Infrastruktur-Probleme in Kalifornien Maroder Staudamm befeuert Machtkampf mit Trump

Der Oroville-Damm droht zu brechen. Doch Donald Trump schweigt – und unternimmt bislang nichts, um dem Golden State Hilfe des Landes zukommen zu lassen. Weil sich Kalifornien in der Einwanderungspolitik gegen ihn stellt?
Update: 15.02.2017 - 09:32 Uhr 10 Kommentare
Nach wochenlangem Regen ist der Oroville-Stausee an seine Belastungsgrenze gestoßen. Quelle: AFP
Staudamm

Nach wochenlangem Regen ist der Oroville-Stausee an seine Belastungsgrenze gestoßen.

(Foto: AFP)

San Francisco„Das ist keine Übung“. Der Sheriff des Bezirks Butte County in Nord-Kalifornien ließ keinen Zweifel an der Dringlichkeit seiner Anordnung. „Die sofortige Evakuierung der tiefer gelegenen Gebiete von Oroville und aller Bereiche dahinter ist angeordnet“, schrieb Cory Honea am frühen Sonntagabend per Twitter. Rund 200.000 Menschen machten sich mit dem nötigsten Gepäck auf den Weg in die Nacht. Im Fernsehen zeigten Hubschrauber-Kameras kilometerlange Staus in alle Richtungen, nur nicht nach Norden, in Richtung des Oroville-Staudamms. Denn der drohte zu kollabieren, mit unabsehbaren Konsequenzen für Menschen und Umwelt.

Was war geschehen? Nach starken Regenfällen war der zweitgrößte Stausee Kaliforniens prall gefüllt. Wasser sollte, wie in diesen Fällen üblich, über die Abflussrohre neben der Staumauer, die höher ist als die berühmte Hoover-Talsperre nahe Las Vegas, abgeleitet werden. Normalerweise eine Routinesache – aber diesmal nicht. Der Beton der Abflussrinne hatte Schaden genommen. Die Gefahr: Das reißende Wasser löst immer mehr Beton, und Wasser unterspült und durchweicht die Fundamente und irgendwann auch die Hauptmauer. Also wurde die Wassermenge deutlich gedrosselt.

Kalifornien fürchtet neue Wassermassen
Wasser ablassen
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Die Reparaturarbeiten an dem beschädigten Notüberlauf des Oroville-Damms laufen auf Hochtouren. Wegen neuer Wassermassen durch einen Sturm wurde vorsorglich neues Wasser aus dem See abgelassen, um die Gefahr eines Dammbruchs zu reduzieren.

Reparaturen
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Ein Hubschrauber fliegt am Freitag in der Nähe von Oroville einen Lagerplatz für mit Steinen gefüllte Säcke an. Sie werden zum beschädigten Notüberlauf am Staudamm transportiert.

Beton
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Zahlreiche Betonmischer warten auf dem Damm des Oroville-Stausees, um ihre Ladung zum beschädigten Notüberlauf des Staudamms zu bringen. Die Anlage liegt rund 125 Kilometer nördlich von Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien.

Helikopter
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Auch Spezial-Helikopter sind im Einsatz, um schnellstmöglich Gestein zur Befestigung des überfluteten Damms zu bringen.

Gestein
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Schweres Gerät ist im Einsatz, um Tonnen von Gestein zur Sicherung des Damms heranzuschaffen.

Sturm
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Auf dem Satellitenbild vom Freitag erkennt man einen mächtigen Sturm, der sich in Richtung Kalifornien bewegt und in diesen Tagen neue Regelfälle mit sich bringt.

Schäden
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Der hohe Wasserstand drückt auf die Staumauer – beim Versuch vor eineinhalb Wochen, das Wasser abzulassen, wurden die Schäden am Damm offensichtlich. Seitdem laufen die Reparaturarbeiten an der Anlage.

Jetzt schwoll allerdings der See an und zum ersten Mal seit fast 50 Jahren schwappte das Wasser auf breiter Front über einen Notfall-Überlauf direkt neben dem Haupt-Ableitsystem. Nun ging alles ganz schnell. Das Land hinter der Überlaufrinne war nur ein kurzes Stück betoniert, danach rissen die Wassermassen den blanken Boden mit sich und der Landverlust fraß sich langsam zurück Richtung Staumauer. Sollte der Notüberlauf brechen, wäre die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten gewesen. Sheriff Honea zog die Reißleine. Die beispiellose Evakuierung, die größte seit New Orleans nach einem Hurrikan in den Fluten versank, nahm ihren Lauf.

Am Montag dann die Entwarnung. Aber nur vorläufig, wie Honea in einer Pressekonferenz betonte. Die Haupt-Ableitrohre waren trotz der Schäden wieder weit geöffnet worden und das Notsystem nun trocken. Am Dienstag durften die Anwohner zurück nach Hause. Doch sie sollen in Alarmbereitschaft bleiben, falls sich die Situation wieder ändere. Denn schon für Mittwoch sind neue Stürme angekündigt und keiner wagt zu prognostizieren, was passiert, wenn im Frühjahr die Schneeschmelze in den Bergen einsetzt.

Deshalb muss der Wasserspiegel so schnell wie möglich um 15 Meter gesenkt werden, um Spielraum zu haben. Doch das ist nicht so einfach. In 17 Stunden wurden 2.800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Rohre geblasen und das hatte nur gut einen Meter gereicht, genug um ein Überlaufen des Sees zu verhindern.

Amerikas Dämme sind in einem schlimmen Zustand. Die Vereinigung der Bauingenieure in den USA hatte 2013 alle Dämme untersucht und war zu einem vernichtenden Urteil gekommen. Es gab ein „D“ als Schulnote, ein „mangelhaft“. Dahinter kommt nur noch das „F“, „ungenügend“.

Laut der Untersuchung waren die Dämme damals im Schnitt 52 Jahre alt. 2020 werden 70 Prozent aller Dämme älter als 50 Jahre sein. Oroville war 1968 in Dienst gestellt worden, gehört also in die alternde Kategorie. 13.991 Stauwerke sind in die Hochrisikoklasse eingestuft – so wie Oroville. Sie besagt, dass bei einem Unfall Menschenleben auf dem Spiel stehen. Deshalb sind sie besonders sicher gebaut. 12.662 gelten als „erheblich gefährlich“, beim Einsturz entstünde wirtschaftlicher Schaden, aber keine Gefahr für Menschen. Für den Rest der insgesamt 84.000 Bauwerke besteht lediglich „geringe Gefahr“, es gibt also praktisch nur nasse Füße.

Doch das Problem: Durch zunehmend dichtere Besiedlung werden mit der Zeit Dämme, die früher als risikoarm eingestuft wurden, auf einmal zu Hochrisiko-Strukturen, obwohl sie nie dafür ausgelegt waren. Sie müssen nun besonders sorgfältig gewartet und überwacht werden.

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10 Kommentare zu "Infrastruktur-Probleme in Kalifornien: Maroder Staudamm befeuert Machtkampf mit Trump"

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  • Der Trump ist Schuld an dem Staudamm, da gibt es nix zu deuteln, dagegen hatte der Bush bei Katrina alles fest im Griff und die Presse berichtete auch fröhlich über sein Krisenmanagement:

    Zitat
    "Für den Präsidenten war es ein schmerzhafter Besuch am Ort seines größten innenpolitischen Fiaskos. Zum zweiten Jahrestag der "Katrina"-Katastrophe fuhr George W. Bush durch New Orleans, um den Bewohnern der vom Hurrikan verwüsteten Stadt Mut zuzusprechen. Ein wenig wirkte er dabei wie ein Sünder, der Abbitte leistet. Noch sind die Wunden der Stadt nicht verheilt. Wie ein Mahnmal erinnern sie an das desaströse Krisenmanagement der Regierung, die für Bush zu einem nie überwundenen Vertrauens- und Ansehensverlust führte. New Orleans, zwei Jahre danach: Zugewucherte Straßenzüge, Geisterhäuser, verlassene Geschäfte, blühende Kriminalität."

    Quelle:

    http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/katastrophen/id_14301270/new-orleans-bush-besucht-zwei-jahre-nach-hurrikan-katrina-eine-geisterstadt.html

    Alles schon vergessen, oder?

  • Wer hat denn die USA in den letzten 8 Jahren regiert. Wer regiert Kalifornien seit Jahrzehnten. Das sind doch wohl Obamas DEMOKRATEN gewesen. Wer also ist für die marode Infrastruktur verantwortlich? Und wer ist heute für die Katastrophenabwehr in Kalifornien zuständig? Ich benötige keine journalistische Ausbildung, um zu erkennen, wie einseitig und - Verzeihung - stümperhaft dieser Artikel geschrieben ist.

  • @ F. K.
    1. Sind das immer noch Menschen und keine "Schweine".
    2. Leben und Arbeiten diese 200.000 Menschen mit und für den Staudamm.
    3. Werden die nicht alleine gelassen. Für diese Menschen wird gesorgt bzw. wie in den USA üblich sorgen die Menschen für sich selbst. Die US Bürger sind nicht so staatlich verweichlicht erzogen worden, wie die hilflosen und ferngesteuerten Deutschen.
    Danke!

  • Gott sei Dank sind bei uns in Deutschland nur die Brücken kaputt und ein neuer Hauptstadtflughafen ist nicht fertig zu bekommen. Aber von amerikanischen Verhältnissen sind wir ganz weit entfernt.

  • Ist der Staudamm jetzt schon gebrochen oder nicht?
    Soll Trump jetzt wie James Bond einfliegen und sich auf dem Staudamm abseilen?
    Mann oh Mann...die deutschen "Qualitätsmedien" wissen schon gar nicht mehr, wo Trump überall ist...wahrscheinlich soll Trump demnächst auch noch bei mir um Ecke im Supermarkt sein.

  • Die linken SCHREIBERLINGE, REDAKTEURE, JOURNALISTEN ETC. PP. haben noch Probleme mit der Vergangrnheitsbewältigung der Deutschen. Es.ist halt hipp auf diesen Zug aufzusprigen.

    Die Couleur stellt sich natürlich gegen einen emotionalen Trump und lässt kein gutes Haar an ihm. Es wird keine Gelegenheit ausgelassen in in die rechte Ecke zu stellen.

    Er wird noch für Überraschungen sorgen. Vielleicht mehr positive für sein Land als so manchen lieb seine dürfte.

    Es wird nicht jedem schmecken, den Linken hier im Land ganz bestimmt am wenigsten.

    Die kuscheln lieber ohne,auf den Punkt,zu kommen.

  • Das ganze Volk von Amerika steht hinter Ihrem Präsidenten!!!!!
    Nur die 200.000 armen Schweine nicht die von Ihm wie Dreck behandelt werden.
    Nah und sind ja noch genug da .
    Gell Mark.

  • 23.08.2016 im Handelsblatt:
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/katastrophenhilfe-obama-besucht-das-ueberflutete-louisiana/14447258.html

    "Obama musste Kritik einstecken für seinen späten Besuch im überfluteten Louisiana. Selbst Trump meckerte: Golfen sei wohl wichtiger gewesen? Der Präsident spendet Trost und verspricht unbürokratische Hilfe. "

    Also jetzt mal nur kein Stress gegen Trump machen :) Noch steht der Staudamm ....

  • Wird euch das nicht langsam selbst zu blöd...alles Trump in die Schuhe schieben zu wollen?
    Macht Trump etwas, passt es nicht. Macht Trump nichts, passt es auch nicht.
    Wollte ihr "Qualitätsmedien" dieses Trump Bashing wirklich 4 Jahre durchhalten....dann viel Spaß dabei...es wird Trump nur noch stärker machen und das US Volk wird noch mehr hinter Trump stehen.

  • Bundeskanzler Schröder ist seinerzeit bei einer Überflutung in D mit Gummistiefeln auf den Dämmen spazieren gegangen. Ich vermute dass dadurch kein Keller vor dem Wasser verschont geblieben ist. Die Wähler fanden das grossartig und hatten seinerzeit Fr. Merkel einen Korb gegeben.
    Rein praktisch dürfte ein Besuch der Person Trump keinen Einfluss auf das Halten/Brechen des beschädigten Stausees in Kalifornien haben. Kalifornien dürfte genug Resourcen haben um zu tun was man tun kann. Ein Auftritt könnte sein Image als Macher stärken.

    Kalifornien hat sich in der Tat mit seiner Politik in eine herausfordernde Situation gebracht. Eine Masseneinwanderung in einen Bundesstaat mit unzureichender Wasserversorgung erscheint nicht sinnvoll. Die Stromversorgung Kaliforniens ist durch ökoreligiöse Visionen in einem kritischen Zustand. Sie hängt an den Nachbarstaaten und deren Kohlekraftwerken.

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