Irland-Krise Norwegen will bei Euro-Rettung helfen

Norwegen hat signalisiert, Irland in der Schulden- und Bankenkrise beizustehen und sich "direkt und bilateral" an Rettungsmaßnahmen für den Euro zu beteiligen. Die Niederlande erteilten unterdessen einer gemeinsamen Anleihen für den Euro-Raum eine Absage.
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EZB-Zentrale in Frankfurt. Norwegen will Maßnahmen zur Stabilisierung des Euros ergreifen. Quelle: dpa

EZB-Zentrale in Frankfurt. Norwegen will Maßnahmen zur Stabilisierung des Euros ergreifen.

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HB BERLIN. "Wenn Irland unser Land um Hilfe bittet, wird sich Norwegen selbstverständlich ein Engagement überlegen", sagte der norwegische Finanzminister Sigbjorn Johnsen der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Samstag. Sein Land habe beispielsweise auch Island in der Finanzkrise geholfen. Zugleich stellte der Finanzminister in Aussicht, der Euro-Zone beim Kampf gegen die Schuldenkrise zu helfen. Seine Regierung werde sich "direkt und bilateral" an Rettungsmaßnahmen für den Euro beteiligen. Norwegen ist nicht Mitglied der Europäischen Union.

Johnsen erinnerte an die Bankenkrise, die Norwegen vor zwei Jahrzehnten bewältigen musste. "Wir haben damals die großen Banken, die faktisch pleite waren, verstaatlicht, während die Anteilseigner keine Krone mehr bekamen. Später haben wir die Institute wieder privatisiert - unter strikten Auflagen.

Niederlande lehnen Euro-Anleihen ab

Unterdessen lehnten die Niederlande gemeinsame Anleihen aller Euro-Länder zur Stabilisierung der Währungsunion ab. "Es wäre falsch, die unterschiedlichen Risiken zusammenzufassen", sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Samstag. "Die Märkte könnten schlechte Wirtschaftspolitik nicht mehr sanktionieren." Die Bundesregierung lehnt Euro-Bonds ebenfalls ab. "Wenn Deutschland und die Niederlande nicht teilnehmen, dann wird die Anleihe nicht sehr interessant für die Märkte", sagte Jager.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte Euro-Bonds als logische Konsequenz einer Beteiligung privater Investoren bezeichnet. Ansonsten müssten Staaten wie Griechenland wegen des Ausfallrisikos künftig sehr hohe Zinsaufschläge für ihre Staatsanleihen bezahlen.

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7 Kommentare zu "Irland-Krise: Norwegen will bei Euro-Rettung helfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Spanien zahlt seinen Fluglotsen 200.000 Euro.
    Die spanischen Fußballclubs treiben die Gagen für Fußballstars in astronomischen Höhen. Sollten diese Länder nicht langsam gezwungen werden, etwas kleinere brötchen zu backen ? Oder die iren die mit Dumping Steuersätzen die anderen Nationen, von denen die jetzt Hilfe erwarten, in Schwierigkeiten bringen. Wenn das Volk nicht eindeutig hinter Reformen steht die die Geldgeber diktieren sehe ich keinen Sinn in noblen Gesten. Diese Länder müssen sparen und mehr arbeiten. Wir sollen bis 67 malochen und die feiern Party. Denkt mal an die Zeiten vor ein paar Jahren als uns irland als das Vorbild verkauft wurde. Das macht mich alles sehr wütend !

  • Man kann davon ausgehen dass die Chinesen, vielleicht auch die inder, auch helfen werden, schon allein damit der Euro nicht zu schwach im Verhältnis zum Yuan wird und gemeinsame Anleihen aller Euro-Länder kaufen. Dadurch würden sie auch an Einfluss, vor allem in den Schuldnernationen, gewinnen, was wiederum ihnen dann andere Möglichkeiten eröffnet. Wir wären gut beraten Norwegen als Vorbild zu nehmen. Es geht hier um Europa, nicht um Deutschland, das auch zu Europa gehört.

  • @[3] charles bukowski,

    schon erstaunlich wer heute die Wirtschaftswoche liest! ich nehme an, Sie vertreten die sogenannte „Deutsche Leitkultur?“

  • Daß Norwegen als Nicht-EU-Mitglied seine Hilfe anbietet, kommt scheinbar unerwartet und in einem sehr gut getimten Moment. Norwegen wäre selbst in der Lage, die Gläubiger im eigenen Land ersatzweise zu befriedigen und stellvertretend die Schulden als Gläubiger zu übernehmen und einzufordern. ich sehe ein ganz anderes Motiv hinter dieser "Einmischung": Norwegen hat als wirtschaftlich und politisch gesundes Land beste Wirtschaftsbeziehungen zu allen entwickelten Staaten Skandinaviens und Mitteleuropas, die von den Schuldenproblemen der PiiGS-Staaten betroffen sind. Norwegens Äußerungen sind als "Wink mit dem Zaunspfahl" zu verstehen, das korrupte EU- und EURO-Spiel von Seiten Deutschlands, der Niederlande, Schwedens, Dänemarks, Luxemburgs, Österreichs, Sloweninens und Finnlands (und auch Polens) zu beenden und sich zu einer neuen erfolgversprechenden Wirtschaftsunion ohne meditarrane Quertreiber und Parasiten zusammenzuschließen. Norwegen sucht den Schulterschluß der Starken und Venünfigen, ebenfalls die Niederländer - 100% beifall, weil ein Schußstrich längst nötig ist! Warten wir auf die Signale aus der Schweiz. Hoffenlich begreift das unsere Kanzlerin und geht endlich auf die Partner mit Vernunft zu! Es ist Zeit, das Rettbare zu retten und illusionen platzen zu lassen.

    Glaubt wirklich jemand, daß man Deutschland mit einem Warenboykott treffen kann?

    Deutschland beliefert seit mehr als 100 Jahren Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt mit jeder erforderlichen Menge an technischen Qualitätsprodukten, egal ob Krise oder boom, egal ob boykott oder Run auf deutsche Produkte. in den PiGS-Staaten fehlt den Durchschittsbürgern in der Regel schon jetzt die Kaufkraft für deutsche Waren und eine industrie, die deutsche investitionsgüter anschaffen könnte, ist nur rudimentär vorhanden, kein beinbruch für Deutschand, bestenfalls ein schnell heilender Kratzer!

  • @Europäer 04.12. 12:02
    boykott deutscher und holländischer Produkte
    --------------------------------------------
    lächerlich.
    das ist die richtige entscheidung von holländern und deutschen.
    einen boykott von deutschen und holländischen produkten wird es niemals geben.
    so blöd ist hier keiner.

  • Das Norwegen hier "mitspielen" will dürfte nur einen Grund haben.
    Norwegen ist mit seinem Staatsfonds, den Überschüssen aus dem Erdölgeschaft, bis zur Oberkannte Unterlippe in Euroanleihen investiert.
    Kippt der Euro um, kippen große Teile des "Vermögens" mit um.
    Da sieht man sehr schön wie die kapitalgedeckte Altersversorge nur auf Vertrauen bassiert.
    Es wird arauf vertraut, dass sich die Anlagen nicht in Staub auflösen.
    Die sind aber praktisch schon Staub.
    machen die Norweger mit, werfen sie dem schlechten Geld gutes hinterher.
    ich bin mir nicht sicher, ob dass nicht nur Verbalakrobatik ist, damit der Euro nicht noch weiter abschmiert.
    Norwegen KANN den Euro nicht retten.
    Die können allerdings mit ihm gemeinsam in die Hölle fahren.

  • Die logische und berechtigte Antwort auf diese Ablehnung, falls es stimmt: boykott deutscher und holländischer Produkte bis diese beide Euroländer verstanden haben dass:  You can’t eat your cake and have it too

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