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Iran-Konflikt Reeder fürchten Eskalation um Straße von Hormus – Durchfahrten stark gesunken

Schifffahrtsunternehmen glauben nicht, dass eine US-Schutzmission weiterhilft. Ein europäischer Einsatz ist aus Sicht der deutschen Reeder „überlegenswert“.
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Iranische Revolutionsgarden kreisen um das britische Schiff „Stena Impero“. Quelle: imago images / Xinhua
Straße von Hormus

Iranische Revolutionsgarden kreisen um das britische Schiff „Stena Impero“.

(Foto: imago images / Xinhua)

Berlin Aus dem wohl wichtigsten nautischen Nadelöhr der Welt ist ein politisches Krisengebiet geworden: Und die Lage an der Straße von Hormus spitzt sich täglich weiter zu.

Während die USA und Großbritannien über eine Militäreskorte für Tanker und Handelsschiffe beraten, bilden der Iran und Russland eine Gegenallianz: Die iranische Marine habe mit Moskau einen Vertrag über gemeinsame Manöver geschlossen, meldete Irans Nachrichtenagentur Irna. Die US-Militärmission in der Meerenge lehne Teheran als „feindliche Maßnahme“ ab, die „die Spannungen nur erhöht“.

Das Risiko, dass sich die Spannungen in einem Konflikt entladen, ist hoch. Schon jetzt wirken sich die Folgen der Krise auf die deutsche Handelsschifffahrt aus. „Das Risiko der Durchfahrt ist gestiegen, damit erhöhen sich auch die Versicherungsprämien“, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder, dem Handelsblatt.

Da die Margen in der Schifffahrt gering sind, bekommen die Unternehmen dies Kostensteigerungen unmittelbar zu spüren. Besonders betroffen ist die Linie Hapag-Lloyd, deren Containerschiffe regelmäßig den Hafen von Dubai ansteuern – als Zwischenstation zwischen Europa und Asien.

Zwischen 20 und 30 deutsche Handelsschiffe durchfahren die Passage nach Verbandsangaben täglich. Als Sicherheitsmaßnahme sind sie angewiesen, vor Einfahrt in die Meerenge ihren Kurs zu melden.

Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus ergibt sich vor allem aus dem Ölgeschäft. Am Persischen Golf liegt die Tankstelle der Welt: Mehr als ein Drittel des auf Tankern verladenen Öls sowie ein Großteil des verflüssigten Erdgases (LNG) werden täglich durch die Meerenge verschifft – etwa 21 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl und Ölprodukte sowie 500.000 Kubikmeter LNG. Doch immer mehr Schiffe meiden die Region.

Nach dem Festsetzen des unter britischer Flagge fahrenden Tankers „Stena Impero“ durch iranische Revolutionsgarden geht die Zahl britischer Tanker, die die Straße von Hormus noch befahren, drastisch zurück: Refinitib zufolge von 26 im Juni auf noch vier im Juli – was eine Verringerung der transportierten Ölmenge von fast zwölf Millionen Barrel täglich bedeutet habe.

BP-Chef Bob Dudley hat angekündigt, sein Konzern werde zunächst die Meerenge zwischen Iran und Oman meiden. BP fördert mit Petrochina und der irakischen Basra Oil Company Rohöl im irakischen Rumaila – dem drittgrößten Ölfeld der Welt – sowie in Kuwait.

USA weiten Sanktionsliste aus

Der Hauptanteil der die umstrittene Meerenge passierenden Ölmenge ist für Asien bestimmt. Vor allem Irak, Kuwait, Iran und teilweise Saudi-Arabien sind auf die Route durch die Straße von Hormus angewiesen. Für die Ölversorgung Deutschlands spielt der Persische Golf keine große Rolle.

Dennoch verfolgt der Reeder-Verband die Situation genau – auch die politische Diskussion über die US-Geleitschutz-Operation „Sentinel“ und eine mögliche eigenständige europäische Beobachtungsmission.

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1 Kommentar zu "Iran-Konflikt: Reeder fürchten Eskalation um Straße von Hormus – Durchfahrten stark gesunken"

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  • Ich kenne die geologischen Verhältnisse nicht, aber können die Arabischen Emirate und andere Staaten nicht prüfen die Straße von Hormuz durch eine Pipeline in den Golf von Oman zu umgehen? Dazu müsste allerdings ein neuer Hafen in Oman gebaut werden.

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