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Iran-Streit US-Botschafter Grenell dementiert Autozoll-Drohung gegen Europäer

Die US-Regierung soll angeblich Deutschland, Frankreich und Großbritannien im Iran-Streit mit Autozöllen gedroht haben. US-Botschafter Grenell weist das zurück.
15.01.2020 Update: 15.01.2020 - 23:17 Uhr Kommentieren
US-Botschafter Grenell dementiert Autozoll-Drohung gegen Europäer Quelle: dpa
Richard Grenell

Der US-Botschafter in Deutschland hat sich zu dem Bericht der „Washington Post“ geäußert.

(Foto: dpa)

Washington Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge mit Strafzöllen auf Autos aus der EU gedroht, um im Atomstreit mit dem Iran Druck auf Berlin, London und Paris auszuüben. Washington habe mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent gedroht für den Fall, dass die Europäer angesichts der Verstöße des Irans gegen das internationale Atomabkommen nicht das darin vorgesehene Streitschlichtungsverfahren auslösen würden, berichtete die „Washington Post“ am Mittwoch unter Berufung auf nicht namentlich genannte EU-Beamte.

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, wies den Bericht über Twitter als „Fake News“ zurück. Er habe mit einem Redakteur der „Washington Post“ gesprochen und um Widerruf des Berichts gebeten. „Ich glaube diese Geschichte nicht“, twitterte Grenell.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten am Dienstag erklärt, ein solches Verfahren wegen der schrittweisen Abkehr des Irans von der Vereinbarung ausgelöst zu haben. Die Vertragsverletzungen des Irans habe man nicht unbeantwortet lassen können, hatte Bundesaußenminister Heiko Maas erklärt. Ziel der Streitschlichtung sei die Wahrung des Vertrags.

„Wir wollten nicht schwach aussehen, deshalb haben wir uns darauf geeinigt, die Existenz der Drohung geheim zu halten“, zitierte die „Washington Post“ einen EU-Beamten. Die Drohung soll dem Bericht zufolge vergangene Woche ausgesprochen worden sein. Trump hatte das mühsam ausgehandelte Atomabkommen im Mai 2018 einseitig aufgekündigt.

Der Zeitung zufolge ist nicht klar, ob die US-Drohung überhaupt notwendig gewesen sei, da die Europäer ihre Absicht, das Schlichtungsverfahren anzustoßen, bereits vor Wochen signalisiert hätten. Bislang habe Trump mit Autozöllen gedroht, um bessere Bedingungen im Handel mit der EU zu erreichen - und nicht um eine Änderung der europäischen Außenpolitik zu erzwingen.

Strafzölle sind ein beliebtes Druckmittel der US-Regierung. Trump droht seit Monaten damit, höhere Zölle auf Einfuhren von Autos aus der EU zu erheben – eigentlich wegen einer angeblichen Bedrohung der nationalen Sicherheit. Im November ließ er eine Frist für eine Entscheidung darüber unkommentiert verstreichen. Strafzölle auf Autoimporte aus der EU würden insbesondere deutsche Hersteller hart treffen.

Mehr: China soll laut der Übereinkunft künftig mehr in den USA einkaufen. Donald Trump lässt allerdings die Strafzölle auf viele chinesische Waren in Kraft.

  • dpa
  • rtr
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