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Israel Tel Aviv, das Paradies für Homosexuelle

Bei Israel denken viele an strengreligiöse Werte. Im Umgang mit Homosexualität ist das Land jedoch eines der fortschrittlichsten der Welt. Vor allem in Tel Aviv können Schwule und Lesben frei feiern.
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Eine Gay-Pride-Parade in Tel Aviv: Männer, die mit Männern Hand in Hand laufen, gehören zum Straßenbild, an den kilometerlangen Sandstränden kuscheln sich auch Frauen an Frauen. Quelle: Reuters

Eine Gay-Pride-Parade in Tel Aviv: Männer, die mit Männern Hand in Hand laufen, gehören zum Straßenbild, an den kilometerlangen Sandstränden kuscheln sich auch Frauen an Frauen.

(Foto: Reuters)

Tel AvivRegenbogenfahnen wehen an jeder Ecke. Sogar die Bordsteine sind in einigen Straßen in den Symbolfarben der schul-lesbischen Gemeinschaft bemalt. Tel Aviv ist am Tag der Gay Pride Parade im Ausnahmezustand.

Viele wichtige Verkehrsadern sind gesperrt. Dort wo sich sonst die Autos dicht an dicht drängen, tanzen Menschen, meist leicht bekleidet oder kunterbunt angezogen. Aus den Lautsprechern wummern tiefe Bässe.

Rund 140 000 Menschen sind nach Angaben der Veranstalter zum Feiern in Israels Metropole gekommen. Eine Stadt, die auch sonst den Ruf als Party-Hochburg hat, auf deren Straßen oft bis in den frühen Morgen hinein junge Menschen tummeln. Und die als besonders liberal beim Thema Homosexualität gilt.

Männer, die mit Männern Hand in Hand laufen, gehören zum Straßenbild, an den kilometerlangen Sandstränden kuscheln sich auch Frauen an Frauen. Und das in einem Land, das von außen oft als konservativ und tiefreligiös gesehen wird. Ein schiefes Bild.

Tatsächlich sei Israel in Bezug auf den Umgang mit Homosexualität eines der fortschrittlichsten Länder überhaupt, sagt Shai Deutsch, der Vorsitzende der Organisation Aguda, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzt. Natürlich gebe es Vorbehalte unter orthodoxen Juden und konservativen Muslimen. Generell habe man aber Möglichkeiten, die man auch in den meisten anderen Ländern nicht habe, von den Nachbarstaaten im Nahen Osten ganz zu schweigen.

Es gibt zwar keine Homo-Ehe, dafür sei es für Schwule und Lesben einfach, ein Kind zu adoptieren. Selbst in der Armee, die durch den zwei bis drei Jahre dauernden Wehrdienst der größte Arbeitgeber des Landes ist, ist das Thema kein Tabu.

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, die das Thema mit der Doktrin „Don't ask, don't tell“ unter den Teppich kehren, kann man sich im israelischen Militär problemlos als homosexuell outen. Karl Walter kann dazu aus eigener Erfahrung berichten.

„Die halbe Armee ist schwul.“
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