Irans Parlamentswahl Das Mullah-Regime kämpft um seine Existenz

Offiziell wählt Iran ein neues Parlament. Tatsächlich aber geht es um die Macht unter den Mullahs, um die Stärke der Opposition - und darum, wie lange die islamische Republik dem Druck des Westens noch widerstehen kann.
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Der Wahltag in Teheran

TeheranIrans Religions- und Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei geht als einer der ersten zur Parlamentswahl. Er hat zwar kein offizielles Staatsamt, aber bei dieser Wahl geht es vor allem um seine uneingeschränkte Macht im Mullahstaat: Seine Anhänger sollen eine klare Mehrheit im Parlament, dem Majlis erringen und damit den Machtkampf zwischen Chamenei und Präsident Mahmud Ahmadinedschad entscheiden. Er rechne mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung, erklärte Chamenei im Wahllokal morgens um sechs Uhr morgens. Chamenei hat schon im Vorfeld klar gemacht, dass er mit einer hohen Wahlbeteiligung rechnet: „Die iranische Nation wird der globalen Arroganz, den Kräften des Imperialismus einen Schlag ins Gesicht geben“, zeigte er sich kurz vor dem Urnengang überzeugt von einer kommenden überzeugenden Unterstützung für die Herrschenden in Irans Theokratie.

Eine hohe Wahlbeteiligung ist die Legitimität, die die Mullahs brauchen. Denn die Zustimmung zur Islamischen Republik bröckelt sichtbar: Im Norden Teherans, wo die einstigen Schah-Paläste sich das Albotz-Gebirge hochziehen und heute die Häuser und Appartements der wohlhabenden Perser stehen, tragen die Frauen ihre Kopftücher oft so, dass sie die manchmal sogar strähnig gefärbten Haare kaum noch bedecken. Jeans statt Abaya dominieren. Und wen man hier zu den Wahlen befragt, bekommt  zur Antwort: „Wir gehen nicht hin.“

Irans Regierung ficht das nicht an. Ebenso wenig wie der Boykott, den die führenden Oppositionellen damit erklärt haben, dass es keine freien und fairen Wahlen seien, es keine Presse- und Meinungsfreiheit als Umfeld für einen offenen Urnengang gebe. Innenminister Mustafa Mohammad Nadjar, ein Mann mit offenem Hemd, schütterem Haar und iran-typischem Drei-Tage-Bart , spricht indes von einer „Zeit für die Ernte der Früchte der islamischen Demokratie“. Die Opposition schade sich selbst, die Wahlbeteiligung werde sogar höher sein als bei früheren Urnengängen. Es gebe einen „wahren Enthusiasmus, zu den Wahlen zu gehen“.

„Iran steht mit dem Rücken zur Wand“
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12 Kommentare zu "Irans Parlamentswahl: Das Mullah-Regime kämpft um seine Existenz"

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  • Egal wie eine solche Wahl im Iran ausgeht, es werden immer radikale Islamisten sein .
    Was soll das für eine Wahl sein , wenn man die Wahl zwischen Pest und Cholera hat .

    Lächerliche Veranstaltung !

  • Freitag, 02 März 2012 16:54
    Gebetsansprachen in Teheran

    Teheran (IRIB) - Der Redner für die heutigen Gebetsansprachen in Teheran sagte: Das muslimische Volk in Iran wird heute durch seine Teilnahme an den Parlamentswahlen alle Verschwörungen der Feinde, so wie auch in der Vergangenheit, vereiteln.

    SO ... Das muslimische Volk hat gewählt !
    Veranstaltet Deutschland Wahlen bei dem nur blonde Christen die an einem Sonntag geboren wahlberechtigt sind ?

    http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/203380-gebetsansprachen-in-teheran

  • Irgendjemand noch Argumente zu Thema ?
    Nein ?
    Dann geht wieder spielen !

  • An dem Tag an dem der Rock'n Roll in Teheran ertönt, wird so langsam aber sicher Frieden im Nahen Osten einkehren. Dann mutieren Hamas und Kahanisten zu einer aussterbenden Art.
    Und das wäre gut so.

  • im Iran wird auch so einiges im Argen liegen; trotzdem denke ich: da gehts nur um´s Öl. Die Iraner lassen sich neuerdings auch in etwas anderes als Dollar ihr Öl bezahlen? Den Faden spinn mal einer weiter...

  • ach Franki, bist schon süß. Hoffe nur, dass wenigstens du an deinem Beitag etwas Spaß hast. Bist eben ein typisch Netter, der sein Spiegelbild mit der Realität verwechselt.



  • @ Pro-d und Brasil:

    Wer sich nur für regiolnale Nachrichten interessiert, sollte lieber auch regionale Zeitungen lesen.

    Ich interessiere mich sehr für das was im Iran vor sich geht. Über die €-Krise kann ich jede Stunde eine neue Meldung oder Meinung finden, zum Iran finde ich hingegen nicht genug, obwohl es uns ökonomisch sehr wohl tangiert.

  • Also dein Kommentar ist Witz.
    Das ganze Handelsblatt ist voll gekleistert mit Beiträgen über die Eurokrise. Gibt nun mal auch Vorkommnisse außerhalb von Europa welche sich lohnen darüber zu berichten.

    Bist so ein : "ichschwimmegegendenstromundbinvielklügeralsalleanderen"
    Typ und die sind sehr nervenaufreibend, den es sind meistens die, die Null Ahnung haben. Ihr Weltbild via Bild-Zeitung und Selbstrecherchen auf www.weltverschwörung.cia/bilderberger/aliens/jfk
    zusammen basteln und es danach lautstark hinaus posaunen müssen.

    Mit freundlichen Grüßen ;)

    Der Lemming

  • Besser diese Redaktion kümmert sich um das was direkt um sie herum passiert und nicht um das, wovon sie nun absolut keine Ahnung hat!

  • Und trotzdem schlucken das 90% der Schafsmichel. 60Jahre Volksverdummung und Einschläferung. Wie wird das Geschrei gross sein, wenn die Ersparnisse weg sind.

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