Islamischer Staat IS-Kämpfer richten Kurden in der Nähe von Kobane hin

IS-Kämpfer sollen mindestens 20 Kurden hingerichtet haben. Unter den Opfern sollen auch Frauen und Kinder sein. Getötet wurden sie in der Nähe von Kobane. Die Terroristen rücken wieder vermehrt auf die umkämpfte Stadt.
Update: 25.06.2015 - 12:22 Uhr Kommentieren
Der Terror des IS kehrt allmählich wieder nach Kobane zurück. Wer kann ergreift die Flucht. Quelle: dpa
Menschen aus Kobane ergreifen die Flucht

Der Terror des IS kehrt allmählich wieder nach Kobane zurück. Wer kann ergreift die Flucht.

(Foto: dpa)

BeirutIn Syrien geht die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) nach einer Reihe von Niederlagen in die Offensive. Im Norden des Landes griffen die sunnitischen Milizen am Donnerstag zeitgleich das von Kurden gehaltene Kobane und Armee-Stellungen in der rund 250 Kilometer weiter östlich liegenden Stadt Hassaka an. Im Süden attackierten Rebellen die Armee in der Provinz Deraa.

Die IS-Milizen setzten bei ihrem Angriff auf Kobane nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zwei Autobomben ein. Eine explodierte nahe des Grenzübergangs zur Türkei, die andere in der Innenstadt. Die Kurden-Miliz YPG habe sich Gefechte mit IS-Kämpfern in der Stadt geliefert. Nach Angaben der Gruppe wurden mindestens 20 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, durch gezielte Schüsse von IS-Kämpfern getötet. Krankenhaus-Mitarbeiter in Kobane berichteten, mindestens 70 Menschen seien verletzt worden. Ein YPG-Vertreter erklärte, die Stadt werde von drei Seiten aus angegriffen.

Das syrischen Fernsehen berichtete ohne Angabe von Quellen, die IS-Kämpfer seien von türkischem Gebiet aus nach Kobane vorgedrungen. Die Türkei wies dies zurück und erklärte, der Angriff sei vom syrischen Ort Dscharablus westlich von Kobane aus gestartet worden. In der Vergangenheit haben IS-Gegner der Türkei wiederholt vorgeworfen, die IS-Miliz zu unterstützen.

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

Kobane hat im syrischen Bürgerkrieg eine besondere Bedeutung, denn nachdem die Eroberung der Stadt vergangenen Januar gescheitert war, bröckelte der Nimbus der Unbesiegbarkeit des IS. Kurden-Milizen hatten zuletzt mit Hilfe von Luftangriffen der USA und deren Verbündeter eine Reihe militärischer Erfolge errungen. Dadurch sind sie bis auf 50 Kilometer an Rakka herangerückt, der inoffiziellen Hauptstadt des vom IS ausgerufenen Kalifats.

Erfolge verzeichnete die IS-Miliz nach Angaben der Beobachtungsgruppe bei der Offensive auf Hassaka. Die Armee habe Stellungen in der Umgebung der Stadt aufgegeben und wolle sich ins Zentrum zurückziehen. Das syrische Fernsehen berichtete, die IS-Milizionäre vertrieben Bewohner aus ihren Häusern, Menschen würden hingerichtet oder festgenommen. Hassaka ist einer der letzten Stützpunkte des Präsidenten Baschar al-Assad im Norden.

Der Druck auf Assad wächst auch im Süden des Landes, wo ein Rebellenbündnis - zu dem der IS nicht zählt - seine Soldaten aus den Grenzgebieten zu Jordanien und Israel vertreiben will. In der Umgebung mehrerer ländlicher Orte in der Provinz Deraa seien bei Gefechten Dutzende Angreifer getötet worden, hieß es in syrischen Militärkreisen. Die Oppositionsgruppe berichtete zudem, Rebellen seien in der Nacht auch gegen Stellungen des Militärs in der Provinzhauptstadt Deraa vorgegangen.

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