Italien Berlusconi will doch nicht regieren

Will er nun oder will er nicht? Silvio Berlusconi möchte nach neuesten Aussagen nun doch nicht der nächste Ministerpräsident Italiens werden. Indes warnt Mario Monti vor einem Comeback seines „unfähigen“ Vorgängers.
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Der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Quelle: Reuters

Der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

(Foto: Reuters)

RomEr wollte angeblich nicht Italiens nächster Regierungschef werden, dann schmiss er überraschend doch seinen Hut in den Ring - und jetzt sammelt er ihn wieder ein: Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Sonntag ein weiteres Mal kategorisch ausgeschlossen, im Falle eines Sieges seines Mitte-Rechts-Bündnisses bei den kommenden Parlamentswahlen erneut die Regierungsgeschäfte leiten zu wollen.

Stattdessen brachte der Medienzar seinen politischen Erben und früheren Justizminister Angelino Alfano in Stellung: "Wenn wir gewinnen, wird Angelino Alfano Ministerpräsident", sagte Berlusconi dem Fernsehsender Sky TG24.

Seit Wochen hatte Berlusconi mehr oder minder offen mit einer vierten Amtszeit geliebäugelt. Ganz im Duktus des Kandidaten trat er als scharfer Kritiker seines zurückgetretenen Nachfolgers Mario Monti in Erscheinung.

Bei der für den 24. und 25. Februar vorgesehenen Wahl zeichnet sich ein Dreikampf zwischen Montis Koalition aus Vertretern der politischen Mitte, Berlusconis Bündnis aus seiner Partei Volk der Freiheit (PdL) mit deren altem Koalitionspartner Lega Nord sowie der in Umfragen führenden linksgerichteten Demokratischen Partei (PD) von Pier Luigi Bersani ab. Bersani dürfte aktuellen Prognosen zufolge kaum genügend Stimmen für eine absolute Mehrheit bekommen, Berlusconis Gruppierung liegt aber abgeschlagen im Hintertreffen.

Indes hat der bisherige italienische Ministerpräsident Mario Monti seine Landsleute aufgerufen, die politische Führung nicht noch einmal den "Unfähigen" anzuvertrauen. Monti machte bei der Vorstellung seiner eigenen Liste für die Parlamentswahl am 24. und 25. Februar am Sonntag klar, dass er zu diesen "Unfähigen" die Regierung seines konservativen Vorgängers Silvio Berlusconi rechnet.

"Die alte Politik darf nicht wieder aufleben", sagte Monti, der von November 2011 bis Dezember 2012 eine Technokraten-Regierung führte und dann durch seinen Rücktritt den Weg für Neuwahlen freimachte. Die Technokraten-Regierung wäre damals nicht eingesetzt worden, wenn "die öffentlichen Angelegenheiten von fähigen und glaubwürdigen Persönlichkeiten" verwaltet worden wären, fügte Monti in der Tageszeitung "Corriere della Sera" hinzu.

Monti tritt bei der Wahl mit einer Zentrums-Liste an, in der prominente Vertreter der Zivilgesellschaft und Katholiken den Ton angeben. Die "Scelta Civica" ("Bürgerwahl") könnte laut Umfragen auf einen Stimmenanteil von rund 15 Prozent kommen. Derzeit ist es nicht wahrscheinlich, dass sie bei der Regierungsbildung die führende Rolle übernimmt. Diese Aufgabe könnte eher der Demokratischen Partei von Pier Luigi Bersani zufallen, mit der Montis Liste zusammengehen würde.

  • afp
  • dapd
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6 Kommentare zu "Italien: Berlusconi will doch nicht regieren"

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  • Auf einmal ist Berlusconi unfähig,dabei hat Monti währenddessen Amtszeiten, den größten Schnitt gemacht!

  • Wie weit Staat und Bürger sich voneinander getrennt haben, läßt sich daran erkennen, dass in Zukunft geplant ist nur noch Barzahlungen bis 50,- bzw. 100,- € zuzulassen.
    das sagt doch alles zum Verhältnis Staat und Bürger und das Misstrauen besteht, egal welche Regierung!

  • Ein Politkasper der sich das letzte mal aufbäumt. Dann aber sagenhaft untergehen wird. (und hoffentlich auch ins Gefängnis)Leider sehe ich schwarz für Italien. Ein wunderschönes Land mit einer total korrupten Politikerelite, einem komplizierten und ineffizienten Steuersystem, aufgeblähten Verwaltungsapparat und durch und durch infiltrierten Mafiageschäften.

  • Jetzt macht sich "Rudel-Journalismus" wieder breit!

  • Der Berluskoni weiß nicht was er will, warum muß man dann diese Dumpfbacke überhaupt noch sehen?

  • Haben in Deutschland die Medien nicht besseres zu tun als andauernd über Berlusconis Schicksal zu berichten?
    Die Anbiederung mit Frankreich und die permanente Entwertung Italien erinnert an die Vorkriegsjahren.
    Die Deutsche werden es doch nie lernen.

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