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Interview mit Präsident Lula Wie Brasilien um deutsche Investoren wirbt

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Bei der Welthandelsrunde hat die Vielzahl der Teilnehmer eine Einigung verhindert.

Wir standen ganz knapp vor einer Einigung. Sie ist gescheitert, weil in Indien und den USA Wahlen anstanden. Sechs Jahre habe ich meine Präsidentenkollegen aufgefordert: Wir sollten uns selbst an den Verhandlungstisch setzen und verhandeln. Denn wir haben die Stimmen. Wir bekommen auf der Straße den Applaus oder die Beschimpfungen ab. Die Verhandlungsführer dagegen kennt niemand. Die haben auch nicht die politische Sensibilität der Präsidenten. Aber das haben sie in der G8 nie diskutieren wollen.

Wie wird Brasilien bei der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen auftreten?

Wir arbeiten an einem Vorschlag. Ich würde gerne Anfang Oktober andere Länder aufsuchen, Deutschland, die USA, um zu sehen, ob wir nicht eine gemeinsame Position aufbauen können, auch wenn wir anderer Meinung sind als die reichen Länder. Wir sind bereit, feste Ziele zu diskutieren. Diese Ziele müssen aber in einem Verhältnis stehen zum Anteil, den jedes Land an der weltweiten Emission zu verantworten hat.

Wird es in Kopenhagen eine Einigung geben?

Es bewegt sich derzeit eine ganze Menge in der Klimadebatte. Ich glaube, in Kopenhagen werden wir einen guten Abschluss hinbekommen. Ich hoffe aber nur, dass Staaten wie die USA, die bisher noch nicht einmal das Kyoto-Abkommen unterzeichnet haben, sich dann auch an den Kompromiss halten werden.

Ausdauer

Vier Anläufe brauchte Luiz Inácio Lula da Silva, bevor er 2002 zum Präsidenten Brasiliens gewählt wurde. Inmitten einer schweren Finanzkrise übernahm der ehemalige Gewerkschafter und Gründer der Arbeiterpartei Brasiliens vor sieben Jahren die Führung des fünftgrößten Staates weltweit.

In seinen zwei Amtszeiten stabilisierte er die Wirtschaft überraschend schnell. Brasilien ist eines der wenigen Länder, die die jetzige Weltwirtschaftskrise ohne große Schäden überstanden haben. Auch weltpolitisch hat Brasilien unter Lula an Gewicht gewonnen – beim Handel, der Klimadiskussion, in der Uno sowie in der G20, der Führungsgruppe von Ländern in der Weltpolitik.

Nur zwei Amtszeiten

Dem ehemaligen Schlosser Lula ist es in seiner Amtszeit gelungen, mit Sozialhilfeprogrammen für die Armen erstmals die hohe Einkommenskonzentration unter den 195 Millionen Brasilianern zu verringern.

Trotz seiner großen Beliebtheit wird der 62-Jährige 2011 sein Amt an einen Nachfolger abtreten – die Verfassung verhindert ein drittes Mandat in Folge. Und anders als seine Amtskollegen in anderen südamerikanischen Ländern denkt Lula nicht daran, deshalb die Verfassung zu ändern.

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