IWF-Chefvolkswirt Aufschub für Griechenland nicht möglich

Aufschub der Kreditzahlungen? Nach Ansicht des IWF-Chefvolkswirts Olivier Blanchard ist das keine Option. Eine solche Maßnahme käme einer weiteren Unterstützung gleich, so der Ökonom. Entschieden ist aber noch nichts.
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Der Antrag der griechischen Regierung auf Aufschub der Kreditrückzahlungen würde Hilfszahlungen gleichkommen, so der IWF – und würde daher nicht bewilligt, ginge es nach IWF-Chefvolkswirt Blanchard. Quelle: dpa
Antrag abgelehnt

Der Antrag der griechischen Regierung auf Aufschub der Kreditrückzahlungen würde Hilfszahlungen gleichkommen, so der IWF – und würde daher nicht bewilligt, ginge es nach IWF-Chefvolkswirt Blanchard.

(Foto: dpa)

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) darf nach Ansicht seines Chefvolkswirts dem Antrag des von der Staatspleite bedrohten Griechenlands auf Aufschub von Kreditrückzahlungen nicht stattgeben. Athen sei im Zahlungsverzug und dürfe daher unter den IWF-Statuten keine weitere finanzielle Unterstützung bekommen, sagte Olivier Blanchard am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Washington. Der von der griechischen Regierung gewünschte Aufschub würde aber einer finanziellen Hilfe gleichkommen.

Griechenland war in der vergangenen Woche als erstes Industrieland beim Währungsfonds in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen. Zuvor hatten Griechenlands Euro-Partner ihr Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren.

Kurz vor Ablauf der Frist beim IWF hatte die Regierung in Athen noch einen Antrag auf Verlängerung eingereicht. Griechenland beruft sich auf eine Klausel in der Charta des Währungsfonds, die theoretisch die Verschiebung der Ratenrückzahlung um bis zu fünf Jahre erlaubt. In der Geschichte des IWF geschah dies aber erst zwei Mal: Nicaragua und Guyana bekamen beide im Jahr 1982 eine Gnadenfrist.

Die offizielle Entscheidung des IWF-Exekutivrats über das griechische Ersuchen steht noch aus. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte eine Fristverlängerung für Athen in den vergangenen Wochen aber ausgeschlossen. Auch die Äußerungen von Blanchard deuten darauf hin, dass sich Griechenland nicht zu große Hoffnungen machen sollte. Am 13. Juli muss Griechenland erneut 455 Millionen Euro an den Währungsfonds zurückzahlen. Eine weitere Rate von 284 Millionen Euro wird am 1. August fällig.

  • afp
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6 Kommentare zu "IWF-Chefvolkswirt: Aufschub für Griechenland nicht möglich"

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  • Das einknicken der Eurokraten
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    Die Renten sollen auf 17 Renten/a erhöht werden.
    Die Privatisierung wird zurückgenommen.
    Es werden 200.000 neue Beamte neu eingestellt..

    Griechenland ist ein geplünderter Staat.

    Freie Tage hatten 28 Stunden, und Urlaube im Luxushotel bezahlte der Fiskus. Staatsangestellte hatten in Griechenland viele Privilegien.

    Generationen von Griechen haben davon geträumt, einen Job bei der DEI oder einem der anderen Staatsbetriebe ergattern zu können. Und die Politiker haben diese Träume erfüllt. Wer einem Schulabgänger einen krisenfesten Job bei den Gas- oder Wasserwerken besorgte, konnte auf die Wählerstimmen der ganzen Großfamilie rechnen.

    Beamte erhielten eine Prämie, wenn sie pünktlich zum Dienst erschienen. Auch bei Staatsbetrieben wie dem Mineralölkonzern Hellenic Petroleum wurde die Loyalität der Beschäftigten teuer erkauft, mit 18 Monatslöhnen im Jahr. Ein Nachtwächter verdient 72 000 Euro im Jahr. Und jeder Angestellte darf auf Firmenkosten fünf Tage im Jahr mit seiner ganzen Familie in einem Luxushotel verbringen. Bei der Stadtbahngesellschaft ISAP verbringen Triebwagenführer die Hälfte der Achtstundenschicht mit Pausen, ganz offiziell. Bei den Staatsbahnen OSE haben die freien Tage der Lokführer nicht 24, sondern 28 Stunden.



    Quelle: Tagesspiegel
    http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-der-gepluenderte-staat-/4162448.htm

  • >> Tsipras will - angeblich - die Mehrwertsteuer für Hotels von 6,5 auf 13 Prozent und im Gastronomiebereich von 13 auf 23 Prozent anheben. >>

    Das wäre ein Mechanismus, um die Tourismusindustrie nochmals um 20-30 % in die Knie zu zwingen !

    Und der Tourismus macht bekanntlich 30 % der griechischen Volkswirtschaft aus.

    Das wäre ein "RICHTIGES REFORMPROGRAMM", um die Griechen noch mehr in die Armut zu treiben.

    Richtig wäre die Einführung einer neuen Währung, die durch entsprechende Verhältnisse zum € die Preise in der Tourismusbranche um mindestens 50 % ( um konkurrenzfähig zu den Türken zu werden ) reduziert !

  • Konkursverschleppung
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    [i]Tsipras will - angeblich - die Mehrwertsteuer für Hotels von 6,5 auf 13 Prozent und im Gastronomiebereich von 13 auf 23 Prozent anheben.
    Realistischer ist allerdings, er will sie auf 3% absenken.
    Auch die Renten sollen von bisher 13 Zahlungen im Jahr auf 17 Zahlungen erhöht werden.

  • Tsipras will 53,5 Milliarden Euro
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    Dafür bietet er an, eventuell, vielleicht, unter Umständen, über Reformen nachzudenken. Das ist aber eher unwahrscheinlich.
    Aber er fordert schon 53,5 Milliarden neue Geldgeschenke. Und zwar ohne Gegenleistung, versteht sich.

  • It' the final Countdown
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    ■ Tsipras: Wir zahlen nicht!
    ■ Merkel: Das müsst ihr auch nicht!
    ■ Tsipras: Wir fordern einen Schuldenschnitt!
    ■ Merkel: Wieviel darf es denn sein? Reichen 350 Milliarden?
    ■ Tsipras: Und wir fordern ein weiteres "Hilfspaket" von 350 Milliarden.
    ■ Merkel: ist schon unterwege. Es ist ja "alternativlos"!

  • Tsipras hat eine neue Listen mit Ankündigungen an die Eurokraten geschickt
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    Die Eurokraten jubeln.
    Tsipras wird diese "Ankündigungen" wie bisher auch, nicht umsetzen.
    Beim Referendum an Sonntag wurden sie ja mit über 61% abgelehnt.

    Griechenland fordert ein 3. "Hilfspaket" und einen 2. "Schuldenschnitt".
    Sie fordern auch einen Rauswurf des IWF da der zu harte Bedingungen stellt.
    Draghi - Er ist ja Italiener - sagte Tsipras seine uneingeschränkte Unterstützung zu.
    Merkel, Juncker und Dijsselbloem sind zu allem bereit.

    Aufschub der Kreditzahlungen? Nach Ansicht des IWF-Chefvolkswirts Olivier Blanchard ist das keine Option. Eine solche Maßnahme käme einer weiteren Unterstützung gleich, so der Ökonom.

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