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Iran Ahmadinedschad führt bei Wahl im Iran

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Vor der Wahl wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Amtsinhaber Ahmadinedschad mit dem reformorientierten früheren Ministerpräsident Mir Hussein Mussawi erwartet. Mussawi steht für einen Neuanfang nicht zuletzt im schlechten Verhältnis zu den USA. Im Wahlkampf war mehrmals Mussawis Ehefrau öffentlich aufgetreten. Damit hatte er im streng islamischen Iran vor allem bei den reformorientierten Frauen gepunktet. Ergebnisse wurden am Samstag erwartet. Falls keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, müssen die beiden Erstplatzierten am Freitag in einer Woche zu einer Stichwahl antreten.

Hitzige Fernsehdebatten

Ein polarisierender Wahlkampf mit teils hitzig geführten Fernsehdebatten hatte zu einer großen Mobilisierung der Wähler geführt. Insgesamt traten vier Kandidaten an. Die anderen beiden Bewerber waren der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karrubi sowie Mohsen Rezai, ein Ahmadinedschad-Kritiker aus dem konservativen Lager.

In vielen Wahllokalen gingen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA schon am Mittag die Stimmzettel aus. In kleineren Dörfern gaben nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars bis zu 90 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab. „Wir hatten nicht einmal eine Minute um Tee zu trinken“, berichtete ein Wahlhelfer in Teheran.

Herausforderer Mussawi warf der Regierung in einer Pressekonferenz kurz vor Schließung der Wahllokale Wahlbetrug vor. Schon zuvor hatte er beklagt, dass der Mobilfunkverkehr nicht funktionierte. Vor allem seine zahlreichen Anhänger aus jüngeren Wählerschichten hatten sich über Textnachrichten verständigt. Auch seien seinen Mitarbeitern Kontrollen der Wahlbüros verwehrt worden seien, sagte der Kandidat. Das Kommunikationsministerium räumte technische Probleme ein. Mussawi kündigte an, er werde - wie auch seine Gegenkandidaten - nicht schlafen, bis das Wahlergebnis feststehe.

Nach Einschätzung von Beobachtern waren durch den direkten verbalen Schlagabtausch zwischen den Hauptkonkurrenten und ihren Anhängern in der letzten Woche des Wahlkampfes vor allem junge Menschen mobilisiert worden. Die Nachrichtenagentur ILNA berichtete. auch viele bisherige Nichtwähler hätten ihre Stimme abgegeben. In iranischen Personalausweisen wird jede Stimmabgabe registriert. Im Wahlkampf hatten die reformorientierten Kräfte Ahmadinedschad vorgeworfen, das Land durch seine kompromisslose Linie international isoliert und die Wirtschaft ruiniert zu haben.

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