Irak Nach den Flugzeugen kommen die Soldaten

US-Präsident Obama überlegt, ob er Bodentruppen schickt. Bundesaußenminister Steinmeier schließt Waffen aus Deutschlands nicht mehr aus und der UN-Sicherheitsrat drängt auf eine schnelle Regierungsbildung im Irak.
Update: 14.08.2014 - 02:05 Uhr 12 Kommentare

USA weiten Militäreinsatz aus

WashingtonDie USA erwägen einen Militäreinsatz, um Tausende jesidische Flüchtlinge im Irak vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu retten. Im Gespräch seien ein Lufteinsatz und eine Rettungsaktion mit Bodentruppen, sagte Präsident Barack Obamas Sicherheitsberater Ben Rhodes dem Sender Fox News. Letzteres würde bedeuten, dass US-Soldaten in direkte Kampfhandlungen mit Extremisten verwickelt werden könnten. „Wir müssen herausfinden, wie wir diese Bevölkerung an einen sicheren Ort bewegen und ihnen humanitäre Hilfe bringen können“, sagte Rhodes.

Der riskante Vorschlag werde aber noch entwickelt und sei noch nicht von Obama genehmigt worden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch online. Das Blatt berief sich dabei auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung.

Derweil teilten die Militärs in Tampa (Florida) mit, dass Drohnen-Luftangriffe gegen die sunnitische Miliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak fortgesetzt werden. Eine Kampfdrohne habe am Mittwochabend (Ortszeit) einen mit Waffen ausgerüsteten Lastwagen westlich des Sindschar-Gebirges angegriffen und zerstört. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die US-Luftangriffe hätten den Vormarsch der Miliz Islamischer Staat (IS) zwar verlangsamt, aber bisher nicht gestoppt, hieß es kürzlich dazu vom Pentagon. Die USA fliegen seit vergangenen Freitag wieder Angriffe im Irak.

Am Dienstag waren bereits 130 weitere US-Soldaten in Erbil im Norden des Landes eingetroffen. Sie sollen feststellen, welche weiteren Schritte beim humanitären Einsatz zum Schutz der Jesiden unternommen werden können. Mit der Entsendung stieg die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten auf fast 1000.

Pentagonsprecher John Kirby bestätigte die Pläne zunächst nicht. „Es ist kein Rettungseinsatz in Arbeit“, sagte Kirby gegenüber CNN. Die Lage im Sindschar-Gebirge, wohin sich Zehntausende Jesiden und Christen vor IS-Extremisten geflüchtet haben, sei aber sehr komplex. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ suche man in Washington nach anderen Möglichkeiten, um den Menschen zu helfen. Die vor knapp einer Woche begonnenen Hilfslieferungen von Wasser und Lebensmitteln seien auf Dauer keine Lösung, hieß es.

Merkel verteidigt Unterstützung
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Irak - Nach den Flugzeugen kommen die Soldaten

12 Kommentare zu "Irak: Nach den Flugzeugen kommen die Soldaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da sind sie wieder vereint fuer den Weltfrieden tätig. Unsere hochgelobten Friedensnobelpreisträger. Obama und die EU-Wertegemeinschaft. Bereit für alte und neue Konflikte alles zu geben. .... Man sollte den Friedensnobelpreis abschaffen

  • @Frau Margrit Steer

    ...und dadurch wird er zu einer großen Gefahr

    nein - deshalb ist er eine große Gefahr! Denn wo uch immer er zündelt - sterben müssen andere...

  • Obama ist ein Blender, immer mehr kommt das jetzt raus.
    Überall zettelt er was an und bringst nichts zu Ende.
    Die Ukraine geht Obama gar nichts an, so frech war noch ein US-Präsident.
    In der Ukraine haben er, die EU und Merkel gezündelt, nicht Putin. Der Krieg, der heute dort herrscht, haben die zu verantworten
    Im Irak hat er viel zu früh sämtliche Soldaten abgezogen. Dass das Land heute derart unstabil ist, hat Obama zu verantworten
    Der schlechteste Präsident den die USA je hatten und dadurch wird er zu einer großen Gefahr

  • Der Zahlmeiter
    ich glaube nicht, dass der in Russland Asyl bekomme würde

  • @ Frau Annette Bollmohr

    Ja, wen kann ich da meinen. Ich weiß es nicht. Die Konflikte bestehen bereits sehr lange Zeit, manche, unter ihnen einige Historiker und nicht weniger viele Theologen oder Philosophen, meinen, dass der Krieg soetwas ist, dass dem Menschen indie Wiege gelegt wurde. Meine Antwort auf ihre Frage könnte eigentlich recht einfach sein: alle sollen wieder Gespräche führen ( und das nicht nur um Blutvergießen zu vermeiden).

    Angesichts der dramatischen Entwicklungen in Europa, Eurasien und Asien sollten erst eunmal nur diejenigen miteinander ins Gespräch finden, die kurz davor stehen, Krieg miteinander zu führen.

    Wir hätten das globale Wirtschaftssystem auch kollabieren lassen können. Das hätte auch zur Verarmung der Welt geführt. Allerdings wären dann keine Kugeln verschossen worden. Ob China, Russland, Israel oder der Sudan, ganz gleich wo auf der Welt wären die Menschen damit beschäftigt gewesen, ihre Wirtschaftssysteme neu zu beschreiben.

    Wie dem auch sei. Ein Gespräch mit dem Ziel Frieden zu schaffen gerade zwischen Russland und den USA oder China und Japan ist das, was fehlt. Die sind es, die ich mit "man" meine.

  • @Herr Andreas Glöckner:

    Zustimmung (und das bestimmt nicht nur von meiner Seite), sowohl was die Bevorzugung des Friedens gegenüber dem Krieg als auch die Befürchtung weiterer Schwierigkeiten angeht.

    Aber jetzt zu Ihrem letzten Absatz ("Es sei denn natürlich, die Ansprüche werden abgebaut und man führt wieder Gespräche."):

    Wen genau meinen Sie eigentlich mit dem Wörtchen "man"??!

  • @ Herr Der Zahlmeister

    Das habe ich mit dem letzten Satz angedeutet. Ich ziehe den Frieden dem Krieg vor. Aber irgendwie sieht es so aus, als ob da noch weitere Schwierigkeiten warten.

    Weltwirtschaftswachstum und Globalisierung auf der Grundlage eines Welthandels ist mir lieber als eine Globalisierung auf der Grundlage von Kriegen, die in Annektionen münden. Das Aufstreben der Staaten wie Russland und China ist auf der Grundlage von Wirtschaftswachstum erfolgt. Nun haben diese Staaten ihren Aufstieg erlebt und machen das, was sie in den Zeiten, in denen sie verarmt waren am liebsten gemacht hätten: Krieg führen. Für diese Staaten hat sich das Warten gelohnt.

    Wir, die an den Frieden auf der Grundlage des Austauschs von Innovationen geglaubt haben, müssen nun eine Enttäuschung verkraften. Es sei denn natürlich, die Ansprüche werden abgebaut und man führt wieder Gespräche.

    Das will ich damit sagen.

  • Nach und nach werden neue Konfliktfelder abgesteckt.

    Ob Syrien, Israel oder Irak, alle drei sind Länder im nahen Osten. (Eurasien)

    Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland ist noch nicht beendet (Europa).

    Sowohl China als auch Russland haben Gebietsansprüche gegen Japan er hoben (Asien).

    Es fehlen noch Afrika und Südamerika. Hoffentlich bleibt es wenigsten dort ruhig.

  • "Aber irgendwie ist er auch arm dran, ..."

    Richtig.

    Unter der Verantwortung kann eigentlich jeder normale Mensch, dessen Antrieb nicht einzig und allein Machtgelüste, sondern so etwas wie Idealismus und Verantwortungsgefühl sind, heulend zusammenbrechen.

    Die ganze Verantwortung auf eine einzelne Person abzuwälzen, ist gerade in der heutigen Zeit sowieso eine Unverschämtheit.




    Jedenfalls wünsche ich jedem Menschen viel Glück und Erfolg, der es gut mit seinen Mitmenschen meint!

  • @P.P.

    Es ist langsam albern, Obamas Versagen immer seinen Vorgängern in die Schuhe zu schieben. Obama ist genau wie Bush eine Marionette der wirklich Mächtigen, die die Fäden im Hintergrund ziehen.
    Wobei Bush zumindest ein Teil einer solchen Familie ist.
    Vielleicht sollte Obama sich endlich mal zur Wahrheit bekennen und auspacken zu all dem Dreck, den er im Auftrag erledigen muss.
    Er würde das zwar nicht lange überleben, aber wenigstens hätte er ein saubereres Gewissen....

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%