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Italien Unternehmerverbands-Chefin Panucci: „Wir erwarten eine klare Wirtschaftspolitik"

Maßnahmen für Wachstum und Transparenz bei der Finanzierung, das fordern die italienischen Unternehmer. Investoren würden sonst abgeschreckt.
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Die Geschäftsführerin des Industrieverband Confindustria verfolgt die Krise in Rom genau. Quelle: Confindustria
Marcella Panucci

Die Geschäftsführerin des Industrieverband Confindustria verfolgt die Krise in Rom genau.

(Foto: Confindustria)

Der Industrieverband Confindustria, der italienische BDI, verfolgt die Regierungskrise in Rom genau. Wer immer regiert, muss glaubwürdig agieren, sagt Marcella Panucci, Geschäftsführerin des Verbands. Dazu gehört auch das Bekenntnis zu Europa.

Frau Panucci, welche Lösung der Krise wollen die italienischen Unternehmer am liebsten: eine Koalition von Fünf Sternen und PD, eine Expertenregierung oder Neuwahlen?
Die Glaubwürdigkeit der Confindustria basiert auf der Unabhängigkeit von Parteien und Regierungen, dabei bleiben wir auch heute. Deshalb beteiligen wir uns auch nicht an der Diskussion über Neuwahlen oder nicht. Bei jeder Art von Lösung muss es aber eine Strategie und klare Ziele geben. Für uns geht es nicht um das „Wie“ – Wahlen oder eine neue Regierung –, nicht um das „Mit wem“, sondern um das „Was“, also die Inhalte.

Was fordern die Unternehmer von der Politik?
Wir wollen ein geeintes Land, das die soziale Ungleichheit bekämpft und seinen Bürgern das Gefühl vermittelt, keine Angst vor der Zukunft zu haben. Das nicht auf den nächsten Tag, sondern die nächsten 20 Jahre schaut. Wir appellieren an das Verantwortungsgefühl aller politischen Kräfte. Sie müssen eine klare Wirtschaftspolitik vorlegen und sagen, wie sie diese finanzieren wollen und welchen Effekt sie auf die Realwirtschaft hat.

Wie können die Bedenken der Investoren beruhigt werden? Italien ist ja weiter unter Beobachtung.
Die Marktteilnehmer warten ab, was passiert, würden aber jede irrationale Lösung abstrafen. Dazu muss es Klarheit über unsere Zugehörigkeit zum Euro und zur EU geben, die darf nie infrage gestellt werden.

Im Herbst stehen die Haushaltsberatungen an. Meinen Sie, die Termine werden eingehalten und die Erhöhung der Mehrwertsteuer kommt?
Der Haushalt muss sofort eingebracht werden, und der Staatspräsident zielt darauf hin. Egal, welche Lösung es gibt, die Termine müssen eingehalten und die Erhöhung der Mehrwertsteuer muss abgewendet werden. Auch hier muss klar kommuniziert werden, wie, also mit welchen Ressourcen. Das ist eine Frage der Verantwortung gegenüber allen Italienern und unseren europäischen Partnern.

Was sind die Prioritäten, um das Land wieder in Schwung zu bringen?
Arbeit, öffentliche und private Investitionen. Die Lohnnebenkosten müssen gesenkt werden, damit die Gehälter steigen können, und es muss einen Plan für die Inklusion der Jungen in den Arbeitsmarkt geben. Dann Investitionen in Infrastrukturen, die Menschen und Regionen zusammenbringen, und Schulen und Universitäten müssen im Zentrum jeder Regierungspolitik stehen.

Mehr: Neuwahlen, die Salvini wieder an die Macht bringen könnten, wären die schlechteste Lösung für Italien. Denn die Zeit läuft dem verschuldeten Land davon.

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