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Irland Unbekannte attackieren Haus von Ex-Sinn-Fein-Chef Adams

Die Krawalle im irischen Belfast erreichen mit Gerry Adams die Ex-Spitze der katholischen Partei. Unbekannte griffen sein Haus mit Sprengkörpern an.
14.07.2018 - 13:44 Uhr Kommentieren
Das Haus des ehemaligen Sinn-Fein-Chefs wurde von Unbekannten mit Sprengkörpern beworfen. Quelle: Reuters
Gerry Adams

Das Haus des ehemaligen Sinn-Fein-Chefs wurde von Unbekannten mit Sprengkörpern beworfen.

(Foto: Reuters)

Belfast/Londonderry Unbekannte sollen in der Nacht zum Samstag Sprengkörper auf das Haus des ehemaligen Sinn-Fein-Chefs Gerry Adams in der nordirischen Hauptstadt Belfast geworfen haben. Das teilte die katholisch-republikanische Partei am Samstag mit. Verletzt worden sei niemand. Auf Fotos war ein Auto mit einer beschädigten Windschutzscheibe zu sehen. Auch das Haus eines weiteren ehemaligen Sinn-Fein-Politikers wurde angegriffen.

Unklar war zunächst, wer hinter den Angriffen steckt. Ein Sinn-Fein-Sprecher verurteilte die Attacken. „Nur Minuten vor dem Angriff waren noch Enkelkinder in der Einfahrt von Adams' Haus“, sagte er. Die ehemalige Konfliktregion ist seit einer knappen Woche Schauplatz nächtlicher Ausschreitungen und Angriffe auf Sicherheitskräfte.

Die Polizei in Londonderry, das von Katholiken nur Derry genannt wird, berichtete am Freitag von versuchten Mordanschlägen auf Polizisten. Dahinter stecke die militante „neue IRA“, hieß es in einer Mitteilung. In der Nacht zum Freitag seien 74 Brandsätze und zwei improvisierte Sprengsätze auf Beamte geschleudert worden. „Es ist nichts weniger als ein Wunder, dass noch niemand verletzt oder getötet wurde“, sagte der nordirische Polizei-Chef George Hamilton der Mitteilung zufolge.

Drei Männer seien festgenommen worden. Zuvor hatte die Polizei in Belfast die protestantische Miliz UVF (Ulster Volunteer Force) vor Angriffen auf Beamte gewarnt. Nahe der nordirischen Hauptstadt kaperten maskierte Bewaffnete Mitte der Woche einen Bus und setzten ihn in Brand.

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    Auch 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen, das den blutigen Konflikt in der Region beendete, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten sowie Sicherheitskräften. Dabei stehen sich katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, und protestantische Unionisten, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollen, gegenüber.

    Besonders hoch sind die Spannungen um den Jahrestag der Schlacht am Boyne am 12. Juli. Nordirische Protestanten begehen den Sieg einer protestantischen Armee über ihre katholischen Gegner im 17. Jahrhundert traditionell mit Freudenfeuern und Umzügen – oft durch katholische Wohnviertel.

    • dpa
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