Islamischer Staat Münzen für das Terror-Kalifat

Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat angekündigt eigene Gold- und Silbermünzen zu prägen. Die Extremisten wollen sich mit der Währung vom weltweiten Finanzsystem abkoppeln – und kommen doch nicht vom US-Dollar los.
  • Timo Stukenberg
19 Kommentare
Die Terrororganisation IS will sogar ihr eigenes Geld. Quelle: Getty Images

Die Terrororganisation IS will sogar ihr eigenes Geld.

(Foto: Getty Images)

KölnSie schmuggeln Erdöl, erpressen Lösegelder, erheben Steuern von Christen: Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) hat laut Schätzungen ein Milliardenvermögen erwirtschaftet. Jetzt wollen die selbsternannten Gotteskrieger in den von ihnen besetzten Gebieten eine eigene Währung einführen. Im Norden Iraks und in Syrien soll zukünftig mit Gold-, Silber- und Kupfermünzen bezahlt werden.

Das erklärte Ziel des IS ist es, sich von dem „tyrannischen Finanzsystem“ zu befreien, das der Westen den Muslimen aufoktroyiere. Der Schritt sei „Gott gewidmet“, teilten die Islamisten mit. Das wollen die Terroristen mit eigenen Münzen erreichen – und der Einführung des Goldstandards.

Insgesamt sieben Dinar-Münzen soll die neue Währung laut IS haben: Zwei aus Gold, drei aus Silber und zwei aus Kupfer. Die Münze mit dem höchsten Wert von fünf Dinar soll 21,25 Gramm 21-karätigen Goldes enthalten und rund 694 US-Dollar wert sein, berichtet die Financial Times. Die Münzen zeigen unter anderem eine Weltkarte, einen Speer und das weiße Minarett von Damaskus. Die Währung knüpft an die Tradition des ersten muslimischen Kalifats aus dem achten Jahrhundert an.

Der IS feiert bereits die mit dem Goldstandard vermeintlich verbundene Unabhängigkeit vom internationalen Finanzsystem. Doch die Führung um ihren Anführer Abu Bakr al-Baghdadi irre sich, wenn sie glaube damit den US-Dollar loszuwerden, sagt Adalbert Winkler, Professor für Internationale Finanzwissenschaft an der Frankfurt School of Finance & Management. „Die Münzen würden von den Menschen wohl nur unter Zwang gehalten, weil die Preise von Rohstoffen wie Gold, Silber und Kupfer hochvolatil sind.“ Sobald sie könnten, würden sie die Goldmünzen in eine stabilere Währung umtauschen – US-Dollar zum Beispiel.

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19 Kommentare zu "Islamischer Staat: Münzen für das Terror-Kalifat"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Nur Terroristen, die Mafia, Geldwäscher und Steuerhinterzieher haben Gold. Gold ist Terrormetall und gehört verboten."

    Wie süß, ein Troll.

  • Achso? Mehrwertsteuer? Gerne, dann auch auf Aktien und Fonds?

  • "sagt Adalbert Winkler, Professor für Internationale Finanzwissenschaft an der Frankfurt School of Finance & Management. „Die Münzen würden von den Menschen wohl nur unter Zwang gehalten, weil die Preise von Rohstoffen wie Gold, Silber und Kupfer hochvolatil sind.“ Sobald sie könnten, würden sie die Goldmünzen in eine stabilere Währung umtauschen – US-Dollar zum Beispiel."

    Hahahaha, ja klar. Herr Winkler, schauen Sie sich doch mal die Inflation des US-Dollars seit Abschaffung des Goldstandards an. Dagegen ist der Goldchart eine glatte Linie und Reiner Calmund ein dünner Mann.

    Was für ein Gerede. Gold ist gefallen, ja. Davor ist es aber weit höher gestiegen.

    Ich kann dieses Goldbashing nicht mehr hören. Herr Stock, hören Sie doch endlich mit diesem unreflektierten Dahergerede auf. Wir wissen alle, Sie können Gold nicht leiden, mögen Aktien und schreiben (vermutlich bewusst) nur von den nachgewiesenen Devisen- und Rohstoffmanipulationen der UBS. Denn dass darunter nicht wenig Goldpreismanipulationen zu verstehen sind, würde ihr Weltbild stören.

    Niemand will Gold und Silber als Allheilmittel anpreisen. Aber dieses Rumgehacke ist mittlerweile wirklich kaum zu ertragen. nebenbei sind Sie noch eine Antwort auf meinen letzten Kommentar schuldig, der auch über Gold gibt. Da war Gold mausetot (ein paar Tage später war es plötzlich wieder quicklebendig).

  • Für den Anfang könnte man Mehrwertsteuer darauf erheben wie auf jedes andere Produkt.

  • Die Terrormiliz will eigene Münzen einführen
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    Das wollen die Terroristen mit eigenen Münzen erreichen – und der Einführung des Goldstandards.

    Der Westen hatte den Goldstandard abgeschafft, dadurch wurde es einfach, buntes Papier in unbegrenzter Menge zu drucken.
    Es muss ja nicht mehr mit Gold abgesichert werden.
    Wenn man sieht, wie vor dem Euro die Lira, Peseta, Franc und Drachme laufend abwerteten, dann ist schon klar, das Gold eine stabile Währung ist.

  • IS bezeichnet eine Vereinigung von Kriminellen aller Länder. Unsere Aufgabe sollte es sein, hier ganz schnell einzuschreiten. Und das passiert auch. Was allerdings aufhören sollte, sind die Vielzahl von Berichterstattern, die sich von Kriminellen instrumentalisieren lassen und wirklich jede wirre Twittermeldung unter der IS Flagge kommentieren müssen...wir haben Glück, das es genug Staaten gibt die handeln statt nur zu reden.

  • Im AfD-Online Goldshop vllt. :-)

  • Wo kann man diese Münzen bei uns kaufen? Bei den Grünen?

  • Wen interessiert es was Verbrecher für Ideen haben? Mich nicht und ich wäre froh, wenn endlich das Spektakel erledigt wäre!

    Aber, so unglaublich wie das ist, die Verbrecher schaffen es täglich in die Schlagzeilen!

    Sie nutzen all die Errungenschaften der westlichen Welt um diese zu bekämpfen!! Schizophren nenn ich das!

    Die Irregeleiteten sollte man doch endlich unschädlich machen können! Wer kauft das Öl? Wer verkauft das Gold? Wo haben die jetzt die angeblichen Milliarden liegen? Dieses Geld tragen diese Typen doch nicht in den Taschen!!!

    Wer jubiliert denn wirklich, allerdings klammheimlich, die Waffenindustrie!!!!!!!!!!!

  • @ Herr Josef Schmidt
    Und Ihrer Ehefrau - im Falle, dass Sie eine haben - haben Sie zur Hochzeit einen Blechring geschenkt?? ;-)
    Darf ich für Sie Alan Greenspan, den wahrscheinlich bedeutendsten lebenden Geldexperten auf der Welt zitieren?
    "GOLD IS CURRENCY, NO FIAT CURRENCY, INCLUDING THE DOLLAR, CAN MATCH IT."
    http://www.zerohedge.com/news/2014-11-07/greenspans-stunning-admission-gold-currency-no-fiat-currency-including-dollar-can-ma
    Die Bürger des US-Bundesstaates Utah sind übrigens ähnlicher Auffassung: dort wurde Gold - neben dem USD - vor nicht allzu langer Zeit wieder gesetzliches Zahlungsmittel. Dort leben überwiegend Mormonen - selbstverständlich also alles Schwerverbrecher. ;-)
    Im Übrigen empfehle ich Ihnen auch Greenspans bahnbrechenden Aufsatz "Gold und wirtschaftliche Freiheit".
    Fiat Money nutzt dagegen aber in Wirklichkeit nur den Bankstern und den Politstern. Auch dessen ist sich Greenspan selbstverständlich ebenfalls absolut bewusst, da er denen "auf der dunklen Seite der Macht" ja selbst jahrzehntelang gedient hatte:
    "The United States can pay any debt is has, because we can always print money to do that. So there is zero probability of default."
    http://www.youtube.com/watch?v=q6vi528gseA&spfreload=10
    Was, glauben Sie wäre passiert, hätte er diesen Satz zu seiner Zeit als Fed-Chef gesagt, als er stattdessen nur unverständliches Zeugs nuschelte??

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