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Interner Bericht Blauhelme vermeiden Waffeneinsatz gegen Zivilisten

Blauhelme wollen laut einem UN-Bericht Gerichtsverfahren vermeiden und greifen daher gegen Zivilisten – selbst wenn sie bedroht werden – kaum zu ihren Waffen. Die Studie stößt auf Kritik.
17.05.2014 - 10:36 Uhr Kommentieren
Ein Blauhelm-Soldat aus Bangladesch besetzt einen Kontrollposten in der Provinz Bunia, im Osten Kongos: Seine Waffe wird er einem UN-Bericht zur Folge wohl kaum einsetzen. Quelle: dpa

Ein Blauhelm-Soldat aus Bangladesch besetzt einen Kontrollposten in der Provinz Bunia, im Osten Kongos: Seine Waffe wird er einem UN-Bericht zur Folge wohl kaum einsetzen.

(Foto: dpa)

New York Aus Furcht vor Gerichtsverfahren schrecken UN-Blauhelme laut einem internen Bericht der Vereinten Nationen vor dem Einsatz von Waffen zurück, selbst wenn dies zum Schutz von Zivilisten notwendig wäre. Nur in 20 Prozent von insgesamt 507 untersuchten Vorfällen, bei denen Zivilisten betroffen waren, habe es überhaupt eine Reaktion von den Friedenstruppen gegeben. „Und selbst dann wurde fast nie Gewalt eingesetzt, auch nicht als letztes Mittel“, hieß es in dem in dieser Woche veröffentlichten Bericht.

Das UN-Büro für interne Überprüfung (OIOS) hatte die Studie erstellt und einem Ausschuss der UN-Vollversammlung übergeben. Untersucht wurden zehn Blauhelm-Missionen, unter anderem im Kongo, im Südsudan und in Darfur. Es ging um Einsätze, für die der UN-Sicherheitsrat ein robustes Mandat erteilt hatte.

Als wichtigsten Grund für die Zurückhaltung wurde die Furcht der Soldaten genannt, wegen des Waffeneinsatzes vor den Internationalen Strafgerichtshof oder ein anderes Gericht gestellt zu werden. Weitere Gründe waren die Wahrnehmung, es gebe für einen Einsatz zu wenig Personal oder Ausrüstung.

Der Chef der UN-Friedenstruppen, Hervé Ladsous, übte Kritik an der Studie. Diese nehme „umfassende politische Lösungen“ nicht ausreichend in den Blick. Außerdem berücksichtige sie die Rolle der Länder zu wenig, in denen die Blauhelme eingesetzt würden.

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