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Internationale Konkurrenz Chinesische Investoren halten sich mit Firmenbeteiligungen in Deutschland zurück

2018 ging die Zahl der Übernahmen durch chinesische Firmen zurück. Die Investoren werden inzwischen als Konkurrenten wahrgenommen – auch von der Bundesregierung.
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Die Beziehungen zwischen deutscher und chinesischer Industrie sind mittlerweile angespannt. Quelle: picture alliance/dpa
Kuka-Stand auf einer Messe in Shanghai

Die Beziehungen zwischen deutscher und chinesischer Industrie sind mittlerweile angespannt.

(Foto: picture alliance/dpa)

DüsseldorfNoch vor einigen Jahren wurden chinesische Investoren in Deutschland begrüßt. Ihre Finanzkraft war willkommen – besonders weil die deutsche Exportwirtschaft unter den Auswirkungen der Finanzkrise ab 2008 gelitten hatte.

Doch die Zeit ist vorbei. Chinesische Firmenkäufer werden inzwischen primär als Konkurrenten wahrgenommen, die sich Spitzentechnik made by Germany sichern wollen. Die Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Mischkonzern Midea stieß eine grundsätzliche Diskussion darüber an, ob Deutschland nicht strategische Firmenkäufe aus China stärker prüfen müsste. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltete sich ein.

Die Debatte zeigte nun Wirkung. Schon 2017 hatte Berlin die Regeln für Beteiligungen und Übernahmen verschärft. Im Dezember wurden die Eingriffsmöglichkeiten für die Behörden abermals erweitert. In sensiblen Bereichen wie etwa kritischer Infrastruktur darf Berlin bereits ab einer Beteiligung von zehn Prozent ein Prüfverfahren einleiten.

„Das wird einen Teil von Investoren abschrecken. Denn sie können sich nicht sicher sein, dass ihre Anstrengungen auch Erfolg haben“, sagt Christian Rusche vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

Erste Hinweise liefern Daten, die Rusche zusammengetragen hat. Demnach gab es im Jahr 2016 noch 44 Übernahmen durch chinesische Firmen in Deutschland, im Jahr darauf waren es 40 und 2018 nur noch 33 Übernahmen.

Generell schauen sich deutsche Behörden ausländische Beteiligungen oder Übernahmen zunehmend genau an, nicht nur die von Investoren aus China. Im Jahr 2016 wurden laut Bundeswirtschaftsministerium 39 Prüfungen durchgeführt, 2017 waren es schon 57. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Zahlen vor.

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Umgekehrt gilt aber auch: Chinesische Investoren schauen ebenfalls genauer hin. Die HNA-Gruppe reduzierte etwa ihre Beteiligung an der Deutschen Bank. Beim Autobauer Daimler gibt es Berichte, nach denen der chinesische Großinvestor Li Shufu seine Beteiligung reduzieren könnte. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Li habe 5,4 Prozent der Aktien wieder verkauft. Li Shufu war erst im Februar vergangenen Jahres mit 9,7 Prozent bei Daimler eingestiegen.

Was fast allen Beteiligungen gemein ist: Sie liefen alles andere als gut. Der Roboterbauer Kuka musste seine Prognose zweimal nach unten korrigieren, der Aktienkurs fiel seit Herbst 2017 um drei Viertel. Kuka-Chef Till Reuter verließ das Unternehmen. Eigner Midea war einst mit dem Versprechen großer Investitionen eingestiegen. Jetzt steht die Firma vor einem harten Sparprogramm.

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