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Iran-USA-Konflikt Pentagon: Chef von Al-Kuds-Brigaden auf Anordnung Trumps getötet

Bei einem gezielten US-Luftangriff auf den Flughafen in Bagdad wurde ein hochrangiger iranischer General getötet. Irans oberster Führer schwört Rache.
03.01.2020 Update: 03.01.2020 - 09:15 Uhr 2 Kommentare

Iran droht nach US-Angriff auf Al-Kuds-Chef mit Vergeltung

Bagdad Die USA haben den Chef der iranischen Elitetruppe Al-Kuds-Brigaden gezielt durch einen Luftangriff im Irak getötet und damit den Konflikt mit Teheran dramatisch verschärft. Die Militäraktion gegen Generalmajor Qassem Soleimani sei in der Nacht zum Freitag auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump erfolgt, teilte das Pentagon mit.

Irans Staatsfernsehen bestätigte den Tod des Generals unter Berufung auf die mächtige Revolutionsgarde, zu der die Al-Kuds-Brigaden gehören. Die Eliteeinheit unterstützt im Ausland dem Iran nahestehende Kräfte.

Soleimani habe „aktiv Pläne ausgearbeitet, um amerikanische Diplomaten und Truppenangehörige im Irak und der gesamten Region anzugreifen“, ergänzte das US-Verteidigungsministerium. Das Pentagon warf ihm zudem vor, die jüngste Attacke auf die US-Botschaft in Bagdad gebilligt zu haben.

Der Schlag gegen den hohen General sei ein Mittel der Abschreckung gegen „künftige iranische Angriffspläne“. Das iranische Staatsfernsehen zitierte die Revolutionsgarde indes mit den Worten, Soleimani sei bei einer Attacke amerikanischer Hubschrauber nahe dem Bagdader Flughafen den „Märtyrertod“ gestorben.

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    Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, schwor bereits Rache. Die USA müssten sich auf eine „harsche Vergeltung“ gefasst machen, zitierte das iranische Staatsfernsehen Chamenei am Freitagmorgen. Ajatollah Ali Chamenei bezeichnete den getöteten Generalmajor zudem als „das internationale Gesicht des Widerstands“. Der Oberste geistliche Führer rief eine dreitägige Staatstrauer um Soleimani aus.

    Kritik aus den USA

    Prominente Demokraten haben den Schlag umgehend kritisiert. Der frühere Vizepräsident und heutige Präsidentschaftsbewerber Joe Biden warf Trump vor „eine Stange Dynamit in ein Pulverfass geworfen“ zu haben. Zwar habe es Soleimani verdient, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Doch der Angriff habe die gefährliche Situation unnötig verschärft, schrieb Biden auf Twitter.

    Eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Ländern befürchtet auch der demokratische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Adam Schiff. Soleimani sei zwar für „unvorstellbare Gewalt“ verantwortlich gewesen, und die Welt sei ohne ihn besser dran, schrieb Adam Schiff auf Twitter.

    Aber der US-Kongress habe den Raketenangriff in Bagdad nicht autorisiert, „und die Menschen in Amerika wollen keinen Krieg mit dem Iran“, schrieb Schiff weiter. Die US-Truppen müssten nun gegen „die nahezu unvermeidliche Eskalation“ geschützt werden.

    Bei dem Luftangriff in der Nacht zu Freitag kam laut irakischem Fernsehen und dreier irakischer Behördenvertreter auch Abu Mahdi al-Muhandis ums Leben, der Vizekommandeur der Volksmobilmachungskräfte (PMF), einer irakischen Miliz, die von Teheran unterstützt wird. Al-Muhandis sei in einem Konvoi am Airport eingetroffen, um Soleimani in Empfang zu nehmen, ergänzte ein irakischer Sicherheitsbeamter. Der iranische General sei entweder aus dem Libanon oder Syrien eingeflogen.

    Zwei Vertreter der Volksmobilmachungskräfte sagten, Soleimanis Körper sei bei dem Angriff in Stücke gerissen worden. Al-Muhandis' Leiche hätten sie indes nicht gefunden. Nach ersten Angaben der Miliz gab es mindestens sieben Tote bei dem US-Luftangriff.

    Der Tod Soleimanis könnte nach monatelangen Spannungen im Nahen Osten einen Wendepunkt markieren und eine massive Vergeltung Teherans und dessen Verbündeter in der Region zur Folge haben. Unter Soleimani griffen die Al-Kuds-Brigaden in den langjährigen Bürgerkrieg in Syrien ein, um Präsident Baschar al-Assad zu stützen. Auch nach der US-Invasion im Irak 2003, die den Sturz von Diktator Saddam Hussein zur Folge hatte, griffen dort Kräfte der iranischen Elitetruppe ein.

    Bekanntheit erlangte Soleimani, indem er Milizen in Syrien und im Irak im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat unterwies. US-Regierungsvertreter werfen den Al-Kuds-Brigaden vor, unter Führung Soleimanis irakische Kämpfer nach der Invasion im Irak im Bau und Einsatz von besonders tödlichen Straßenbomben geschult zu haben, die amerikanischen Truppen gegolten hätten. Der Iran hat dies bestritten.

    Attacke auf diplomatische Einrichtung

    Zuletzt haben sich die Spannungen in der Region massiv verschärft. Hintergrund ist die Erstürmung der US-Botschaft in Bagdad durch Mitglieder der Miliz Hisbollah-Brigaden und deren Unterstützer am Dienstag. Die Angreifer schlugen Fenster ein und verwüsteten den Empfangsbereich. Es handelte sich um eine der schwersten Attacken auf eine diplomatische Einrichtung der USA in den vergangenen Jahren. Berichte über Verletzte gab es allerdings nicht.

    Grund für die Attacke waren US-Luftangriffe am Wochenende, bei denen 25 Kämpfer der Hisbollah-Brigaden getötet wurden. Die Militäraktion war ein Vergeltungsschlag für einen Raketenangriff auf eine irakische Militärbasis vergangene Woche, bei dem ein US-Auftragnehmer umkam. Die Attacke schrieb Washington der Miliz zu, die vom Iran unterstützt wird.

    In einer Reaktion auf die Erstürmung der Botschaft in Bagdad ordnete US-Präsident Donald Trump die Verlegung von rund 750 amerikanischen Soldaten in den Nahen Osten an. Er hat den Iran für die Eskalation im Iran verantwortlich gemacht.

    Erst am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper vor weiteren Angriffen des Irans oder mit ihm verbündeter Milizen auf US-Einrichtungen im Nahen Osten gewarnt. Es gebe Anzeichen für weitere „Provokationen“, sagte er, ohne dies näher zu erläutern. Gegebenenfalls werde man einen Präventivschlag führen. Zugleich warf Esper, der Regierung in Bagdad vor, ihre Verpflichtung zum Schutz der USA bei der Attacke auf die Botschaft nicht nachgekommen zu sein.

    Mehr: Das Auswärtige Amt hat einen Angriff auf Truppen der Anti-IS-Koalition im Irak mit dem Iran in Verbindung gebracht. Der Iran reagiert empört.

    • ap
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    2 Kommentare zu "Iran-USA-Konflikt: Pentagon: Chef von Al-Kuds-Brigaden auf Anordnung Trumps getötet"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Trump bedenkt die Konsequenzen seines Handelns maximal bis zum nächsten Tweet. Öl ins Feuer zu gießen war selten eine gute Idee. Angesichts der nun denkbaren Entwicklungen für die Region und die Welt ist kaum vorstellbar, dass diese Aktion - außer der Befriedigung des Egos - viel Sinn macht.

    • Ich glaube nicht, dass diese Eskalation fuer irgendjemand von Nutzen ist.

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