Interview mit Herbert Reul Warum die Abschaffung der Zeitumstellung für den NRW-Innenminister ein persönlicher Erfolg ist

NRW-Innenminister Herbert Reul setzt sich seit mehr als zehn Jahren für die Abschaffung der Zeitumstellung ein. Den Vorschlag sieht er als Symbol für die Handlungsfähigkeit der EU.
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Zeitumstellung: NRW-Innenminister Reul feiert persönlichen Erfolg Quelle: dpa
Herbert Reul

Seit gut einem Jahr ist Herbert Reul Innenminister im NRW-Kabinett von Armin Laschet.

(Foto: dpa)

Der CDU-Politiker Herbert Reul ist mittlerweile Innenminister in NRW. Zuvor war er 19 Jahre lang Landtags- und 13 Jahre lang Europaabgeordneter. Neben seinen Aufgaben als Innenpolitiker setzte er sich immer wieder vehement für die Abschaffung der Zeitumstellung ein. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich dieses Ziel nun auch gesetzt – und verkündete dies an Reuls Geburtstag.

Herr Reul, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Sie haben heute doppelten Grund zu feiern.
Das ist richtig. Ich setze mich seit 2005 für die Abschaffung der Zeitumstellung ein. Da habe ich jetzt schon Grund, mich zu freuen.

Warum war Ihnen das wichtig?
Am wichtigsten ist, dass der Fall zeigt, dass man in der Politik etwas bewegen kann. Mein ganzes Engagement zu diesem Thema geht auf den Brief einer Bürgerin zurück. Diesen Brief habe ich damals an die EU-Kommission weitergeleitet und es kam zuerst nur das zurück, was man erwarten musste.

Ein vorgefertigtes Standardschreiben?
Genau. Dass man das schon immer so gemacht habe und so weiter. Da fühlte ich mich herausgefordert und habe weitergebohrt. Ich habe mich bei Experten informiert, das Thema ins Europaparlament eingebracht, Arbeitsgruppen gegründet, den CDU-Parteitag überzeugt. Der Druck wurde immer größer. Ich habe das nie mit Vollgas betrieben, damit niemand denkt, dass ich keine anderen Themen habe. Aber es hat mir mehr und mehr Spaß gemacht.

Viele Ihrer Kollegen sagen tatsächlich, dass die Politik sich nicht mit solchen Nebensächlichkeiten beschäftigen sollte. Sie sind anderer Auffassung.
Es gibt dafür mehrere Gründe. Erstens die fachlichen: Die Zeitumstellung kostet Geld, sie führt zu vermehrten Unfällen und verursacht bei vielen Bürgern gesundheitliche Probleme. Zweitens gibt es einen methodischen Grund: Die Zeitumstellung wurde in der guten Absicht eingeführt, Energie zu sparen.

Dass dieses Ziel nicht erreicht wurde, war nach wenigen Jahren klar. Und wenn die Politik einen Fehler erkennt, dann sollte sie dazu stehen. Ich wette, es gibt hunderte kleiner Entscheidungen, die man eigentlich zurückdrehen müsste. Dass wir das nun tun, ist ein gutes Signal vor der Europawahl.

Sie versprechen sich davon einen positiven Effekt für die EVP, der sowohl Sie als auch Juncker angehören?
Nein, ich meine das gar nicht parteipolitisch. Es geht um das Vertrauen dahingehend, dass die EU überhaupt sinnvolle Entscheidungen treffen kann.

Juncker will nun dauerhaft auf Sommerzeit umstellen. Dabei gilt die Winterzeit als die eigentlich korrekte Zeit.
So hat es die Mehrheit der Teilnehmer in der Umfrage der EU gewünscht. Ich habe dazu eine andere Meinung. Aber das steht gerade nicht im Vordergrund.
Herr Reul, vielen Dank für das Gespräch.

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