Internationaler Konflikt Nordkorea droht, Japan mit Atombombe zu „versenken“

Nordkorea will Japan und die USA mit einem Atomangriff einschüchtern. Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen den Atomtests des Regimes weitere Sanktionen verhängt. Japan kritisiert die Drohung als extrem provokativ.
Update: 14.09.2017 - 16:04 Uhr 17 Kommentare
„Lasst uns das Kernland der USA auf Asche und Dunkelheit reduzieren.“, teilte Nordkorea am Donnerstag mit. Quelle: dpa
Atombombe

„Lasst uns das Kernland der USA auf Asche und Dunkelheit reduzieren.“, teilte Nordkorea am Donnerstag mit.

(Foto: dpa)

Seoul/Tokio/BrüsselNordkorea droht nach den jüngsten UN-Sanktionen Japan mit Vernichtung durch eine Atombombe und den USA mit „Asche und Dunkelheit“. „Mit der Atombombe von Juche sollen die vier Inseln der Inselgruppe in der See versinken“, teilte das nordkoreanische Friedenskomitee für Asien und Pazifik, das für außenpolitische Beziehungen und Propaganda zuständig ist, am Donnerstag über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mit.

Juche ist die nordkoreanische Staatsdoktrin, eine Mischung aus Marxismus und einer extremen Form von Alleingang-Nationalismus. „Japan muss nicht länger in unserer Nähe existieren.“

In den USA sollten alle Vergeltungsmaßnahmen zum Einsatz kommen, die bis jetzt vorbereitet worden seien, erklärte das Komitee weiter. „Lasst uns das Kernland der USA auf Asche und Dunkelheit reduzieren.“ Nordkorea forderte auch die Auflösung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, bei dem es sich um ein „Werkzeug des Teufels“ handle, in dem „mit Geld bestochene“ Länder vertreten seien, die auf Anweisung der USA handelten.

Japan kritisierte die nordkoreanischen Drohungen umgehend scharf. Die Erklärung sei extrem provokativ und ungeheuerlich. Sie erhöhe die Spannungen in der Region und sei absolut inakzeptabel, sagte Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Montag als Reaktion auf den sechsten und bislang stärksten nordkoreanischen Atomtest weitere Strafmaßnahmen verhängt.

Unterdessen hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Nordkorea entsprechend den Vorgaben der Vereinten Nationen verschärft. So sollen Nordkoreaner in der EU künftig keine Arbeitserlaubnis mehr bekommen, wie der Rat als Vertretung der EU-Länder am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Auch werde ein absolutes Verbot sämtlicher Ausfuhren von Kohle, Eisen, Eisenerz, Meeresfrüchten, Blei und Bleierz verhängt.

Der UN-Sicherheitsrat hatte im August und September zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Hintergrund sind die immer neuen Raketen und Atomtests des kommunistischen Lands, die gegen frühere Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats verstoßen.

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17 Kommentare zu "Internationaler Konflikt: Nordkorea droht, Japan mit Atombombe zu „versenken“"

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  • Herr Otto Berger14.09.2017, 15:16 Uhr
    HB "Nordkorea droht, Japan mit Atombombe zu „versenken“
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    Das sind "Muskelspiele" aber über allen Provokationen steht die Frage : Was will KIM ?
    Er "studierte" das Schicksal Gadaffis und wird deshalb auf sein Raketen- und Atomprogramm - als persönliche Überlebensgarantie - niemals verzichten. Hier kann es somit nur darum gehen, Nordkorea in die Reihe der Atommächte einzuordnen.

    .......................................

    Also BIN LADEN wollte auch nur sich irgendwo eingeordnet gesehen werden !

    DEM HABEN WIR ES GEZEIGT !!!

    Sein SOHN HAZEM BIN LADEN steigt jetzt in die Schuhen des Vaters ein, und auch Ihm wird ein ähnlichen Ende erwarten wie sein Vater am Ende !

    Und was erwartet KIM ??? -Natürlich das gleiche wie Gaddafi weil das eigener Volk das leiden und hungern wegen der falsche Wirtschaft und falsche Politik norkoreas nicht länger mit machen wird.

    DANN WIRD IN NORDKOREA " DIE ROSA REVOLUTION GEGEN DEN NORDKOREANISCHER DIKTATUR VOM EIGENEN VOLK AUSGEHEN und nicht wegen Angriffe von irgend wer von außen wie Kim es gerne verkaufen will.

    ODER KIM MACHT ES WIE ADOLF HITLER BEIM EINMARSCH AUF POLEN, er schießt dann gegen solche die erst gar nicht da sind !!!

    KIM lernte in der Schule in der Schweiz, und dort hat er auch das Kapitel Zweiten Weltkrieg in Geschichtsunterricht Demokratisch Neutral beigebracht bekommen !!!

  • Herr Piet Vrolik

    Man sollte beachten das mittlerweile schon NK Raketen in wenigen Minuten über Japan fliegen . Ein Angriff mit Atomwaffen aus NK wäre daher schwer abwehrbar.
    Zumal NK U Boote sein eigen nennt, die mit Raketen bestückt sind.

    Natürlich sollten alle Atomwaffen abgeschafft werden , aber das geht nicht wenn ein Staat mit Atomwaffen einen anderen Staat ohne Atomwaffen droht.

    Das China und Russland kein Interesse an einem Atomkrieg haben , ist nicht ganz richtig. Die Welt spielt im Moment verrückt ,an allen Ecken Krieg und wie stark der Planet wirklich bedroht ist , wird nicht ehrlich ausgesprochen.

    Kriege waren immer Mittel weil danach eine lange friedliche Zeit zu erwarten war. Die Wirtschaft brummt und alle sind zufrieden. Heute sind es wieder Militaristen die einen Krieg nicht mehr ausschliessen. Nur direkt einen Krieg anfangen wollen sie nicht. Da kommt der dumme Kim Jong gerade recht. Fängt er einen Krieg an , ja dann muss man doch Antworten und wenn China und Russland dann mitmischen , ist der Westen regelrecht herausgefordert als Opfer.

  • @ Otto Berger

    Die perfide "Strategie" der amerikanischen Machthaber seit über 150 Jahren (genau gesagt seit 1846) war es, den Gegner dazu zu bringen, "den ersten Schuss" abzugeben. Dies ermöglichte es ihnen insbesondere, ihre Kriege als Feldzüge für "Frieden, Freiheit, Menschlichkeit und Demokratie" zu inszenieren.
    So wurden sowohl die Versenkung der Lusitania 1917, die den Amerikanern den Eintritt in WW1 ermöglichte, wie auch der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor (das gleiche für WW2), bewusst von den jeweiligen Präsidenten Wilson bzw. Roosevelt provoziert. Ich empfehle dazu eindringlich John V. Densons Meisterwerk "A Century of War ("Sie sagten Frieden und meinten Krieg"):
    https://mises.org/library/century-war-lincoln-wilson-and-roosevelt-0
    Russland und China haben diese US-"Strategie" jedoch genau studiert - und lassen sich eben nicht dazu verleiten, "den ersten Schuss" abzugeben. Anders sieht es jedoch mit einem tatsächlichen Psychopathen wie Kim aus. Psychopathen handeln nicht "rational" wie Sie und ich - und daher könnte die Kalkulation von gewissen Teilen der US-Elite, die Krieg unbedingt braucht, bei Nordkorea auch aufgehen...

  • HB "Nordkorea droht, Japan mit Atombombe zu „versenken“
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    Das sind "Muskelspiele" aber über allen Provokationen steht die Frage : Was will KIM ?
    Er "studierte" das Schicksal Gadaffis und wird deshalb auf sein Raketen- und Atomprogramm - als persönliche Überlebensgarantie - niemals verzichten. Hier kann es somit nur darum gehen, Nordkorea in die Reihe der Atommächte einzuordnen. Darüberhinaus ist in der nordkoreanischen Verfassung die Wiedervereinigung mit Süd-Korea festgeschrieben und dazu müsste eine Friedensvertrag abgeschlossen werden.
    Ein Angriffskrieg scheidet als Möglichkeit einer "Problemlösung" aus, da China Nordkorea im Falle eines Angriffs seine Unterstützung zugesagt hat.
    Fazit : Immer nur Sanktionen und deren Erhöhung können keine Lösung sein. Der Westen wird sich irgendwann den legitimen Interessen Nordkoreas diplomatisch nähern müssen (Friedensvertrag)--- je früher umso besser !
    Eine gute Chance für Mr. Trump, einen guten DEAL zu machen und die Region zu befrieden !!

  • "Out of sight, out of mind!" oder "Aus den Augen, aus dem Sinn!"
    Dieses wunderschöne Sprichwort trifft auch auf ein viel größeres "atomares Problem" Japans zu - nämlich Fukushima. Oder glaubt jemand, nur weil darüber nicht mehr berichtet wird, hätte sich dieses Problem "in Luft" aufgelöst (nun ja, vielleicht in geringem Maße in den Pazifik)?
    Das Corium ist nämlich selbstverständlich noch da und strahlt auch weiter vor sich hin Eine Bergung ist zwar "angedacht", aber erst einmal muss man das Corium lokalisieren:
    http://www.ingenieur.de/Fachbereiche/Kernenergie/Roboter-findet-in-Fukushima-geschmolzene-Brennstaebe
    Nun ist Japan bekanntermaßen eine sehr "aktive Region", was Erdbeben betrifft. Raten Sie einmal, was passieren könnte, wenn in der Gegend um Fukushima erneut ein stärkeres Erdbeben auftritt? Also, ich würde einmal sagen, die Japaner haben ganz andere Probleme als die Gefahr eines nordkoreanischen Atombombenangriffs...

  • Ich denke, jetzt kann nur noch James Bond die Insel retten. ;)

  • Was wäre eigentlich, wenn man einfach gar nicht mit öffentlichen Statements auf die Provokationen reagiert, sondern lediglich die Sanktionen Schritt für Schritt weiter verschärft? Ignoranz ist das, was Kim am meisten weh tun würde.

  • Solange Trump regiert, wird es keine Entspannung in der Region geben.

  • Herr Günther Schemutat - 14.09.2017, 11:24 Uhr

    Es gibt nach ihre Meinung nicht schon genug Atomwaffen auf die Welt?

    Glauben sie das China eine ernsthafte Interesse an eine Atomkrieg zwischen asiatische Staaten hat?

    Glauben sie das die Herr Kim seine Allmachtphantasien nicht äußern würde wenn Japan auch Atomwaffen hätte? Die verrückte Herr Kim droht die USA, die größte Atommacht der Welt. Und dann wäre die Situation anders wenn Japan auch Atomwaffen hätte?

  • Jetzt sollte Japan massiv aufrüsten und sich selber Atombomben beschaffen oder zumindest das androhen und ich bin mir sicher , dass würde weder Russland noch China gefallen und man würde endlich aktiv gegen NK vorgehen.

    Aber wenn eine Atommacht eine Nicht Atommacht mit Atomwaffen bedroht und vernichten will, dann haben alle Staaten der Welt sofort ein Recht auf Atomwaffen incl Deutschland, auch wenn mir das alles nicht gefällt.

    Aber erpressen nur weil man Atomwaffen hat , geht überhaupt nicht.

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