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Iran Ahmadinedschad trumpft auf

In Teheran zeigt das Regime der Ajatollahs erste Risse - doch Mahmud Ahmadinedschad ficht das nicht an. Der neue - und nach dem Willen der mutmaßlichen Wahlfälscher auch neue - Präsident ist mitten im iranischen Aufruhr zu einem regionalen Staatengipfel ins russische Jekaterinburg gereist, um dort dem Westen die Leviten zu lesen.
Triumphierendes Lächeln: Mahmud Ahmadinedschad (li.) bei der Begrüßung in Jekaterinburg durch den russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew. Quelle: ap

Triumphierendes Lächeln: Mahmud Ahmadinedschad (li.) bei der Begrüßung in Jekaterinburg durch den russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew.

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. "Es ist vollkommen klar, dass die Ära der Weltmächte vorbei ist und nie wiederkommen wird", doziert Ahmadinedschad mit einem spöttischen Lächeln. "Die kapitalistische Ordnung zieht sich zurück." Die USA seien "überwältigt von einer politischen und wirtschaftlichen Krise", sagt der Iraner - die Demonstrationen Hunderttausender daheim übergeht er locker.

Ahmadinedschad nahm am Gipfel der sogenannten Schanghai-Gruppe teil, zu der neben Russland China und die zentralasiatischen Staaten gehören. Die Staatschefs Irans, Indiens, Pakistans und der Mongolei haben Beobachterstatus. Alles Staaten, die Irans Regime mit Misstrauen beäugen, aber wirtschaftlich und politisch so tief verstrickt sind, dass Ahmadinedschad offene Kritik in Jekaterinburg nicht fürchten muss.

Beispiel Russland: Zunächst hatte der Kreml noch mitteilen lassen, der Terminkalender von Präsident Dmitrij Medwedjew lasse kein Treffen mit dem iranischen Kollegen zu. Doch dann trafen die beiden doch kurz und geschäftsmäßig zusammen. Die zwei Präsidenten hätten sich auf eine weitere Kooperation besonders in der Wirtschaft und im humanitären Bereich verständigt, sagte Medwedjews Sprecherin.

Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder, wie Medwedjew seinen Gast herzlich mit Handschlag begrüßte. Neben China gilt Russland als größtes Hindernis für das Bestreben der USA und der EU, Iran mit harten Sanktionen vom Bau einer Atombombe abzubringen. Zudem bauen russische Firmen das erste iranische Atomkraftwerk in Buschehr, das 2010 ans Netz gehen soll. Nur die von Teheran gewünschte Lieferung von russischen Raketenabwehrsystemen lehnt Moskau ab. Auch von Chinas Staatschef Hu Jinatao kommt kein Widerspruch. Immerhin ist die Wirtschaft seines Landes in Iran gut im Geschäft - in den Branchen Energie, Telekom und Autos.

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