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Italien-Hilfe Berlusconi will keine Lektionen von EU-Partnern

Wegen wachsender Zweifel an der Spar-Fähigkeit Italiens prüfen Experten nun drastischere Schritte. Ein Fall für die neuen Instrumente des Rettungs-Fonds. Derweil hadert Premier Berlusconi mit Merkel und Sarkozy.
24.10.2011 Update: 24.10.2011 - 19:38 Uhr 39 Kommentare
Sparen tut weh: Italiens Premier Berlusconi bekommt derzeit Druck von anderen Staats-Chefs. Quelle: dapd

Sparen tut weh: Italiens Premier Berlusconi bekommt derzeit Druck von anderen Staats-Chefs.

(Foto: dapd)

Rom/Brüssel In der Eurozone wachsen offenbar die Sorgen, dass Italien als nächstes Land von der Schuldenkrise angesteckt wird. Auf Expertenebene wird inzwischen geprüft, mit Geld aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF italienische Staatsanleihen vom Markt zu kaufen, wie ein EU-Diplomat am Montag in Brüssel der Nachrichtenagentur AFP sagte.

In diesem Fall wäre es das erste Mal, dass die neuen Instrumente des Fonds eingesetzt werden. Italien gilt wegen seiner Schuldenlast in Höhe von 1,9 Billionen Euro als Wackelkandidat in der Euro-Krise. Die Regierung in Rom verabschiedete zwar bereits mehrere Sparprogramme; es gibt unter den europäischen Partnern aber Zweifel, ob diese auch wirklich umgesetzt werden.

In der Arbeitsgruppe der Eurogruppe gebe es Vertreter, „die sich fragen, ob es nicht an der Zeit ist, Italien diesen Schritt vorzuschlagen“, sagte der Diplomat und bestätigte damit einen Bericht der französischen Zeitung „Le Monde“. Es gehe dabei um eine „Vorsichtsmaßnahme“.

Der Euro-Rettungsfonds darf nach seiner kürzlich beschlossenen Stärkung Staatsanleihen von Wackelkandidaten auf dem Sekundärmarkt, also bei Investoren, aufkaufen. Dieser Schritt hieße nicht, dass Italien unter den Rettungsschirm flüchten müsste.

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    „Es geht nicht darum, ein umfassendes wirtschaftliches Anpassungsprogramm wie im Fall von Griechenland, Irland und Portugal aufzulegen“, sagte ein weiterer EU-Diplomat. Noch sei auch keine Entscheidung zu Italien gefallen. Der vorsorgliche Aufkauf von Staatsanleihen eines Landes durch den Rettungsfonds auf dem Sekundärmarkt soll genau diesen Schritt verhindern. Diese Maßnahme erfordert außerdem zuvor die Feststellung „außergewöhnlicher Umstände auf dem Finanzmarkt“ durch die Europäische Zentralbank (EZB).

    Derweil hat der italienische Ministerpräsident Berlusconi hat auf Drängen der Europäischen Union für Montagabend eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen. Angesichts der europäischen Schuldenkrise will er gemeinsam mit seinen Ministern über Maßnahmen zur Ankurbelung des italienischen Wirtschaftswachstums beraten. Die EU hatte Italien auf dem Brüsseler Gipfel am Wochenende aufgefordert, bis Mittwoch entsprechende Pläne vorzulegen. Berlusconi hat sich indes gegen Ratschläge aus Berlin und Paris verwahrt, mit entschlossenen Maßnahmen Wirtschaftswachstum herbeizuführen. Niemand müsse sich Sorgen über die Stabilität der italienischen Wirtschaft machen, sagte er in einer am Montag zu einer Krisensitzung seines Kabinetts veröffentlichten Erklärung.

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    39 Kommentare zu "Italien-Hilfe: Berlusconi will keine Lektionen von EU-Partnern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Deutschland und Frankreich werden noch ihr blaues Wunder erleben mit uns. Ihr habt und jetzt sehr gekränkt. Denn in der Kunst der Erpressung und Bestechung sind wir euch weit überlegen. Wir können genauso "schlau" sein wie die Griechen. Eines wissen wir genau, ihr könnt es euch gar nicht leisten unsere Staatsanleihen nicht mehr zu kaufen.
      Spaghetti 1

    • Von ähnlicher Art Ihr Kommentar, der beim SPIEGEL heute veröffentlicht wurde und sich auf GB-Cameron bezog:
      .

      Zitat:
      Ich mag England und fühle mich bei meinen Besuchen dort sehr wohl

      Trotzdem hat Szarkosy völlig recht, wenn er sagt, daß die gegenwärtige Diskussion die Sache der Eurogruppe ist und englischer Rat nicht benötigt wird.

      Im übrigen kann England gern aus der EU aussteigen, denn so sehr ich da Land und die Menschen schätze, Saboteure braucht niemand...
      .

      DORT ETWAS LOBEN, HIER UM SO GRÖBER DRAUF TRETEN...
      Also auf eine typisch linkisch-linke Art sich hergeben. Wohl professionell vereinnahmt worden...

    • Von ähnlicher Art Ihr Kommentar, der beim SPIEGEL heute veröffentlicht wurde und sich auf GB-Cameron bezog:
      .

      Zitat:
      Ich mag England und fühle mich bei meinen Besuchen dort sehr wohl

      Trotzdem hat Szarkosy völlig recht, wenn er sagt, daß die gegenwärtige Diskussion die Sache der Eurogruppe ist und englischer Rat nicht benötigt wird.

      Im übrigen kann England gern aus der EU aussteigen, denn so sehr ich da Land und die Menschen schätze, Saboteure braucht niemand...
      .

      DORT ETWAS LOBEN, HIER UM SO GRÖBER DRAUF TRETEN...
      Also auf eine typisch linkisch-linke Art sich hergeben. Wohl professionell vereinnahmt worden...

    • sieht so aus!

    • @oeflingen: Nein, das Spiel haben Sie nicht verstanden. Herr Berlusconi vertritt sein Land hervorragend. Er hat in diesem europäischen Ränkespiel drei Italiener in der EZB platziert. Mehr geht nicht!!

    • @Ron777: Lieber Apell, aber die Abstimmung im Bundestag ist nur eine Schiene auf dem Raubzug gegen Deutschland.
      Die liebe Frau Merkel hat wohl im Gegenzug, dass der in der Öffentlichkeit diskutierte EFSF nicht zur Bank und "nur" zum Hebel wird, dem Herrn Sarkozy und Anhang einen schönen Preis gezahlt. Die EZB wurde aufgefordert weiterhin aktiv am Krisenmanagement mitzuarbeiten. Heisst nichts anderes als das die EZB wohl zur grössten Bad Bank wird. Da fehlen einem schon die Worte, nachzuschauen auf "faz".

    • Bé dit, nano! Están bé fututs els catalans i fins i tot els espanyols, pero el qui sap treure pá de les pedres mai morirá! Anims! Vindrán altres temps i aixó va a misa!

    • Ich war auch gerade ein paar Tage in Italien und kann diese Beschreibung nur bestätigen. Italiens Problem heisst zuallererst Berlusconi. Der alte Bock ist doch gar nicht in der Lage, auch nur einen nüchternen Gedanken auf die Problematik zu lenken, dem flimmert doch permanent nur Bunga Bunga vor den Augen. Sowas als MP eines wichtigen EU-Landes ist untragbar und eine Beleidigung für jeden, der noch etwas Anstand im Leib hat.

    • Da "Triple-B-Berlusconi" (Bunga-Bunga-Berlusconi) offenbar immer nur an das Eine denkt, ist offensichtlich in seinem Hirn kein Platz mehr für die bedrohliche Realität in Italien.

    • Ich hasse Großschreibpassagen, aber inhaltlich haben Sie Recht. Es ist schon sagenhaft, mit wie wenig Kontrolle hier unsere Kohle verschleudert wird.

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