mehr zu: Industriespionage - Hacker greifen deutsche Konzerne an

12 Kommentare zu "Industriespionage: Hacker greifen deutsche Konzerne an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich lach mich schäpps!!! Die Banane von EADS ein Geschäftsgeheimnis? Diese großen Firmen halten doch massenhaft Fake-Daten vor, auf noch leichter zu knackenden Servern, um herauszukriegen wer da spionieren kommt ;-) Habe bisher kein Unternehmen gesehen, dass wirkliche Geschäftsgeheimnisse auf Rechnern hält, die direkt oder indirekt mit dem Internet verbunden sind...

    Für wie blöd soll man hier eigentlich verkauft werden???

    Vielleicht mal zur Abwechslung besser Informatik studiert haben und die Finger weg von der Cloud und Social Networks? Aha, hat's geschnackelt?

  • "Dementsprechend müssen die Firmen sich schon selbst darum kümmern, ihre Systeme zu sichern und Firmengeheimnisse geheim zu halten. "
    ---------------------------
    Richtig, zumal es Wechselmedien und den guten, alt(modisch)en Safe gibt, wenn keiner dran arbeitet.

  • "Hier in Brasilien haben chinesische Autos innerhalb zwei jahren einen Marktanteil von 10% erreicht, nicht durch guenstige Preise, sondern durch solide Qualitaet und ohne Ausnahem mit Garantie von 6 Jahren, ohne kleingedruckte Kriminalitaet!"
    ----------------------------
    In Brasilien mag das ja funktionieren. Hier fallen chinesische Autos eher durch katastrophale Crash-Tests und lausige Qualität auf (Beispiele: "Landwind" (ein lupenreiner Opel Frontera Klon) und "Brilliance").
    Und was die Kopiererei angeht, die fängt ja schon im vergleichsweise kleinen an: Ein Kollege von mir ließ vor etlichen Jahren Filme zur Kontrolle in einem chinesischen Fachlabor entwickeln, um ggf. nachschießen zu können. Die Qualität war durchaus in Ordnung, nur stellte sich später raus, daß die Filme gleich kopiert und die Bilder im asiatischen Raum als eigene verkauft wurden. UrhG-Klage? Kann man in China als Ausländer vergessen. Der Schaden war enorm, weil eine Vermarktung mit Exklusiv-Nutzungsrechten nicht mehr möglich war.
    Aus Japan sind mir solche Praktiken jedenfalls nicht bekannt. Was deren angebliche Kopiererei angeht, so waren jedenfalls japanische Kameras (davon verstehe ich was!) von Anfang an den deutschen haushoch überlegen. Im Vergleich zu einer Nikon F waren die Leicaflex oder Contarex allenfalls ein teures, veraltetes, umständliches Spielzeug und hatten im Pro-Sektor von vorne herein keinerlei Bedeutung.
    Wie auch immer, wer den Chinesen naiverweise technische Unterlagen überläßt, hat es nicht anders verdient, als daß ihm das Fell über die Ohren gezogen wird. Und wie gesagt, hochsensible Daten gehören nicht in einen web-fähigen Computer, sondern in einen isolierten!

  • Industriespionage ist die Normalität in der Wirtschaft. Historisch gesehen haben alle rückständigen Länder kopiert und spioniert.

    Heute haben sich nur die Methoden geändert. Im Internet gilt nach wie vor der Grundsatz der ersten Jahre: was verfügbar ist, ist frei.

    Dementsprechend müssen die Firmen sich schon selbst darum kümmern, ihre Systeme zu sichern und Firmengeheimnisse geheim zu halten.

    Ob die Hacker nun in den USA oder China oder sonstwo sitzen ist dabei relativ egal. Sicher ist meiner Meinung nach nur, dass gerade die genannten Länder hochproffesionelle Spionageabteilungen unterhalten. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um staatliche Stellen handelt.

  • und dann noch in China produzieren? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Dann wäre es doch gleich besser, die Blaupausen offizell in Peking zu übergeben.
    Was muß noch passieren, um von diesen Lumpen ein für alle Mal die Finger zu lassen. Steht doch ohnehin schon fest, daß unser geistiges Eigentum zwichenzeitlich in China urständ feiert und auf dem Markt ist oder bald kommen wird. Es ist nicht zu fassen, mit welcher Naivität unsere Elite im asiatischen Raum agiert.

  • "Offenbar, vermutlich, nach ussagen, einem Bericht zufolge, macht verantwortlich! Das ist Euer so genannter Journalismus! Pfui Teufel!
    Noch mehr Fakten?

  • Genau so faengt Kriegspropabaganda an!
    Von den Japanern spricht niemand, die das ganze Speil der Kopien ja vor noch nicht allzulanger Zeit begonnen haben! Sind wohl zu potent geworden? Ich habe es in den 60-ern erlebt, wo man auf Messen die Schwaerme von Kameras mit Japanern und Japanern mit Kameras abwehren musste bei jeder Messe!
    Aber was hats gebracht?
    Nein, es ist gut, wenn Wettbewerb entsteht! Die Japaner habens vorgemacht, wie man produkte kopiert, aber in extrem verbesserter version auf den markt bringt! Nur so war es moeglich, dass die Garantiezeiten sich fuer den verbraucher verlaengern liessen! Leider mit einem Nachteil, dass das meiste nach Ablauf der Garantie auch wirklich seinen eingehauchten geist aufgibt, exact berechnet!
    Es ist zu erwarten, dass die Chinesen zunaechst mal darauf achten, dass genau dieses mit ihren rodukten nicht passiert.
    Hier in Brasilien haben chinesische Autos innerhalb zwei jahren einen Marktanteil von 10% erreicht, nicht durch guenstige Preise, sondern durch solide Qualitaet und ohne Ausnahem mit Garantie von 6 Jahren, ohne kleingedruckte Kriminalitaet!
    Weiter so Chinesen, zeigts den schlafenden, untergehenden so genannten Industrielaendern!

  • Ich stimme allen Beiträgen zu.
    Aber sind wir nicht selber Schuld?
    Wir haben doch den Chinesen den Weg zum Abkupfern geradezu gelegt.
    Wenn ich z. B. jetzt höre, die wollen bei Daimler einsteigen, dann muß ich mich fragen, wie blöde die Detuschen sind
    Und Hacker geben ihre Herkunft nicht preis, also was steckt da wirklich dahinter?

  • Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Aber anstatt hier Ihren Ärger loszuwerden, wäre es konstruktiver, wenn Sie Ihren Vorschlag beim entsprechendem Ministerium einreichen würden. Ich tue es und kann Ihnen nur empfehlen. Eine Bürgerbeteiligung soll immer stattfinden und nicht nur zu Wahlzeiten.

  • Daß die Chinesen Ideen, Patente und Daten stehlen wie die Elstern glänzende Gegenstände ist doch bekannt. Ergo gehören hochsensible Daten auf vom Web isolierte Rechner und ggf. auch per Kurier transportiert.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%