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Irland Bertie Ahern stolpert über Korruptionsskandal

Monatelang verstrickte er sich in Widersprüche über Geldzuwendungen, nun hat der irische Ministerpräsident Bertie Ahern seinen Rücktritt verkündet. Das könnte Folgen für das anstehende EU-Referendum haben.
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Galt als "Teflon Bertie": der irische Ministerpräsident Bertie Ahern. Foto: dpa

(Foto: dpa)

LONDON. Elf Jahre lang war „Teflon-Bertie“ irischer Ministerpräsident. Zu seinen Erfolgen zählen die keltische Tiger-Ökonomie und der irische Friedensprozess. Er war als möglicher neuer EU-Präsident im Gespräch. Doch am heutigen Mittwoch holte ihn ein seit Jahren schwelender Finanzskandal ein.



In einer emotionalen Erklärung kündigte Ministerpräsident Bertie Ahern seinen Rücktritt für den 6. Mai an. „Nie in meiner Amtszeit habe ich irgendetwas Korruptes getan“, beteuerte er und bestritt erneut, jemals Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben. Für Iren war der Rücktritt keine völlige Überraschung. Sie verfolgten seit Monaten, wie sich Ahern in seinen Äußerungen über Geldzuwendungen in der Zeit, in der er Anfang der neunziger Jahre irischer Finanzminister war, immer mehr in Widersprüche verstrickte. Die Vorwürfe führten bereits in der vergangenen Legislaturperiode zu einer Regierungskrise.



Im Februar kam es vor dem „Mahon Tribunal“, das 1997 vom irischen Parlament eingesetzt wurde, um Korruption bei Planungsverfahren aufzudecken, zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Ahern und Richter Alan Mahon. Zu Rücktrittsforderungen, auch in Kreisen des Koalitionspartners führte die Enthüllung, dass Aherns damalige Partnerin Celia Larkin aus der Kasse von Aherns Partei, Fianna Fail, einen 30 000 Pfund Kredit für einen Hauskauf bekam. „Sein Mangel an Wahrhaftigkeit hat ihn das Amt gekostet“, so Fergus O’Dowd, Umweltsprecher der Oppositionspartei Fine Gael.



Laut „Irish Times“ untersucht das Tribunal Zahlungen in Höhe von insgesamt 886 830 Euro auf Aherns Konten. Das Blatt listete sechs „irreführende“ Äußerungen des Regierungschefs im Parlament auf. Am Montag begann ein Prozess, in dem Ahern gegen die Untersuchung dieser Äußerungen parlamentarische Immunität geltend machen wollte. Am Tag seines Rücktritts, sollte er im Parlament befragt werden.



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