Irans Oberster Führer Ali Chamenei beschimpft Israel

Irans Oberster Führer Ali Chamenei hat Israel erneut das Existenzrecht abgesprochen. Der Ajatollah bezeichnete den jüdischen Staat als ein „Krebsgeschwür“, das Schritt für Schritt behandelt werden müsse.
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Die Gründung Israels sei „eines der schmutzigen Kapitel der Geschichte, die mit Gottes Gnade geschlossen werden“, sagte Chamenei. Quelle: dpa
Ajatollah Ali Chamenei

Die Gründung Israels sei „eines der schmutzigen Kapitel der Geschichte, die mit Gottes Gnade geschlossen werden“, sagte Chamenei.

(Foto: dpa)

TeheranIrans Oberster Führer Ali Chamenei hat Israel erneut das Existenzrecht abgesprochen. Israel sei eine „falsche“ Nation, sagte der Ajatollah auf einer pro-palästinensischen Veranstaltung am Dienstag. Juden aus aller Welt seien in den Nahen Osten gebracht worden und hätten sich auf dem Land der Palästinenser niedergelassen. Die Gründung Israels sei „eines der schmutzigen Kapitel der Geschichte, die mit Gottes Gnade geschlossen werden“, sagte Chamenei.

Der Iran hält seit Anfang der 1990er-Jahre alle vier Jahre eine Unterstützerkonferenz für die Palästinenser ab, zu der Gäste aus dem In- und Ausland eingeladen werden. Der Ajatollah und andere ranghohe Vertreter der Islamischen Republik wettern dabei immer wieder gegen Israel, das die iranische Führung als Erzfeind betrachtet.

In diesem Jahr sagte Chamenei, alle Muslime müssten die Palästinenser und deren „Widerstandsbewegungen“ unterstützen - ein Verweis auf militante Israel-Feinde wie die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon. Diesen müssten die nötigen Instrumente zur Verfügung gestellt werden, damit sie eine Dominanz Israels in der Region verhindern könnten.

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Sigmar Gabriel schüttelt dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani zwar schon die Hand, doch noch müssen sich deutsche Unternehmen gedulden. Die Hoffnungen aber sind groß. Der Iran ist ein reiches Land, gemessen an der Kaufkraft lag die Wirtschaftsleistung 2014 hinter Spanien und der Türkei weltweit auf Rang 18. Das Land hat zudem laut US-Energieagentur die weltweit viertgrößten nachgewiesenen Erdölreserven.

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Die Erwartungen wachsen allerdings nicht in den Himmel: Vor den Sanktionen 2005 importierte der Iran Waren „Made in Germany“ im Wert von nur rund 4,4 Milliarden Euro. 2014 waren es weniger als 2,4 Milliarden – Rang 50 der deutschen Handelspartner. Am deutlichsten gelitten hätten vor allem Maschinen- und Fahrzeugexporte, schreibt der Deutsche-Bank-Experte Heiko Peters.

Siemens
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„Wir reden hier über 80 Millionen Menschen, die Energieversorgung benötigen, die natürlich auch Gesundheitsversorgung brauchen, die im Öl- und Gasgeschäft wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Chancen habe der Elektrokonzern durchaus. Ab 2010 hatte Siemens keine neuen Aufträge aus dem Iran mehr angenommen – das Umsatzvolumen wurde damals auf rund eine halbe Milliarde Euro beziffert.

Autokonzerne
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Die deutschen Autohersteller geben sich vorsichtig. Man sei erst am Anfang, heißt es bei BMW, bei VW werden erste Gespräche auf politischer Ebene geführt. Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche sind die Nutzfahrzeuge der Stuttgarter im Land begehrt. Branchenkenner sind aber skeptisch, ob deutsche Oberklassewagen im Iran schnell viele Käufer finden.

Chemiebranche
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Die deutsche Chemie bewertet die jüngste Entwicklung wohlwollend. Es könne sich „nur belebend“ auswirken, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. Die Branche habe in der Region eine „lange Tradition“. Das gilt seit den 1970er-Jahren auch für den Konsumgüterkonzern Henkel. „Derzeit erwirtschaften wir in dem Land einen dreistelligen Millionenumsatz und sind zuversichtlich, dass wir dort auch weiter wachsen werden“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Henkel ist Rorsted zufolge im Iran führend bei Waschmitteln, aber auch gut im Rennen im Geschäft mit Klebstoffen.

SAP
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Auch Softwarekonzerne stehen im Iran in den Startlöchern. SAP-Finanzchef Luka Mucic meint: „Der Iran kann für uns ein sehr interessanter Markt werden. Historisch haben wir im Iran eine Industriestruktur, die uns bei SAP entgegenkommt, eine starke Öl- und Gasindustrie etwa.“

Münchener Rück
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Unter den Finanzunternehmen verspricht sich der weltgrößte Rückversicherer Munich Re einiges. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Rückversicherer dort eine Rolle spielen“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard.

Zu einem bewaffneten Angriff auf Israel rief Chamenei nicht dezidiert auf. Er sagte hingegen, der jüdische Staat sei ein „Krebsgeschwür“, das Schritt für Schritt behandelt werden müsse.

Zu der zweitägigen Konferenz waren in diesem Jahr 80 Delegationen gekommen, die meisten von ihnen aus islamischen Staaten. Der Saal war mit einer großen Landkarte Israels und der Palästinensergebiete dekoriert - das gesamte Gebiet in den Farben der palästinensischen Flagge.

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