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Internationale Arbeitsorganisation ILO-Bericht: Allein 2021 gehen wegen Corona 100 Millionen Vollzeitjobs verloren

Die Organisation schätzt, dass sich die Pandemie noch Jahre auf den weltweiten Arbeitsmarkt auswirken wird. Jahrelange Fortschritte im Kampf gegen Armut mache sie zunichte.
02.06.2021 - 16:25 Uhr Kommentieren
Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, mussten viele Unternehmen ihre Fabriken schließen. Quelle: AP
GM-Werk in Oshawa

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, mussten viele Unternehmen ihre Fabriken schließen.

(Foto: AP)

Genf Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sagt den globalen Arbeitsmärkten eine düstere Zeit voraus: Nach ihren Schätzungen gehen wegen der Coronakrise in diesem Jahr weltweit insgesamt 100 Millionen Vollzeitjobs verloren. Und auch 2022 soll die Pandemie große Folgen für Beschäftigte haben: Im kommenden Jahr könnten weitere 26 Millionen Vollzeitarbeitsplätze im Zuge der Krise vernichtet werden.

Die wirtschaftlichen Effekte der Pandemie „könnten uns noch Jahre begleiten“, warnte ILO-Generaldirektor Guy Ryder, der die Schätzungen an diesem Mittwoch in Genf vorstellte.

Der ILO-Chef prognostizierte aufgrund des neuen Trendberichts seiner Organisation zudem, dass 2022 rund 205 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sein werden. Im letzten Jahr vor der Krise, also 2019, waren laut ILO-Statistiken weltweit 187 Millionen Frauen und Männer ohne Stelle.

Um die Ausbreitung der Krankheit Covid-19 zu verhindern, verhängten die Länder Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und Grenzschließungen. Das führte zu Nachfrage- und Produktionsausfällen – und zu einem starken Abbau von Jobs sowie zu Kürzungen der Arbeitszeit.

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    Die Folgen der Beschäftigungskrise: ein starker Einkommensverlust und steigende Armut. Davon werden besonders die Menschen in den ohnehin einkommensschwachen Entwicklungsländern heimgesucht.

    Verglichen mit 2019, so heißt es in dem ILO-Bericht, gelten in diesem Jahr zusätzlich 108 Millionen Arbeiter als „arm“ oder „extrem arm“. Sie und ihre Familien fristen ein Dasein mit weniger als 3,20 US-Dollar (2,63 Euro) am Tag.

    UN-Ziel rückt in weite Ferne

    „Die Armutszahlen sind absolut dramatisch“, sagte ILO-Chef Ryder, der in der britischen Gewerkschaftsbewegung seine Laufbahn begann. Die Corona-Pandemie mache jahrelange Fortschritte im Kampf gegen die Armut zunichte. Damit, so Ryder, rücke auch ein großes Ziel der Vereinten Nationen in weite Ferne. Die UN wollen weltweit alle Formen der Armut bis 2030 beseitigen.

    Vor allem viele Staaten des globalen Südens geraten durch die Coronakrise in einen Teufelskreis der Armut, aus dem sie kaum noch ausbrechen können: Denn Regierungen in Afrika, Asien und Lateinamerika verfügen nicht über die Finanzmittel, ihre Bevölkerungen schnell gegen Covid-19 zu impfen und somit zur ökonomischen Normalität zurückzukehren. Zudem fehlt ihnen die Fiskalkraft, um ihre Volkswirtschaften zu stützen und anzukurbeln.

    Falls die Entwicklungsländer es doch schaffen, auf den Wachstumspfad zurückzukehren, warten auf die Arbeitnehmer nicht mehr die gleichen Stellen wie zuvor. ILO-Chef Ryder fürchtet, dass sich die „Qualität“ der Jobs verschlechtern wird in Form von weniger Lohn, längeren Arbeitszeiten und mieseren Jobbedingungen.

    Mehr: Bescheinigung fürs Impfen: Was Chefs und Beschäftigte jetzt wissen müssen.

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