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Israel An der Grenze zum Gazastreifen fallen Schüsse – 37 Menschen sterben

Israel feiert den 70. Jahrestag seiner Gründung und den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem. Bei Protesten dagegen sterben 37 Menschen.
Update: 14.05.2018 - 14:38 Uhr 10 Kommentare

Israels Staatsgründung jährt sich – Dutzende Tote bei palästinensischen Protesten

Gaza/Jerusalem/Tel AvivIn Israel haben die Feiern zur Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem begonnen. Schon Stunden vorher ist es am Montag zu heftigen Protesten der Palästinenser gekommen. Dabei starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 37 Menschen. Es ist damit der Tag mit den meisten Todesopfern seit dem Gaza-Krieg 2014.

Bewohner des Gazastreifens waren am Montag ins Grenzgebiet geströmt, um gegen die seit zehn Jahren andauernde Blockade des Territoriums zu protestieren. Israelische Soldaten schossen auf die Palästinenser. Bis zu einer Million Menschen waren im Gazastreifen erwartet worden. Israelische Medien berichten derzeit von etwa 35.000 Menschen, die am Grenzzaun protestieren.

Die Bundesregierung hat sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen im Nahost-Konflikt geäußert. Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem dürfe „kein Anlass sein für Gewalt“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Maria Adebahr, am Montag in Berlin. Zugleich sei auch Israel verpflichtet, „das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zu wahren“.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte bei einer Feier im Außenministerium am Sonntag die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die USA wollen die Botschaft am Nachmittag im Beisein von rund 800 Gästen eröffnen. Dieser Schritt sei mutig und richtig gewesen, sagte er in Gegenwart von Trumps Tochter Ivanka und ihrem Ehemann Jared Kushner. Die Botschaft soll am Montag offiziell eröffnet werden. Netanjahu sprach zuvor von einem „bewegenden Tag für das Volk Israel und den Staat Israel“. Bei Twitter zitierte er aus der Bibel: „Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende.“

In Flugblättern, die am Montag mit Flugzeugen verteilt wurden, hatte das israelische Militär mitgeteilt, dass gegen jeden Versuch vorgegangen werde, den Sicherheitszaun zu beschädigen oder Anschläge zu verüben. Man habe an die Menschen appelliert, sich nicht von der im Gazastreifen herrschenden Hamas missbrauchen zu lassen, hieß es in der Mitteilung der Armee.

Die Hamas wird von Israel, EU und USA als Terrororganisation eingestuft und hat sich die Zerstörung des Staates Israel auf die Fahne geschrieben. „Erlaube es der Hamas nicht, Dich auf zynische Weise als ihre Marionette zu missbrauchen“, heißt es auf einem der Flugblätter. „Halte Dich fern vom Sicherheitszaun, terroristischen Aufrührern und gewalttätigen Demonstranten!“ und „Rette Dich selbst und setze lieber darauf, Dir eine gute Zukunft aufzubauen!“

Die Eröffnung der amerikanischen Botschaft ist international umstritten. US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember im Alleingang als Hauptstadt Israels anerkannt. Dies löste schwere Unruhen in den Palästinensergebieten aus. Israel feiert den Schritt dagegen als großen politischen Triumph.

Die arabische Liga hat eine Sondersitzung wegen der umstrittenen Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem angesetzt. Die Staatengruppe werde den „illegalen Schritt“ bei einem Treffen am Mittwoch erörtern, meldete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena unter Berufung auf einen Diplomaten.

In Jerusalem selbst begingen am Sonntag Zehntausende den sogenannten Jerusalemtag, der an die Eroberung des Ostteils der Stadt durch israelische Truppen im Sechstagekrieg 1967 erinnert. Sie schwenkten israelische Flaggen und zogen singend und tanzend durch die Straßen. Die Polizei sprach von mehr als 30.000 Teilnehmern. Gemäßigte Gruppen protestierten gegen den Aufzug.

Palästinenser empfinden den Umzug der US-Botschaft als Provokation, weil sie Ost-Jerusalem zur Hauptstadt ihres künftigen Staates machen wollen. Sie protestieren zudem seit Wochen gegen die Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten. Israelisches Militär reagierte mit Tränengas und scharfen Schüssen auf Personen, die dem Grenzzaun zu nahe kommen. Bislang wurden bei den Protesten mehr als 40 Palästinenser getötet.

In der neuen Woche wird aber nicht nur die umstrittene Botschaft eröffnet, Israel begeht auch den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung und die Palästinenser erinnern an die darauf folgenden Vertreibungen aus dem heutigen Staatsgebiet. Vor allem an der Grenze zum Gazastreifen ist die Lage zum Zerreißen angespannt: Die dort regierende radikalislamische Hamas hat dazu aufgerufen, die israelische Blockade zu durchbrechen, um ein Recht auf Rückkehr in damals verlorene Häuser durchzusetzen.

Israel hat seine Truppen an der Grenze unter anderem durch Spezialeinheiten, Scharfschützen und Geheimdienstler verstärkt. Auch ins Westjordanland wurden zusätzliche Soldaten geschickt. Die Hamas kündigte dagegen an, die Proteste würden wie angekündigt stattfinden.

Die Gesundheitsbehörden im Gazastreifen bereiteten sich auf zahlreiche Opfer vor. Es seien Zelte aufgestellt worden, um die Notaufnahme mit ihren 20 Betten zu entlasten, sagte der Sprecher des größten Krankenhauses in Gaza, Aiman Sahbani. Wenn das Schifa-Krankenhaus allerdings mit voller Kraft arbeite, werde ihm bald die Medizin ausgehen. Das Spital sei von der zehn Jahre langen Blockade des Gazastreifens schwer getroffen.

Im Gazastreifen werden zudem Kochgas und Diesel knapp. Protestierende Palästinenser hatten am Freitag eine Anlage zerstört, über die diese Energieträger aus Israel in den Küstenstreifen kommen. Israel schloss daraufhin den Übergang Kerem Schalom und erklärte, es werde Wochen dauern, bis die Millionenschäden beseitigt seien. Regierungsbeamte in Gaza sagten, die Vorräte reichten jetzt noch für sieben bis zehn Tage. Unklar war, wann Lastwagen wieder Verbrauchsgüter nach Gaza bringen würden.

Den Friedensprozess zwischen Palästinensern und Israel hielt US-Außenminister Mike Pompeo indes noch nicht für endgültig auf Eis gelegt. Die Vereinigten Staaten hofften noch immer auf ein „erfolgreiches Ergebnis“ in dem Konflikt, auch wenn Trumps Regierung die Botschaft nach Jerusalem verlegen werde. Mit Blick auf die Sicherheit vor Ort sagte Pompeo, nicht nur US-Regierungsinteressen seien sichergestellt, sondern auch amerikanische Staatsbürger könnten sich dort sicher bewegen. Dafür seien einige Schritte unternommen worden.

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10 Kommentare zu "Israel: An der Grenze zum Gazastreifen fallen Schüsse – 37 Menschen sterben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Nampf,

    vielleicht liegt es auch an überbordender Vorsicht beim HB. Denn binnen 24 Stunden sind hetzerische Kommentare zu löschen. Sonst riskiert man eine Meldung beim Bundesamt für Justiz - und die zocken gerne richtig fest ab.

    Da kann es sein, dass ein für die Redaktion "bedenklicher" Kommentar" gleich mal vorsorglich mit eliminiert wird. Das kann natürlich auch mit der politischen "Bildung" des Zensors zusammenhängen.

    Fakt ist - die 24-Stunden-Frist wurde eingehalten :)

  • nochmal G. Nampf 14.05.2018, 10:25 Uhr (offensichtlich ist Sinn für die Realität hier nicht gefragt):

    In Gazastreifen und im Westjordanland wird es erst dann Frieden geben, wenn in beiden Landesteilen nur Israelis leben.

    Der Ansatz "Land für Frieden" ist gescheitert- am Friedensunwillen der Palästinenser.

  • Herr Nampf,

    da das HB keine Veranlassung sieht, Kommentare, die der Doktrin des maaslosen Gesetzes entsprechen, zu löschen, wird das HB die geistigen Brandstifter und Hetzer wohl nicht der Staatsanwaltschaft anzeigen.

    Da hilft nur Selbsthilfe - und da das HB ja ein liquides Unternehmen ist, eine Meldung an das Bundesamt für Justiz wegen verweigerter Löschpflicht. Das wird dann richtig teuer.

  • Wer greift an? Israel? Oder wollen die Islamgläubige sofort ins Paradies und weigern sich, ihre Heimat auf zu bauen?

  • @ Toni Ebert
    14.05.2018, 14:35 Uhr

    " (Völkermord, Bruch der U.N Resolutionen, Vergehen gegen die Menschlichkeit, Bruch Völkerrecht, Missachtung der Eigentumsrechte der Urbevölkerung)."

    Oje, noch ein Fall für den Staatsanwalt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Herr G. Nampf,

    zu Ihrer durchaus richtigen Erkenntnis bin ich schon etwas länger gekommen, denn der schreibt permanent solche gegen Israel gerichteten Kommentare.

    Mich wundert ehrlich gesagt, dass dieser Links- oder Grünfaschist vom HB noch nicht gesperrt wurde.

    Mit "ein Fall für den Staatsanwalt" haben Sie völlig recht. Das Problem wird nur sein, es ist kein rechter Antisemit!

    Sieht man auch beim HB - habe den Kommentar (was ich eigentlich nicht praktiziere) vor über 1 Std. gemeldet. Wie man sieht, mit überwaltigendem Erfolg.

  • @Kurt Bäcker
    14.05.2018, 12:00 Uhr

    "Die Vernichtung Israels ist ein Gebot für die Menschheit."

    Ups, wir haben also einen (?) echten Antisemiten hier im Forum.
    Sie sind ein Fall für den Staatsanwalt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.