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Internationales Ranking Zu langsam, keine Strategie: Deutsche Eliten versagen im Corona-Jahr

In Singapur und der Schweiz schaffen die Eliten im internationalen Vergleich den größten Mehrwert. Deutschland fällt zurück – denn die Spitzenkräfte nutzen die guten Voraussetzungen nicht.
19.05.2021 - 08:00 Uhr 1 Kommentar
Ein Bosch-Robotiksystem namens „Smart Item Picking“ sortiert verschiedene Objekte in Boxen. Quelle: dpa
Deutsche Industrie: Nicht genügend Weitblick

Ein Bosch-Robotiksystem namens „Smart Item Picking“ sortiert verschiedene Objekte in Boxen.

(Foto: dpa)

Berlin. In der Krise zeigt sich Führungsstärke, heißt eine alte Managementregel. Gemessen daran kann die Elite der deutschen Wirtschaft und Politik mit ihrer Leistung im Corona-Jahr 2020 nicht zufrieden sein. Deutschland ist im internationalen „Elite Quality Index“ der Hochschule St. Gallen (HSG) vom dritten auf den 15. Platz abgestürzt. Sieger ist wie im Vorjahr Singapur, gefolgt von der Schweiz und Großbritannien.

Gemessen haben die Forscher in St. Gallen anhand von 107 Indikatoren, ob die Führungseliten mehr Wohlstand geschaffen oder ihren Ländern mehr Wohlstand entzogen haben. Untersucht wurden insgesamt 151 Nationen. Der Elitenqualitätsindex erscheint heute zum zweiten Mal. Die Ergebnisse liegen dem Handelsblatt exklusiv vor.

„Deutschland hat zwar gute politische Institutionen, die Führungselite schafft es jedoch nicht, daraus Kapital zu schlagen“, sagt Wirtschaftsprofessor Tomas Casas, der die Untersuchung geleitet hat. „Die deutschen Führungskräfte denken im Verglich zu ihren Konkurrenten nicht strategisch genug und handeln zu langsam.“

Der Impfstoffpionier Biontech sei dafür ein gutes Beispiel. Die deutsche Regierung habe zwar frühzeitig die Entwicklung des Corona-Vakzins gefördert, und die Pharmaforscher hätten einen hervorragenden Job gemacht.

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    „Aber die Führungskräfte waren nicht in der Lage, den Impfstoff in großen Mengen selbst herzustellen und zu verteilen“, kritisiert Casas. Biontech war dazu auf eine Kooperation mit dem US-Pharmariesen Pfizer angewiesen. Ein ähnliches strategisches Unvermögen der deutschen Eliten sei auch bei der Digitalisierung zu beobachten.

    Blick auf den Finanzdistrikt mit Banken und Bürohochhäusern in Singapur. Quelle: dpa
    Singapur: Die besten Eliten

    Blick auf den Finanzdistrikt mit Banken und Bürohochhäusern in Singapur.

    (Foto: dpa)

    Erben statt Selfmade-Milliardäre

    Casas führt das Manko weniger auf kulturelle Gründe zurück, sondern macht für die Führungsschwächen die schwerfällige Organisation deutscher Unternehmen und fehlendes Unternehmertum verantwortlich. „In den USA verdankt die Mehrzahl der Milliardäre ihren Reichtum der eigenen Arbeit. In Deutschland wird ein großer Teil des Wohlstands vererbt.“

    Im vergangenen Jahr lag Deutschland noch an der Spitze aller EU-Länder. Diesmal haben sowohl die Niederlande als auch die skandinavischen Länder die Nase vorn. Selbst Estland liegt drei Plätze vor den deutschen Spitzenkräften.

    Die Ergebnisse der Studie aus St. Gallen ähneln zum Teil dem „World Competitiveness Index“, der jedes Jahr vom World Economic Forum (WEF) erstellt wird und die Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Volkswirtschaften vergleicht.

    Auch dort landen Singapur und die Schweiz regelmäßig auf den Top-Plätzen. Die Forscher aus St. Gallen versuchen nun, den Beitrag guter Führung („good governance“) durch die Eliten für die wirtschaftliche Wettbewerbsstärke ihrer Länder zu messen, und hoffen, dass sie bald in der Lage sein werden, auch Prognosen über die erkennbaren Trends zu liefern.

    Mehr: Deutschland ist auf die wirtschaftliche Erneuerung nach der Pandemie schlecht vorbereitet

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    1 Kommentar zu "Internationales Ranking: Zu langsam, keine Strategie: Deutsche Eliten versagen im Corona-Jahr"

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    • Wer Biontech dafür kritisiert, für die Impfstoffproduktion mit Pfizer zusammen gegangen zu sein, hat nicht die leiseste Ahnung, was den Aufbau und das Hochfahren einer biotechnischen Produktion betrifft.

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