Interview: Finnlands Außenminister: „Wir müssen die Ukraine jetzt mit allen Waffen unterstützen, die sie braucht“
Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine wird in Finnland jetzt über den Beitritt zur Nato diskutiert.
Foto: REUTERSBerlin. Grüne Außenpolitik sei zwar, bei massiven Menschenrechtsverletzungen zu intervenieren, sagt der finnische Außenminister Pekka Haavisto. Doch da dies im Falle der Ukraine nach Russlands Gräueltaten in Butscha eine Konfrontation der Nato mit Moskau bedeuten würde, müsse anders geholfen werden.
Jetzt gehe es darum, „die Ukraine bilateral stark mit allen Waffen zu versorgen, die sie für ihre Selbstverteidigung braucht“, forderte Haavisto. „Wir können nicht abseits stehen, wenn Menschenrechte verletzt werden.“
Der Grünen-Politiker aus Helsinki plädierte für einen Parlamentsentscheid über Finnlands Beitritt zur Nato. „Wenn es eine deutliche Mehrheit unter den Abgeordneten gibt, gehen wir schnell den nächsten Schritt. Und dann ist es an den Nato-Staaten, zu entscheiden über unsere Aufnahme“, fügte der Außenminister hinzu.
Lesen Sie hier das ganze Interview:
Herr Minister, was muss Europa konkret machen, um die Ukraine noch mehr zu unterstützen und Russland in die Schranken zu weisen?
Erst einmal müssen wir die Ukraine humanitär und militärisch unterstützen. Finnland und die nordischen Staaten haben jetzt erstmals tödliche Waffen geliefert. Das ist neu für Skandinavien und ein richtiger Schritt. Wir waren ja wie Deutschland immer zurückhaltend mit dem Export von Waffen in Kriegsgebiete. Und dann brauchen wir mehr politische Unterstützung in Form von mehr Sanktionen gegen Russland.