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IW-StudieIn MINT-Berufen verdienen Beschäftigte überdurchschnittlich – dennoch ist die Fachkräftelücke groß

In den naturwissenschaftlich-technischen Berufen liegt das Einkommen deutlich über dem vieler anderer Bereiche – und das bei allen Qualifikationsniveaus. Und doch ist die Lage besorgniserregend.Frank Specht 29.12.2022 - 11:59 Uhr Artikel anhören

Aktuell fehlen gut 326.000 Arbeitskräfte mit naturwissenschaftlich-technischer Qualifikation.

Foto: dpa

Berlin. Sie sind besonders knapp und werden gleichzeitig für Zukunftsaufgaben wie die Digitalisierung oder die Dekarbonisierung dringend gebraucht: Fachkräfte mit einer Qualifikation in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (MINT).

Dass ein knappes Angebot bei steigender Nachfrage den Preis bestimmt, zeigt sich bei der Entlohnung. So verdienen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in den MINT-Berufsgruppen im Mittel 4163 Euro brutto im Monat, wie aus einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

Der Medianlohn aller Beschäftigten liegt mit 3516 Euro deutlich darunter. Der Median spaltet die Einkommensverteilung genau in der Mitte, das heißt, die eine Hälfte der Beschäftigten verdient weniger, die andere mehr.

Die besseren Verdienstmöglichkeiten im Vergleich zu anderen Berufen zeigen sich bei allen Qualifikationsniveaus: den Facharbeitern mit Berufsausbildung, den Spezialisten mit Meister- oder Technikerabschluss und den Akademikern.

Betrachtet man nur die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen, erzielen Facharbeiter die höchsten Medianlöhne in der Informatik (4185 Euro), der Technischen Forschung und Produktionssteuerung (3778 Euro), der Energie- und Elektrotechnik (3642 Euro) sowie im Bau, der Vermessung und Gebäudetechnik (3636).

Bei den Spezialisten in dieser Altersgruppe liegen Kunststoffherstellung und Chemische Industrie (4891 Euro), Informatik (4826 Euro), Technische Forschung und Produktionssteuerung (4688 Euro) sowie Energie- und Elektrotechnik (4461 Euro) vorn.

Auf Expertenebene, die ein Studium voraussetzt, verdienen Ingenieure in der Technischen Forschung und Produktionssteuerung (5856 Euro), in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik (5749 Euro), in der Kunststoffherstellung und Chemischen Industrie (5723 Euro) und in der Energie- und Elektrotechnik (5517 Euro) am meisten.

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Trotz der guten Verdienstaussichten interessieren sich aber immer weniger Jugendliche für MINT-Fächer an den Hochschulen. Die Zahl der Studienanfänger in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern ist von knapp 198.000 im Studienjahr 2016/17 auf rund 172.000 zurückgegangen – und damit stärker als die Zahl der Studienanfänger insgesamt.

Das ist auch deshalb besorgniserregend, weil die Arbeitskräftelücke in MINT-Berufen schon heute riesig ist. Im Oktober lag sie laut IW bei gut 326.000 Personen. Die größten Engpässe gibt es bei den Facharbeitern mit naturwissenschaftlich-technischer Qualifikation, von denen gut 154.000 fehlen, bei den Akademikern sind es knapp 138.000 und bei den beruflich Qualifizierten mit Meister- oder Technikerabschluss rund 34.000.

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