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Israel Gemäßigte Rivalen von Netanjahu schließen sich zusammen

Paukenschlag im politischen System Israels: Die neue Allianz könnte dem Premier und seiner Likud-Partei bei den Wahlen im April gefährlich werden.  
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Der ehemalige Generalstabschef Benny Gantz und Yair Lapid, Chef der liberalen Partei Jesch Atid, haben sich zusammengeschlossen, um bei den Wahlen gegen Premier Bibi Netanjahu anzutreten. Quelle: AFP
Benny Gantz und Yair Lapid

Der ehemalige Generalstabschef Benny Gantz und Yair Lapid, Chef der liberalen Partei Jesch Atid, haben sich zusammengeschlossen, um bei den Wahlen gegen Premier Bibi Netanjahu anzutreten.

(Foto: AFP)

Tel Aviv Premier Benjamin Netanjahu konnte bisher fest damit rechnen, die Wahlen vom 9. April mit deutlichem Abstand auf seine Herausforderer zu gewinnen. Doch seit Donnerstag muss er zittern:  In den Morgenstunden einigten sich zwei Parteichefs darauf, eine Allianz einzugehen, die Netanjahu besiegen soll. Zusammen haben Benny Gantz, der ehemalige Generalstabschef, und Yair Lapid, ein früherer Finanzminister, in der Tat reelle Chancen, Netanjahu als Premier abzulösen.

Sie handelten dabei aus einem „Gefühl der tiefen nationalen Verantwortung“, teilte ein Sprecher Lapids mit. „Die Partei wird ein neues Führungsteam bilden, das Israels Sicherheit garantiert und die gespaltenen Teile der israelischen Gesellschaft wieder zusammenführt.“

Politik-Newcomer Gantz, der seine Partei „Hossen LeIsrael, Widerstandskraft für Israel“, erst im Dezember gegründet hat, wurde schnell zum Polit-Star, obwohl er alles andere als Glamour versprüht. Noch bevor er sich über seine Ziele geäußert oder sein Team vorgestellt hatte, war er in den Umfragen bereits auf Platz Zwei. Gantz ist für viele ein Hoffnungsträger, der das Jahrzehnt Netanjahu beenden könnte.

Mit der primären Botschaft „Alternative zu Netanjahu“ wirbt auch Lapid, der vor sechs Jahren seine Partei „Wir haben eine Zukunft“ gegründet hat, die vor allem den Mittelstand anspricht.

Gantz, die eher zurückhaltende, drahtige, 1,95 Meter große Hünengestalt, und Lapid, der ehemalige TV-Moderator, der ein hervorragender Rhetoriker ist, sind ein ungleiches Paar. Auf die Ausarbeitung eines Parteiprogramms haben sie verzichtet. Das wäre schwierig, da wichtige Mitglieder der beiden Parteien in zentralen Fragen unterschiedlichste Meinungen vertreten.

Unter dem selben Dach finden sich Positionen, die gegenüber den Palästinensern für territoriale Kompromisse eintreten, während andere nichts davon wissen wollen. Deshalb ist es unklar, welchen Kurs die Allianz Gantz/Lapid nach einem Wahlsieg gegenüber den Palästinensern einschlagen würde.

Der gemeinsame Nenner der jungen Allianz ist lediglich „Nur nicht Bibi“, wie Netanjahu von Freund und Feind genannt wird. Alle anderen Fragen - von der Außen- bis zur Wirtschaftspolitik - erscheinen ihr zweitrangig.

Während die Diskussion über Inhalte auf später verschoben wurde, sorgte die Frage, ob Gantz oder Lapid im Falle eines Wahlsieges Premierminister werden würden, für Aufregung. Die beiden einigten sich schließlich auf einen Kompromiss. Sollte ihre Allianz das Rennen machen, wird zunächst Gantz Premier und Lapid Außenminister. Nach zweieinhalb Jahren, so die Vereinbarung, würden die Rollen getauscht.

Dass Gantz gegenüber Lapid den Vorrang hat, dürfte die Siegeschancen der Allianz erhöhen. Gantz genießt mit seinem ruhigen Auftreten und seinem Hintergrund als Armeechef bei vielen Bürgern viel Kredit.

Beide werden in den nächsten Wochen aber nicht nur auf Meinungsumfragen schauen, um sich ein Bild über ihre Popularität zu machen. Mindestens ebenso wichtig ist für sie die Frage, ob Netanjahu der Korruption angeklagt wird. Dann wäre ein Wahlsieg der jungen Allianz ziemlich sicher. Ob das noch nicht getestete Duo allerdings in der Folge stabil genug sein wird, um Differenzen zu bereinigen, ohne dass die Allianz auseinanderbricht, wird sich erst noch zeigen müssen.

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1 Kommentar zu "Israel: Gemäßigte Rivalen von Netanjahu schließen sich zusammen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich hoffe Netanjahu wird abgeloest, aber durch eine gemaessigte Fuehrung. Offenbar aber
    weiss man bei den Kandidaten nicht wo es lang geht.

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