Interaktiven Karte US-Zeitung veröffentlicht Daten tausender Waffenscheinbesitzern

In der interaktiven Karte „Der Waffenbesitzer von nebenan“ zeigt eine US-Lokalzeitung legal die Adressen von mehr als 33.000 Waffenscheinbesitzern. Statt Lob erntet das Blatt nun den Zorn der Betroffenen.
Update: 27.12.2012 - 10:34 Uhr 8 Kommentare
Der Screenshot zweigt die Karte von „The Journal News’s“, die die Waffenbesitzer kennzeichnet.

Der Screenshot zweigt die Karte von „The Journal News’s“, die die Waffenbesitzer kennzeichnet.

New YorkEine Lokalzeitung im US-Bundesstaat New York hat eine Liste mit tausenden Namen und Adressen von Waffenscheinbesitzern in der Nachbarschaft veröffentlicht und damit eine hitzige Debatte ausgelöst. Die Zeitung „The Journal News“ stellte in ihrer Mittwochsausgabe eine interaktive Karte mit Angaben zu mehr als 33.000 Waffenscheinbesitzern in zwei Bezirken im Staat New York neben einen Artikel mit der Überschrift „Der Waffenbesitzer von nebenan“. Die Zeitung erhielt die Daten nach einem entsprechenden Antrag bei den Behörden auf der Grundlage eines Gesetzes zum Auskunftsrecht.

„The Journal News“ verteidigte die Veröffentlichungen damit, dass die Informationen legal beschafft worden seien und die Leser ein Recht darauf hätten zu wissen, ob ihre Nachbarn Waffen besäßen. „Wir wussten, dass die Veröffentlichung der Daten kontrovers sein würde“, sagte die Herausgeberin und Vize-Präsidentin der Zeitung, CynDee Royle. Angesichts des Amoklaufs in einer Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut Mitte Dezember mit 26 Todesopfern sei es für die Menschen außerdem wichtig zu wissen, wer in der Nachbarschaft Waffen besitzen könnte.

Die Zeitung erhielt indes hunderte Anrufe besorgter Bürger mit Waffenschein, die die Veröffentlichung als Eingriff in ihre Privatsphäre empfanden und nun ihrerseits um ihre Sicherheit fürchten. Auf der Facebook-Seite der Zeitung entwickelte sich eine hitzige Diskussion, einige Nutzer veröffentlichten im Gegenzug Namen und Adressen der Zeitungsredakteure. Eine Nutzerin kritisierte, dass die Zeitung mit ihrer Aktion Kriminellen nun auch mitgeteilt habe, in welchen Häusern sie keine Waffen befürchten müssten.

 
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8 Kommentare zu "Interaktiven Karte: US-Zeitung veröffentlicht Daten tausender Waffenscheinbesitzern"

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  • Es gibt eine Organisation in Amerika, die massenweise Sturmgewehre und genügend Munition anhäuft, um damit zehn Jahre lang Krieg zu führen. Diese Organisation ist die US-Regierung und ihr Ministerium für Innere Sicherheit (DHS), das für den Einsatz im Inland, d.h. in den Vereinigten Staaten, insgesamt 1,6 Milliarden Schuss Munition gekauft hat.
    Das wirft die Frage auf: Wofür braucht das amerikanische Ministerium für Innere Sicherheit 1,6 Milliarden Schuss Munition?
    Es begann damit, dass das Ministerium (DHS, nach der englischen Bezeichnung Department of Homeland Security) im April dieses Jahres 450 Millionen Schuss Hohlspitzmunition vom Kaliber .40 kaufte. Das ist aus zwei Gründen von Bedeutung:
    1. Das DHS führt keine Kriege gegen fremde Länder. Es ist ausschließlich für das Gebiet der USA und die Menschen in Amerika zuständig.
    2. Hohlspitzmunition ist nach der Genfer Konvention verboten, sie wird vom US-Militär nicht eingesetzt. Diese Munition kann nur im Inland verwendet werden, in den Vereinigten Staaten, gegen amerikanische Ziele oder Menschen.
    Neben diesen 450 Millionen Schuss Munition erwarb das DHS für 400.000 Dollar Strahlenschutztabletten sowie Tausende kugelsicherer Unterstände für Straßenkontrollposten. Erwartet man einen radioaktiven Zwischenfall? (Oder plant vielleicht einen?)
    Nach Berechnungen von NaturalNews reichen diese 450 Millionen Schuss Munition aus, um einen siebenjährigen Krieg gegen die Bevölkerung Amerikas zu führen.
    Wenige Monate nach dem Ankauf der über 450 Millionen Schuss Munition, die von Obamas Regierung in den USA gehortet werden sollen, kaufte das DHS noch einmal 750 Millionen Schuss Munition.
    Dazu kamen noch weitere Kontrakte, so dass sich die Gesamtmenge der 2012 von der Regierung gekauften Munition auf 1,6 Milliarden Schuss Munition beläuft. Das sind mehr als fünf Kugeln für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in Amerika. Eingeschlossen ist auch Munition für Scharfschützengewehre mit großer Reichweite.
    Das ist der neue Wahn

  • Ich persönlich finde es schon besser, dass bei uns die Wahrscheinlichkeit, mit einer Schusswaffe getötet zu werden ca. 15 mal geringer ist, als in den USA.

  • Jeder,der keine Waffe besitzt,ist einem Waffenbesitzer im Nachteil.
    Deshalb sollte man eine Chancengleichheit herstellen,in welcher Form,ist egal.

  • Soso, die Reaktion spricht Bände, was? Aber werden die Daten von Sexualstraftätern veröffentlicht, dann raunt es im Blätterwald von Menschen- und Persönlichkeitsrechten.

    Etwas Gutes hat die Sache aber doch: dieser Atlas der Wehrlosigkeit (denn genau das ist es: ein Atlas, wo Kriminelle keine Gegenwehr zu befürchten haben!) wird dazu führen, daß sich die anderen auch Waffen besorgen.

    Im Übrigen würde ich grundsätzlich unbescholtenen Bürgern (heißt: Kriminelle, Alkoholiker, Drogenabhängige und psychisch Kranke bekommen nix) den Besitz von Schußwaffen und Munition erlauben. Denn nur das bewahrt die ReGIERung davor, die Rechte der Bürger in den Dreck zu treten.

  • Warum verbieten, das ist doch viel zu kompliziert und bringt nichts. Ich würde Steuern auf Waffenverkauf und Waffenbesitz einführen. Jede Waffe sollte min das 100fache von dem jetzigen Preis kosten, sowie eine monatliche Gebühr. Mal sehen wieviele Amis ihr Auto aufgeben für eine Waffe. Geld regelt sowas und das Haushaltsloch in den USA wäre gelöst...

  • Bei uns tragen nur die Kriminellen Waffen und der Bürger ist schutzlos. Was soll daran besser sein?

  • Die Reaktion nach dieser Veröffentlichung spricht Bände über das Waffenverhalten der US-Bürger. Denn nichts fürchtet der Amerikaner so sehr, wie den Verlust seiner Waffe.
    Und selbst wenn noch zig weitere Massaker stattfinden, bleibt es bei der hohen Waffendichte pro Bürger und daran wird sich nie etwas ändern. Denn die Waffenlobby ist dort mindestens so stark wie die Bankenlobby.

  • Die Verwendung des Genitivs in der Überschrift ist zunächst mal begrüßenswert, sind doch die wenigsten Journalisten mehr zu so einer Leistung fähig. Jedoch sollte dann auch korrekt dekliniert werden.
    Hoffnungsvoll
    norbert

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