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Irina von Wiese Kampf gegen den Brexit – eine Deutsche erobert Londons Politikszene

Bei der Europawahl in London hat die gebürtige Kölnerin Irina von Wiese gute Chancen. Ihre Liberaldemokraten haben in manchen Umfragen Labour und Tories bereits abgehängt.
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1996 zog die Juristin nach London, seit vergangenem Jahr besitzt sie auch die britische Staatsbürgerschaft. Quelle: AFP/Getty Images
Irina von Wiese

1996 zog die Juristin nach London, seit vergangenem Jahr besitzt sie auch die britische Staatsbürgerschaft.

(Foto: AFP/Getty Images)

LondonIrina von Wiese strahlt, als sie vom Europawahlkampf berichtet. „Es läuft super“, sagt jene Frau, die in Köln geboren wurde und jetzt als Spitzenkandidatin der Liberaldemokraten in London von sich reden macht.

Seit 2016 tritt ihre Partei für ein zweites Referendum ein, um den Brexit doch noch abzuwenden. In London, der Hauptstadt der Proeuropäer, erhält von Wiese dafür viel Applaus. Insbesondere enttäuschte Labour-Wähler wollten bei der Wahl am heutigen Donnerstag die Liberaldemokraten wählen, sagt sie.

Die kleine Partei surft auf einer Welle der Sympathie, seit sich die Brexit-Frage zu einem Albtraum entwickelt hat. In manchen Umfragen hat sie schon die beiden großen Parteien, Labour und Tories, abgehängt. Wurde von Wiese schon mal angefeindet, weil sie als Deutsche den Brexit verhindern will? Nein, sagt sie, nur mit der korrekten Aussprache ihres Namens täten sich manche Briten schwer. Dass sie Deutsche sei, werde oft positiv kommentiert.

Von Wiese zog 1996 nach London, seit vergangenem Jahr besitzt sie auch die britische Staatsbürgerschaft. Mit ihrem griechischen Partner hat sie eine Tochter. Sie hat zwar schon ein paar Mal bei Kommunalwahlen in ihrem Viertel kandidiert, aber noch ist sie in der Politik relativ neu. In ihrem bürgerlichen Beruf arbeitet sie als Kartellrechtlerin beim Mobilfunkverband GSM Association, den Europawahlkampf bestreitet sie nebenbei.

In den nächsten Tagen bestimmt eine lange To-do-Liste ihren Alltag: Wird sie gewählt, was laut den Umfragen sicher ist, muss sie bis Dienstag bei ihrem Arbeitgeber kündigen. Anfang Juli würde sie dann ihren Platz im Europaparlament einnehmen, doch vorher geht es noch zweimal dienstlich nach China. Wie lange sie in Brüssel bleibt, ist unklar.

Von Wiese hofft auf die komplette Legislaturperiode; sollte das britische Parlament aber doch noch den Brexit-Vertrag verabschieden, könnte schon in wenigen Monaten wieder Schluss sein. Ihr Plan B: Sie will auch bei der nächsten Unterhauswahl antreten.

Mehr: Nigel Farage dominiert mit seiner Brexit-Partei den Europawahlkampf in Großbritannien. Der Liberaldemokrat Tom Brake erklärt, wie die Pro-Europäer dagegenhalten.

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