Islamische Welt empört Angola verbietet Islam

Erstmals verbietet lokalen Berichten zufolge ein Staat den Islam. Moscheen sollen zerstört worden sein. Islam-Sprecher weltweit sind empört. Aber Angolas Botschaft in Washington soll alles dementiert haben.
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Ein Wahlplakat wirbt für Präsident Jose Eduardo dos Santos in Luanda, der Hauptstadt Angolas, im Jahr 2012. Die Behörden gehen gegen den Islam vor. Quelle: dpa

Ein Wahlplakat wirbt für Präsident Jose Eduardo dos Santos in Luanda, der Hauptstadt Angolas, im Jahr 2012. Die Behörden gehen gegen den Islam vor.

(Foto: dpa)

Kapstadt/ LuandaDer Islam ist in dem südwestafrikanischen Öl-Staat Angola lokalen Medienberichten zufolge verboten worden. Das Kultusministerium und das Justizministerium haben laut der angolanischen Nachrichtenagentur Angop vom Dienstag auch zahlreichen anderen Organisationen die Anerkennung als Religionsgemeinschaft verweigert.

Es gehe nicht nur um Muslime, sondern grundsätzlich um Kirchen und Sekten, „die im Widerspruch zu Gewohnheiten und Sitten der angolanischen Kultur stehen“, meinte Kultusministerin Rosa Cruz e Silva laut Angop. Zahlreiche religiöse Stätten müssten deshalb geschlossen werden. Mindestens 194 religiösen Organisationen seien weitere Aktivitäten in Angola verboten worden.

Westliche Diplomaten in Luanda bestätigten der Nachrichtenagentur dpa zwar die Schritte der Behörden gegen den Islam und andere Religionsgemeinschaften. Angolanische und internationale Medien zitierten angolanische Minister und sogar den Präsidenten José Eduardo dos Santos mit Rechtfertigungen der jüngsten Maßnahmen. „Das ist das endgültige Aus für den Islam in unserem Land“, wurde Dos Santos von verschiedenen Medien nach der nigerianischen „Osun Defence Daily“ zitiert. Eine Bestätigung für diese Aussage war am Dienstag in Luanda aber nicht zu bekommen.

Allerdings berichtete die Wirtschaftswebseite „International Business Times“ von einem angeblichen Dementi eines angolanischen Diplomaten in Washington. Die Religionsfreiheit sei weiter garantiert, sagte er, wollte allerdings nicht namentlich zitiert werden.

Muslime sind unter den 16 Millionen Angolanern westlichen Angaben zufolge eine Minderheit von weniger als 100 000 Gläubigen, die große Mehrheit sind Christen.

Der ägyptische Großmufti, Shawki Allam, verurteilte am Dienstag die Entscheidungen der Behörden Angolas und die Zerstörung von Moscheen. Die Vorgänge seien „eine Provokation nicht nur der Muslime in Angola sondern auch der 1,5 Milliarden Muslime in aller Welt“. Angolas Schritte seien Ausdruck von Rassismus, Extremismus und Hetze gegen Muslime“, so Allam laut der staatlichen Zeitung „al-Ahram“. Die Organisation für islamische Zusammenarbeit äußerte sich „empört“ über die Vorgänge in Angola und forderte ein Eingreifen der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union.

Die angolanische Zeitung „O País“ berichtete von der Schließung von etwa 60 Moscheen im ganzen Land. Nachdem am Montag auch die Moschee in Huambo von den Behörden geschlossen worden sei, gebe es nur noch in Benguela und der Hauptstadt Luanda große, geöffnete Moscheen, berichtete David Alberto von der Islamischen Gemeinschaft Angolas (COIA) dem Blatt. „Wir sind keine Sekte, sondern eine monotheistische Religion wie das Christentum und Judentum“, betonte er.

Die neuen Anweisungen der Behörden seien verfassungswidrig, klagte Alberto. In Angola leben laut Alberto 800 000 Muslime. Davon seien etwa ein Viertel Angolaner. Obwohl das Land über Rohstoffreichtümer verfügt, ist die Bevölkerung bitterarm. Der Vorsitzende der islamischen Gemeinde in Angola, David Já, hat nach Angaben europäischer Diplomaten in den vergangenen Monaten wiederholt gegen Maßnahmen gegen seine Glaubensgemeinschaft protestiert.

Das Verbot komme nicht überraschend, meinte ein erfahrener westlicher Experte in Luanda, der namentlich nicht genannt werden wollte. Hintergrund der jüngsten Restriktionen bei der Legalisierung von Kirchen sei das verstärkte Aufkommen von Sekten. Aber auch der Islam sei bisher nicht staatlich anerkannt. In den letzten Monaten hätten demnach auch die Zerstörungen von Moscheen deutlich zugenommen.

  • dpa
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  • Ich bitte um Entschuldigung, er hieß Christopher Hitchens. Ohne "K".

  • Das haben Sie falsch verstanden: ich lehne beides ab. Und der Buddhismus ist genauso unmoralisch wie jede Religion. Der Buddhismus ist schließlich nicht nur eine Philosophie sondern erkennt die hinduistischen Götter an, die genauso ein Unsinn sind. Lesen Sie Christopher Hitchkens

  • Ich verstehe immer noch nicht, ich habe nach diesem Vers gegoogelt und las von einer Geschichte, in der ein König von seinem Recht als König gebrauch gemacht hat seinem Diener den Sack Gold weg zu nehmen, den der König ihm selber anvertraute um mit dem Geld zu arbeiten. Der diener hatte diesen sack aber im übertragenem Sinne nur unterm Kopfkissen aufbewahrt.
    Woraus schließen sie das als Aufforderung für Christen ungläubige zu schlagen? Sie sind Humanistischer Chefideologie und führen einen politischen Kampf gegen das Christentum, aus welchen Gründen auch immer, bei Versen aus dem Islam trauen sie sich nicht so genüsslich zu zitieren. Warum nicht, sie wissen vermutlich ganz genau, was ihnen von ihrem Establishment blühen würde.

    Wollen sie also damit äußern, dass ein Christ, der keine Ungläubigen schlägt, dass dieser kein Christ ist?
    Oder ist es ihr religiöses Anliegen das Chrsitentum zu bekämpfen das Schariatum aber nicht? Dann gehören sie aber ganz sicher nicht zu den Sozialisten und Humanisten. Wir Budhisten kommen ganz gut mit den Christen aus, Das Christentum ist mit dem Budhismus vereinbar und man kann beiden Religionen angehören wußten sie dass?

  • Lukas 19,27 ist die Aufforderung Ungläubige zu erschlagen: "Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir."

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  • Sie haben offensichtlich noch nie Lukas 19,27 gelesen. Die Geschichte des Christentums ist ebenso voller Gewalt. Überall wo Religionen an der Macht beteiligt sind, egal welche, kommt es zu Gewalt. Erst dann wenn eine Religion ihre Bedeutung für eine Gesellschaft verloren hat kehr Friede ein. Und wer die Bibel für ein gutes Buch hält, gar zum moralischen Leitfaden erhebt, der hat sie nie gelesen.

  • Der beste Weg um Religionen los zu werden ist Bildung. Verbote bewirken gar nichts. Aber ich bin optimistisch. In den vergangenen 50 Jahren haben gläubige Eltern mehr Atheisten auf die Welt gebracht, als in den gesamten 5000 Jahren vorher.

  • Wenn man sieht wieviel tausende Tote es jeden Tag durch Gewalt gibt, vor allen überall da wo Muslime leben, ist
    das Verbot zu akzeptieren. Da alle anderen Religionen auch verboten sind, kann man nach einiger Zeit überlegen wie man zusammen leben will.

    Wir sehen wie in Deutschland Salafisten auf Schulhöfen Schüler überreden nach Syrien zu fahren und zu kämpfen.

    Das unter den Augen der jeweiligen Landesregierung.

    Der Muslim hat allen auf der Welt den Kampf angesagt wenn nicht seine Religion als einzig Richtige akzeptiert wird. Mehr kann man dazu nicht sagen.

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