Irak US-Geheimdienste sahen Isis-Offensive nicht kommen

Die US-Geheimdienste wussten offenbar nichts von einer bevorstehenden Großoffensive der Isis-Kämpfer im Irak. Nun sollen Informationen über die Lage vor Ort beschafft und der Vormarsch der Extremisten gestoppt werden.
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Die Isis-Kämpfer veröffentlichen über Twitter zahlreiche Fotos von angeblichen Massenhinrichtungen. Die US-Geheimdienste wussten offenbar von der bevorstehenden Großoffensive nichts. Quelle: dpa - picture-alliance

Die Isis-Kämpfer veröffentlichen über Twitter zahlreiche Fotos von angeblichen Massenhinrichtungen. Die US-Geheimdienste wussten offenbar von der bevorstehenden Großoffensive nichts.

(Foto: dpa - picture-alliance)

WashingtonDie CIA und andere US-Geheimdienste beobachten die sunnitisch-fundamentalistischen Kämpfer der Terrorgruppe Isis schon seit Jahren. Sie verfolgten, wie die Gruppe im Chaos des syrischen Bürgerkriegs immer mächtiger wurde und auch die schiitisch dominierte irakische Regierung herausforderte.

Und doch wurden die Geheimdienste vom Überfall auf Mossul und andere Städte im Nordirak überrascht. Nun bemühen sich die Agenten, ihre Wissenslücken möglichst rasch zu schließen, um den Vormarsch der Extremisten zu stoppen.

Angesichts der unklaren Geheimdienstinformationen will offenbar auch US-Präsident Barack Obama vorerst keine Luftangriffe auf Isis anordnen. Aus Regierungskreisen heißt es, für solche Angriffe kämen im Moment nur wenige Ziele infrage. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen und der Präsident könne durchaus noch Luftangriffe befehlen, sollten sich geeignete Ziele ergeben.

Für die USA ist die Informationsbeschaffung im Nahen Osten schwieriger geworden: Der Abzug der amerikanischen Truppen 2011 aus dem Irak und der Bürgerkrieg in Syrien haben weite Teile beider Länder für US-Agenten unzugänglich gemacht.

Um die Schlüsselfiguren der Isis zu beobachten, durchforsten die Geheimdienstanalysten nun Daten aus Jordanien, Saudi-Arabien, der Türkei und anderen Partnerländern. Außerdem setzen sie auf ihre eigenen verbliebenen Quellen vor Ort, auf Satellitenbilder, Drohnen und abgehörte Kommunikation.

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