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Irak Al-Maliki ruft zum Kampf gegen den Terror auf

Bislang wirkte der irakische Regierungschef Al-Maliki eher hilflos im Kampf gegen die Islamistenmiliz Isis. Nun wendet er sich ans Volk. In Bagdad herrscht angesichts der nahenden Gotteskrieger höchste Alarmbereitschaft.
14.06.2014 - 17:11 Uhr Kommentieren
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat angesichts des Vormarschs der Islamistengruppe Isis zum Widerstand aufgerufen: „Wir gehören zu einem Land und einer Religion“, erklärte er in einer Fernsehansprache. Quelle: dpa

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat angesichts des Vormarschs der Islamistengruppe Isis zum Widerstand aufgerufen: „Wir gehören zu einem Land und einer Religion“, erklärte er in einer Fernsehansprache.

(Foto: dpa)

Bagdad Nach dem rasanten Vormarsch der Islamistengruppe Isis im Irak hat Ministerpräsident Nuri al-Maliki Sunniten und Schiiten zum gemeinsamen Kampf gegen den Terror aufgerufen. „Wir gehören zu einem Land und einer Religion“, appellierte er am Samstag in einer Fernsehansprache an seine Landsleute. Nach einem Aufruf des irakischen Großajatollahs Ali al-Sistani an seine schiitischen Glaubensbrüder meldeten sich Tausende Iraker in Rekrutierungszentren, wie Medien am Samstag meldeten.

Zuletzt hieß es in Bagdad, einige Städte seien von den Extremisten zurückerobert worden. Experten warnten vor einem religiös motivierten Krieg in dem zerrissenen Land.

Sunnitische Terrorgruppen wie der Islamische Staat im Irak und in Syrien (Isis) kämpfen gegen Schiiten, die sie als „Abweichler“ von der wahren Lehre des Islams ansehen. Im Irak fühlen sich viele Sunniten seit Jahren von der schiitisch dominierten Regierung in Bagdad diskriminiert. Deswegen fiel der Terrormiliz der Vormarsch zunächst leicht. Als eine Symbolfigur im Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten gilt der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki. Er wirkte angesichts des Sturms der Islamisten bislang eher hilflos, viele seiner Soldaten suchten das Weite.

„Hört nicht auf die, die über Sunniten und Schiiten reden“, sagte Al-Maliki in der zentralirakischen Stadt Samarra, die offensichtlich aus der Gewalt von Isis-Kämpfern zurückerobert wurde. „Von Samarra aus beginnen wir die Schlacht, um den Terrorismus zu besiegen.“

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    Isis rückt seit Anfang der Woche auf Bagdad vor und brachte mehrere Städte unter ihre Kontrolle, darunter die nördliche Millionenmetropole Mossul. Hunderttausende Iraker sind allein dort auf der Flucht. Insgesamt sind es nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen etwa eine Million. Aus verschiedenen Richtungen wollen Isis-Kämpfer nun Bagdad umzingeln und in die Stadt einrücken.

    Ziel der Terrortruppe ist ein sunnitischer Gottesstaat vom östlichen Mittelmeer bis zum Persischen Golf. Nach UN-Angaben wurden bei Kämpfen in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Zivilisten getötet und etwa 1000 verletzt. Berichte über Massenhinrichtungen durch Isis-Extremisten lösten international Entsetzen aus.

    In Bagdad wurden die Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Augenzeugen berichteten, Polizei und Militär patrouillierten in den Straßen. Kontrollposten würden aufgebaut.

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