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Interview mit Präsident Lula Wie Brasilien um deutsche Investoren wirbt

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Es sieht aber so aus, als würde sich der Kontinent gerade politisch aufspalten.

Viele sind besorgt über Evo Morales aus Bolivien oder Rafael Correa aus Ecuador, weil sie sich manchmal mit Brasilien streiten. Ich halte das für normal. Es sind Männer mit einer linken Tradition, die sozial denken. Sie fordern von den reicheren Ländern in der Region mehr ein. Das ist doch überall so. Falsch wäre es, wenn Brasilien die Konfrontation suchen würde. Wir müssen uns solidarisch verhalten und helfen, dass diese Länder wachsen können. Dann kann auch Brasilien wachsen. Wenn wir uns streiten, dann wachsen weder die noch wir.

In Südamerika steigen aber die Rüstungsausgaben massiv. Gibt es Kriegsgefahr?

Es gibt nicht die geringsten Voraussetzungen für einen Krieg, der über einen verbalen Krieg hinausgeht. Bei Treffen mit den Präsidentenkollegen betone ich immer wieder, dass es nur eine Möglichkeit gibt, um zu wachsen und die Lebensgrundlagen unserer Völker zu verbessern: wenn wir in Frieden leben, Jobs schaffen und Einkommen verteilen. Ich treffe mich bewusst oft im größeren Kreis oder individuell mit meinen Kollegen, um ein freundschaftliches Klima aufrechtzuerhalten. Deswegen haben wir heute in Südamerika auch gute, respektvolle Beziehungen untereinander.

Die Milliarden, die in Venezuela, Brasilien, Kolumbien in Rüstung gesteckt werden, stellen die kein Risiko dar?

Wir investieren in Rüstung, weil unsere Streitkräfte faktisch nicht mehr existierten. Die können ihre Aufgaben nicht erfüllen, weil ihnen das Gerät fehlt. Wir haben den Amazonas, um den wir uns kümmern müssen, unsere Meeresküste und eine 16 000 Kilometer lange Landesgrenze.

Sie haben Brasilien stabilisiert und am sozialen Ausgleich gearbeitet. Was wird die Hauptaufgabe Ihres Nachfolgers?

Wer nach mir antritt, übernimmt eine große Zahl laufender Infrastrukturprojekte und findet noch viele weitere Investitionsvorhaben in der Pipeline vor. Außerdem haben wir mit den großen Öl-Tiefseevorkommen ein ganz neues Thema in Brasilien. Die Ölvorkommen werden ab 2020 voll genutzt werden. Die Brasilianer, die das erleben, werden sich in einem anderen Land wiederfinden.

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