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Italien Berlusconi wittert seine Chance

Nach dem Abgang seines Erzrivalen Romano Prodi greift Silvio Berlusconi wieder nach der Macht. Der frühere Regierungschef und reichste Mann Italiens trommelt für schnelle Neuwahlen, die er Umfragen zufolge leicht gewinnen würde. Sein Gegenspieler ist Giorgio Napolitano: Der Präsident Italiens will eine Übergangsregierung, die das Wahlgesetz ändern könnte.
Will Nachfolger von Romano Prodi werden: Silvio Berlusconi. Foto: ap Quelle: ap

Will Nachfolger von Romano Prodi werden: Silvio Berlusconi. Foto: ap

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HB Rom. Nach dem Sturz von Ministerpräsident Romano Prodi droht Italien eine politische Hängepartie. Staatspräsident Giorgio Napolitano kündigte an, er wolle bis Dienstag über Neuwahlen oder die Bildung einer von allen Lagern getragenen Übergangsregierung entscheiden. Dazu wollte der 82-jährige Ex-Kommunist am Freitagnachmittag Konsultationen mit den Parteien beginnen.

Die vom früheren Regierungschef Silvio Berlusconi geführte Opposition wiederholte ihre Forderung nach raschen Wahlen, die den reichsten Mann Italiens Umfragen zufolge wieder an die Macht bringen dürften. Der 71-Jährige fühlt sich wieder einmal berufen, Italien vor einer Regierung zu retten, die nach seiner Lesart aus Kommunisten und Dilettanten besteht.

Prodi war am Donnerstag nach einer verlorenen Vertrauensabstimmung im Senat zurückgetreten, nachdem er im Senat die 32. Vertrauensabstimmung seiner Amtszeit verloren hatte. Der 68-jährige frühere Präsident der EU-Kommission stand 20 Monate lang an der Spitze einer Mitte-Links-Koalition, die die 61. Regierung Italiens seit dem Zweiten Weltkrieg bildete. Im Senat hatte das Bündnis seine hauchdünne Mehrheit verloren, was die jüngste Regierungskrise auslöste.

Präsident Napolitano gilt als Gegner einer vorgezogenen Wahl unter dem derzeitigen Wahlrecht. Das Staatsoberhaupt will in seinen Konsultationen stattdessen die Chancen einer Übergangsregierung ausloten, deren wichtigste Aufgabe eine Änderung der Wahlgesetze wäre. Als möglicher Chef eines solchen Kabinetts gilt Senatspräsident Franco Marini, mit dem Napolitano sich zunächst beraten wollte.

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