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Interview mit Präsident Lula Wie Brasilien um deutsche Investoren wirbt

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Die meisten Staaten mit großen Ölvorkommen haben gewaltige Einkommensgegensätze, kaum Industrie und eine schwache Demokratie.

Gerade um das zu vermeiden, haben wir jetzt dem Kongress Vorschläge für eine Änderung der Aussagen unserer Verfassung zum Ölsektor vorgelegt: Wir wollen vermeiden, dass wir unsere Industrie zerstören und die Armut nicht in den Griff bekommen. Unser Ziel ist es, eine große Ölindustrie in Brasilien aufzubauen – von Werften bis zur Petrochemie – und einen Teil des Geldes in Innovation und Technik zu stecken, weil das die Zukunft Brasiliens garantieren wird.

Warum wird der Zugang privater Unternehmen zum Ölsektor beschränkt?

Der Privatsektor wird mehr daran beteiligt als in jedem anderen Land der Welt, welches große Ölvorkommen entdeckt hat.

Die privaten Beteiligungen werden allerdings weniger als bisher.

Ja, bei den neuen Investitionen ist das der Fall. Aber in der Ölbranche ist das so üblich. Ich habe nicht einen Unternehmer getroffen, der sich beschwert hat. Wir haben knapp 30 Prozent der Tiefseevorkommen als Konzessionen an Private versteigert, und daran werden wir auch nichts ändern – das gibt es sonst nirgends weltweit.

Aber das private Kapital war doch entscheidend, dass brasilianische Unternehmen wie Petrobras, Embraer oder Vale zu Weltkonzernen werden konnten.

Wir haben in Brasilien gelernt, mit privaten Unternehmen zusammenzuarbeiten und deren Rechte zu respektieren. Aber ich glaube wir machen es richtig so, indem wir den privaten Unternehmen die Möglichkeit geben, Geld zu verdienen, aber gleichzeitig garantieren, dass der brasilianische Staat diesen Reichtum für seine Bürger nutzt.

Hat die G20 der alten G8 der Industrieländer bereits den Rang abgelaufen?

Die G20 ist das richtige Forum, um Krisen zu bewältigen, aber auch, um eine neue Weltordnung zu diskutieren. Es gibt keinen Grund mehr, an der G8 festzuhalten. Sie ist so etwas wie ein Freundesklub, der sich manchmal trifft, aber nicht mehr die Macht hat wie vor 30 Jahren. Heute sind Treffen ohne China, Indien, Brasilien Russland, ohne Afrika, ohne Mexiko sinnlos. Je mehr Teilnehmer die Probleme diskutieren, umso eher wird ein Kompromiss gefunden werden, zu dem sich alle verpflichtet fühlen.

Brexit 2019
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