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IWF-Chefin Lagarde „Man kann noch mehr tun“

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht das Vertrauen in die Weltwirtschaft schwinden. Nicht nur die Euro-Krise, auch die unsichere Haushaltslage in den USA trage dazu bei. Von der EZB fordert sie noch mehr Engagement.
01.08.2012 - 21:21 Uhr 16 Kommentare
Christine Lagarde warnte vor einem Vertrauensverlust in der Weltwirtschaft. Quelle: dpa

Christine Lagarde warnte vor einem Vertrauensverlust in der Weltwirtschaft.

(Foto: dpa)

Washington Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat vor einem Vertrauensverlust in der Weltwirtschaft gewarnt. Dazu trage nicht nur die Krise in der Eurozone, sondern auch die unsichere Haushaltslage in den USA bei, sagte Lagarde am Mittwoch in Washington.

„Wir sehen derzeit eindeutig einen Rückgang des Vertrauens.“ Es bestünden „Zweifel“ an der Fähigkeit der politischen Führer, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise umzusetzen, zu denen sie sich verpflichtet hätten. „Wenn die Europäer zu ihren Ankündigungen stehen, die sie auf dem Gipfel Ende Juni gemacht haben, dann haben wir Grund zu hoffen, dass sich die Situation verbessert“, sagte Lagarde.

Die IWF-Chefin fordert von Europa „Visionen“ ein: „Wir hoffen, dass die Europäer sich auf Eckpfeiler einigen, um zu klären, was für eine Vision sie für die Zukunft Europas haben. Und ich meine damit nicht Europa in drei Monaten. Investoren, die eine zehnjährige Staatsanleihe in Spanien kaufen müssen wissen, wie Spanien in zehn Jahres aussehen wird.“

Für Griechenland, wo sich die Koalitionsregierung am Mittwochabend auf ein neues Sparprogramm geeinigt hatte, hatte Lagarde Lob über. „Es ist beeindruckend, was die Griechen bislang erreicht haben. Wir reden von einem Defizitabbau von 6,5 Prozent seit Ende 2009“, so die Französin. „Aber es gibt immer noch viel, was das Land verbessern muss. Strukturelle Reformen sind nötig“, sagte Lagarde. Außerdem müssten Vermögende konsequenter besteuert werden.

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    Lagarde betonte, dass nicht nur die kriselnde Euro-Zone für die gedrückte Stimmung verantwortlich sei. Europa sei „nicht das einzige Problem“, sagte die IWF-Generaldirektorin. Auch die Haushaltslage in den USA werfe „wichtige Fragen“ auf.

    Vor allem verwies Lagarde auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit zum Jahresende auslaufenden Konjunkturmaßnahmen und Steuererleichterungen sowie drohenden Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip. Washington müsse alles dafür tun, diese „fiskalpolitische Klippe“ zu umschiffen, mahnte sie.
    Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds forderte die Europäische Zentralbank (EZB) zu weiteren Anstrengungen zur Stützung der Wirtschaft in der Eurozone aufgefordert. „Man kann noch mehr tun“, sagte Lagarde. Gleichzeitig würdigte sie die jüngsten Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, „alles zu tun“, um den Euro zu retten.

    • asd
    • afp
    • dapd
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    16 Kommentare zu "IWF-Chefin Lagarde: „Man kann noch mehr tun“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Unsinn, es gilt offene Rechnungen aller Art einzutreiben. Was sich nicht traegt, braucht auch nicht gerettet werden. Ich vertraue da voll und ganz auf den Druck des Geldmarktes, nationale Politik ist ueberholt und Sie bleiben vermutlich ein ewig LINKER.

    • O-Ton 'george.orwell'
      ----------------------
      VISION für EUROPA

      1. Europas Regierungen sprechen mit EINER Stimme gegenüber außereuropäischen Gläubigern und Staaten und vertreten die Interessen Europas!

      2. Europa weist die Ansprüche der Gläubiger als unbezahlbar, unvertretbar und obszön zurück (WARUM soll ganz EUROPA darben, nur damit die Wallstrett und die City of London (=extraterritoriales Gebiet!) weiterhin 200 Billionen Euro besitzen statt 190 Billionen)???
      ----------------------

      Was spinnen Sie sich da für einen Schwachsinn zusammen?

      Die USA und Großbritannien schulden dem Rest der Welt Billionen und nicht andersherum.

      Googeln Sie gefälligst 'mal nach Net-Investment-Position, bevor Sie einen derartigen Stuß reden!

      Bei einem Schuldenschnitt werden die Schuldenkönige in London und New York auf dem Tisch tanzen!

    • VISION für EUROPA

      1. Europas Regierungen sprechen mit EINER Stimme gegenüber außereuropäischen Gläubigern und Staaten und vertreten die Interessen Europas!

      2. Europa weist die Ansprüche der Gläubiger als unbezahlbar, unvertretbar und obszön zurück (WARUM soll ganz EUROPA darben, nur damit die Wallstrett und die City of London (=extraterritoriales Gebiet!) weiterhin 200 Billionen Euro besitzen statt 190 Billionen)???

      3. Europa reguliert die Banken (Glass-Steagall)

      4. Europa vertritt entschieden seine Interessen ggü der WTO und hört auf sich selbst durch völlig ungeregelte Märkte zu ruinieren

      5. Europa versteht, dass die USA nicht ihr "Daddy" sind und versteht, dass die USA andere Interessen haben als Europa

      6. Europa als Europa der Vaterländer besinnt sich auf seine Stärken, die in der Vielfalt und der langen Kultur liegen

      Europa kann diese Krise meistern. Allerdings nicht mit dieser korrupten Fürhungselite und auch nicht im Rahmen der geltenden Gesetze, die nur der Hochfinanz dienen und eine tödliche Gefahr für die Demokratie darstellen.

    • Diese Schulden werden niemals zurückbezahlt werden können!

      Es gibt nur zwei Alterntaiven:

      1. Das Volk begehrt auf und zeigt den Gläubigern die rote Karte (haircut 80%)

      2. Wir werden alle Schuldsklaven in der EUdSSR sein.

    • Werte Frau Lagarde, natürlich kann man mehr tun, und warum haben Sie als französische Finanzministerin nicht schon mal damit angefangen?

    • Eine Europäische Kommunikationsplattform der Berufsverbände fehlt!

      Alleine schon das, was wir Apotheker gerade durchleben, ist einer demokratischen Berufsgruppe, wie wir sie nunmal als Apotheker-Gemeinschaft sind, völlig unwürdig.

      Hier mein persönlicher Vorschlag zur 'Better Spending'-Initiative unseres Aussenministers:

      Um Europa nachhaltig zu Stabilisieren und ein faires Miteinander zu ermöglichen wäre es vielleicht nicht von Nachteil, Datenautobahnen zwischen Politik, den freien Berufen und den Bürgern, sowie zwischen und innerhalb der berufständischen Organisationen in den europäischen Partnerorganisationen einzurichten?

      So könnte man auch einfacher erkennen, welche 'Mächte' eigennützig das System - nicht nur Geld - ausbeuten, da ja Auf- und Abfahrten fehlten, oder bereits zu viel vorhanden sind...

      ...wir konzentrieren uns viel zu sehr auf abstrakte Themen, wie generationsübergreifende Schulden, ESM, Finanzierungsquatsch mit Sauce.

      Es gibt unendlich viel mehr zu tun, als eine Koalition der Nichtdelegierten zu bemitleiden.

      Was ist mit den Menschen in deren Berufen, und wie sieht es um deren Perspektive in deren demokratisch gewachsenen Strukturen aus?

      Was ist mit den Berufen? Ist das europäische Gesamt-Orchester der Berufsverbände startklar?^^

      Die Politik könnte sich ja um die Verteilung der Notenblätter kümmern, damit die Verbände länderübergreifendes Miteinander leben können, sonst wird es wahrscheinlich ein kostenorientiertes 'Survival Of The Fittest', was Großkonzerne mit Shareholder-Value sogar noch begünstigt ...

      Hm. Vielleicht ist das auch nicht die Aufgabe der Politik, sondern der Menschen in deren sozialen Strukturen?

      Nur so kann doch Europa funktionieren?

      Im Schulterschluß mit den anderen Kammerberufen!^^

      Wie kann man so etwas - ansich ja wundervolles und neuartiges, genau wie nach dem WW2 - für alle begreifbar initialzünden, ohne daß es kaputtgeht?

      Ich alleine werde es nicht schaffen...

    • Viele Jahre hat es gebraucht, die heutigen Schulden anzuhäufen! Wieso glaubt jetzt jeder, man könne sie in ein, zwei oder drei Jahren abbauen? Sparen ja, aber im Rahmen des Machbaren. Strukturreformen müssen angegangen werden, aber sie brauchen auch ihre Zeit.

      "Operation gelungen - Patient leider tot!" ist keine realistische Alternative. Deutschland hat zulange tatenlos zugeschaut - jetzt muß es die Rechnung bezahlen. Der Wähler hat zulange jene "Sonnnschein-Politiker" gewählt, die niemals endende Wohltaten versprechen - jetzt bekommt er die Quittung.

      Der ewige Streit der Wirtschaftsökonomen zwischen (Neo-)Konservativen und Keynsianer kann hier auch nicht weiterhelfen. Die Konservativen könnten sehen, daß schuldenfinanzierte Wirtschaftsprogramme, durchaus in bestimmten Phasen der Vergangenheit geholfen haben, die Keynsianer seien darauf hingewiesen, dass diese Schulden aber in wirtschaftlich guten Zeiten wieder abgebaut werden müßten. Da versagt aber die Demokratie, wenn die Wähler die "Sonnenschein-Politiker" bevorzugen.



    • Ich kann das Gesülze dieser IMF-Tante nicht mehr hören.

      Wieso setzt sich Deutschland für Franzosen an Spitzenpositionen ein um als Dank dann ständig hintergangen und genötigt zu werden.

    • HotSix - Das ist richtig was Sie sagen! Lagarde blickt`s nicht, es gibt sowieso fast nur noch Tag-Träumer oder tolle "Visionäre". Die Rezepte des IWFs taugen nichts und gehören in die Tonne.
      Es ist so traurig mit zu erleben, wie ein bis ende 80er funktionierendes (West)-Europa, durch Deregulierung der Wirtschaft und politischer Lügen die 30er Jahre wiederholt.
      Unfassbar!

    • O-Ton Lagarde
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      Die IWF-Chefin fordert von Europa „Visionen“ ein: „Wir hoffen, dass die Europäer sich auf Eckpfeiler einigen, um zu klären, was für eine Vision sie für die Zukunft Europas haben. Und ich meine damit nicht Europa in drei Monaten. Investoren, die eine zehnjährige Staatsanleihe in Spanien kaufen müssen wissen, wie Spanien in zehn Jahres aussehen wird.“
      ========

      So genau kann das eben keiner wissen.

      Und gleiches gilt auch für andere Länder.

      10-jährige Staatsanleihen tragen immer ein gewisses Risiko. Auch wenn dieses Wort und seine Bedeutung nicht auf dem Lehrplan der grandes ecoles steht.

      Bezüglich der "Visionen" kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen, insoweit sich diese zu dem Thema geäußert haben.

      O-Ton Lagarde
      ========
      Für Griechenland, wo sich die Koalitionsregierung am Mittwochabend auf ein neues Sparprogramm geeinigt hatte, hatte Lagarde Lob über. „Es ist beeindruckend, was die Griechen bislang erreicht haben. Wir reden von einem Defizitabbau von 6,5 Prozent seit Ende 2009“
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      Das stimmt zwar wenn man 2009 mit 2011 vergleicht.

      Sollten die Griechen aber im zweiten Halbjahr 2012 so weiter machen wie sie im ersten angefangen haben, dann sind wir wieder bei einem Haushaltsdefizit von 24 Milliarden - also schlechter als 2011 und 2010.

      Und das, obwohl der griechische Staatshaushalt durch den Schuldenerlaß im März um Zinszahlungen von etwa 4 Milliarden pro Jahr entlastet wurde.

      Und das Verhandlungstheater das momentan in Griechenland aufgeführt wird behandelt lediglich Einsparungen in 2013 und 2014.

      Für 2012 will man es abscheinend bei dem Budgetansatz von Anfang des Jahres lassen - obwohl der im eklatanten Widerspruch zu den Vereinbarungen des zweiten Rettung steht.

      Das weiß wohl auch Lagarde.

      Vielleicht raspelt sie jetzt nur deshalb Süßholz, weil sie keinen weiteren Bankrun in Griechenland will, und weil sie dann umso effektiver der fetten griechischen Gans den Hals umdrehen kann.

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