Iran Gespräche über Atomprogramm unterbrochen

Die Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm sind an einem entscheidenden Punkt angelangt – und nun erst einmal unterbrochen. Dabei sind noch zwei kritische Fragen offen.
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„Wir sind an einen entscheidenden Punkt angelangt“, erklärte der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif (l.), hier im Gespräch mit John Kerry. Quelle: dpa
Atomgespräche in der Schweiz

„Wir sind an einen entscheidenden Punkt angelangt“, erklärte der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif (l.), hier im Gespräch mit John Kerry.

(Foto: dpa)

LausanneDie Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm sind trotz der von beiden Seiten angestrebten Einigung ins Stocken geraten. Nach sechs Verhandlungstagen im Schweizer Lausanne wurden die Gespräche am Freitag unterbrochen. Ungeachtet guter Fortschritte gebe es noch kritische Punkte, sagte US-Außenminister John Kerry. US-Präsident Barack Obama rief dazu auf, die historische Chance für eine Einigung nicht zu verpassen. „Wir sind an einen entscheidenden Punkt angelangt“, erklärte auch der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif.

Nach iranischen Angaben sollen die Verhandlungen mit Vertretern westlicher Staaten sowie Russlands und Chinas kommenden Mittwoch fortgesetzt werden. Westliche Verhandlungsteilnehmer sprachen nur unbestimmt von der kommenden Woche. Nach jahrelangen schwierigen Verhandlungen war von beiden Seiten die Erwartung genährt worden, in Lausanne stehe man kurz vor einer Einigung.

In dem Streit geht es um den Vorwurf, der Iran entwickele Atomwaffen. Die islamische Republik bestreitet und erklärt, atomare Techniken nur für zivile Zwecke zu erforschen. Allerdings lässt der Iran bislang Kontrollen seiner Atomanlagen nicht zu, um diese Angaben zu überprüfen. Die sogenannte Sechser-Gruppe aus den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben deswegen Sanktionen beschlossen, die die iranische Wirtschaft empfindlich getroffen haben.

„Es gibt ein oder zwei kritische Fragen und in anderen Fragen sind noch Details zu klären“, sagte der iranische Außenminister. Nach Angaben von Vertretern westlicher Staaten stellt nach wie vor die iranische Weigerung, Einschränkungen bei der Entwicklung von Hochleistungszentrifugen zu akzeptieren, den größten Stolperstein dar. Diese Maschinen dienen unter anderem der Anreicherung von Uran. Angereichertes Uran ist der Grundstoff von Atombomben.

„Ich denke, dass unsere Nationen eine historische Möglichkeit haben, diese Frage friedlich zu lösen - eine Möglichkeit, die wir nicht verpassen sollten“, sagte US-Präsident Obama in einer Botschaft an das iranische Volk. „Dieser Moment kommt womöglich nicht so bald wieder.“ Die iranische Führung habe die Wahl zwischen weiterer Isolation und den Sanktionen oder einem Weg hin zu mehr Handel und Investitionen. In Brüssel pochte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ein „glaubwürdiges“ Abkommen. Zugleich benannte sie als Ziel einer Einigung, die Gefahr einer nuklearen Bewaffnung des Iran einzudämmen. Kritiker des Iran, allen voran Israel, fordert allerdings, ein Abkommen müsse die Möglichkeit eines nuklearen Irans verhindern.

Unklar war am Freitag zunächst, ob sich die Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands am Wochenende treffen würden, um den Verhandlungsstand zu erörtern. In Berlin erklärte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Außenminister Frank-Walter Steinmeier halte sich bereit, um am Wochenende gegebenenfalls an einem derartigen Gespräch teilzunehmen.

  • rtr
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