Iran Angriff auf Militärparade fordert mehrere Tote

Bei einem Anschlag auf eine Militärparade im Südwesten des Iran hat es mehrere Tote und Verletzte gegeben. Mehrere Gruppen haben sich zu der Tat bekannt.
Update: 22.09.2018 - 12:01 Uhr Kommentieren
Bei den Schüssen auf eine Militärparade im Südwestiran hat es nach inoffiziellen Angaben mindestens acht Tote gegeben. Quelle: dpa
Anschlag in Ahvas

Bei den Schüssen auf eine Militärparade im Südwestiran hat es nach inoffiziellen Angaben mindestens acht Tote gegeben.

(Foto: dpa)

DubaiBei einem Anschlag auf eine Militärparade der Revolutionsgarde in der iranischen Stadt Ahwas sind am Samstag nach offiziellen Angaben 25 Menschen getötet worden. Von einem Park aus schossen die Täter auf eine Gruppe von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden, wie die Nachrichtenagentur Tasnim mitteilte

Der Anschlag ist der schwerste dieser Art im Iran in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2017 hatten IS-Anhänger in der Hauptstadt Teheran das iranische Parlament und das Mausoleum des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini angegriffen. Damals kamen 18 Menschen ums Leben.

Nach Angaben der staatlichen Agentur IRNA sind beim Anschlag in Ahwas nicht nur Soldaten unter den Opfern, sondern auch Zivilisten, unter ihnen Kinder. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schweben noch in Lebensgefahr.

Bei den Tätern handelt es sich nach Angaben der Revolutionsgarden um vier Mitglieder einer sunnitischen Separatistengruppe namens „Al-Ahwasieh“. Die Gruppe hat mittlerweile die Verantwortung für den Angriff übernommen. Der Anschlag sei von Mitgliedern der Organisation der Arabischen Kampfbewegung für die Befreiung von Ahwas ausgeführt worden, sagte deren Sprecher Jacub Hor al-Tostari. Damit untergrabe man die iranische Regierung an einem Tag, an dem sie der Welt ihre Macht und ihre Kontrolle habe demonstrieren wollen.

Der IS hatte den Anschlag in Ahwas zuvor über sein Sprachrohr Amak für sich reklamiert, aber keine Beweise vorgelegt. Nach herben Rückschlägen im Irak und Syrien hatte er zuletzt eine Reihe falscher Behauptungen aufgestellt.

Al-Tostari wies die Darstellung des IS zurück. Er sagte, seine Kampfbewegung sei eine Dachorganisation und wolle, dass Ahwas ein eigenständiges Land wird. Auch iranische Regierungsbeamte hatten den Verdacht geäußert, hinter dem Attentat steckten Separatisten.

Über das Schicksal der vier Schützen gibt es unterschiedliche Berichte. Zunächst hieß es, zwei seien erschossen und zwei verhaftet worden. Das Staatsfernsehen berichtet nun, dass alle vier getötet worden seien.

Außenminister Mohamed Dschawad Sarif verurteilte den Angriff in Ahwas und drohte mit Konsequenzen. „Terroristen, die von einem ausländischen Regime rekrutiert, ausgebildet, bewaffnet und bezahlt wurden, haben Ahwas angegriffen“, schrieb Sarif auf Twitter. Ohne Saudi-Arabien beim Namen zu nennen, machte er die „Terror-Sponsoren in der Region und ihre amerikanischen Herren“ für den Angriff verantwortlich und drohte mit „einer umgehenden und konsequenten Reaktion“ des Irans.

  • dpa
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