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IWF-Nachfolge Königsmacher verzweifelt gesucht

Einiges spricht für die Europäerin Christine Lagarde als IWF-Chefin. Sie bräuchte aber Unterstützung aus Übersee - und die USA halten sich vornehm zurück. Aus gutem Grund. Ein Kommentar.
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Die französische Finanzministerin Christine Lagarde Quelle: Reuters

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde

(Foto: Reuters)

Washington Bislang war die Besetzung des Chefpostens beim IWF eine interne Angelegenheit der Europäer. Seit der Gründung des Fonds 1944 machten sie die Jobvergabe unter sich aus. Umgekehrt „gehörte“ der Spitzenposten bei der Schwesterorganisation Weltbank den Amerikanern. Diese Aufgabenverteilung war eine Folge der Nachkriegsordnung, welche die USA und Europa bestimmten. Doch diese Struktur „gehört ab jetzt in den Mülleimer der Geschichte“, wie der Chef des renommierten Washingtoner Wirtschaftsinstituts Peterson, Fred Bergsten, sagt. Und dieser Satz gilt auch, wenn am Ende des aktuellen Bewerbungsprozesses die Europäerin Christine Lagarde das Rennen machen sollte.

Denn Lagarde muss sich erstmals mit einem Konkurrenten auseinandersetzen, die nicht aus Europa kommt: dem mexikanischen Zentralbankchef Agustin Carstens. Der kasachische Notenbankchef Grigorij Marchenko zog seine Bewerbung wenige Stunden vor dem Ende der Nominierungsfrist um Mitternacht laut CNN zurück. Mit der globalen Verschiebung der volkswirtschaftlichen Gewichte haben sich auch Einflussmöglichkeiten verändert. Die Schwellenländer wollen und wünschen sich mehr Verantwortung und verweisen mit Recht darauf, dass vor allem sie es waren, die in der Krise dafür sorgten, dass es überhaupt noch weltweites Wachstum gab. Allerdings kam die Chance, beim IWF den Spitzenjob zu übernehmen, durch den plötzlichen Abgang von Dominique Strauss-Kahn so unerwartet, dass viele Schwellenländer zunächst reichlich überrascht wirkten.

Zudem funktionierten in Europa die lange eingespielten Krisenmechanismen besser. Innerhalb von Tagen hatten sich die wichtigsten EU-Länder auf Lagarde als Kandidatin geeinigt und treten seither als Block auf – ein Block, der im Exekutivrat des IWF immerhin rund ein Drittel der Stimmen ausmacht. Währenddessen haben die Schwellenländer bislang keine gemeinsame Linie gefunden. China, Indien, Brasilien und Russland mögen alle Schwellenländer sein. Doch das heißt noch nicht, dass sie sich gegenseitig den Posten des Managing Directors gönnen. Und Lagarde, die gerade auf Tournee in diesen Ländern ist und für sich wirbt, versteht es gut, auf deren Interessen einzugehen.

Washington will die Emerging Markets nicht verprellen

Die USA, die möglicherweise die entscheidende Rolle spielen, damit es zu einer klaren Mehrheit und einer starken Kandidatur kommt, fühlen sich jedoch in dieser Mittelposition nicht wohl. Würde sich Washington schon jetzt mit seinen über 15 Prozent Stimmanteil hinter Lagarde stellen, dann wäre die Kür im Grunde entschieden. Doch eben das will Washington nicht, weil es die Emerging Markets nicht verprellen möchte. Eine Allianz der alten Mächte Europa und der USA sähe so aus, als wollten auch die Amerikaner im Grunde am liebsten alles so lassen, wie es ist. Doch genau andersherum stimmt es es: Die USA sehen gerade in den volkswirtschaftlichen Modellen im asiatischen Raum die Zukunft, die Märkte und künftige Gewinnchancen.

Washington würde daher eine Variante bevorzugen, bei der ein Konsens erzielt wird, bevor sich die USA erklären müssen. Daher auch wartet man in der US-Hauptstadt ab. Leben könnte man dort sowohl mit Lagarde als auch mit Carstens.

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2 Kommentare zu "IWF-Nachfolge: Königsmacher verzweifelt gesucht "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Europa gibt es nicht! Ich kann mit dem Auto nach China fahren. Alleine die schwachsinnige Diskussion, ob der Mont Blanc in Frankreich oder der Elbrus in Russland der höchste Berg von Europa ist, zeigt, das hier etwas nicht stimmt. Aber sie sind des beide nicht, sondern es ist der Mout Everest

  • madame lagarde ist eines mit sicherheit nicht: eine europäerin. sie ist französin und einzig und alleine la grande nation verpflichtet.

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