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Jagd auf Snowden Lateinamerika schäumt über Zwangslandung in Europa

Brennende Flaggen, Botschafter-Ausweisung, Uno-Beschwerde: Nachdem das Flugzeug des bolivarischen Präsidenten in Europa gestoppt wurde, belastet die Suche nach Snowden das Verhältnis zwischen Lateinamerika und Europa.
Update: 03.07.2013 - 23:01 Uhr 24 Kommentare
Überflugverbot mit Folgen: Demonstranten vor der französischen Botschaft in La Paz (Bolivien). Quelle: dpa

Überflugverbot mit Folgen: Demonstranten vor der französischen Botschaft in La Paz (Bolivien).

(Foto: dpa)

La Paz Die Saga um den flüchtigen früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist um eine diplomatische Krise reicher: Mehrere lateinamerikanische Staaten empörten sich am Mittwoch darüber, dass die aus Moskau kommende Maschine von Boliviens Präsident Evo Morales in Wien einen Zwangsstopp einlegen musste. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass Snowden an Bord des Flugzeugs sei.

Morales befand sich auf dem Heimflug von einer Konferenz in der russischen Hauptstadt, als mehrere EU-Staaten der Maschine in der Nacht zum Mittwoch die Überflugrechte verweigerten. Morales wurde zu einem Zwischenstopp in Wien gezwungen, wo er 13 Stunden festsaß. Später legte das Präsidentenflugzeug dann aus technischen Gründen eine Zwischenlandung auf der spanischen Insel Gran Canaria ein.

Evo Morales darf heimfliegen

Boliviens Außenminister David Choquehuanca nannte das Gerücht über Snowdens Mitreise eine "enorme Lüge". Der IT-Spezialist wird von den USA wegen Spionage gesucht, weil er Informationen über die Spähprogramme der US-Geheimdienste publik gemacht hat. Seit mehr als einer Woche soll er auf dem Moskauer Flughafen festsitzen.

Bolivien ist eines der etwa 20 Länder, in denen sich Snowden um Asyl bemüht. Washington sei offensichtlich davon ausgegangen, dass Snowden im Flugzeug des bolivianischen Präsidenten von Moskau nach Südamerika fliege, sagte Choquehuanca am Mittwoch. „Die USA haben uns in einem Schreiben um die Auslieferung Edward Snowdens gebeten, für den Fall, dass er sich auf bolivianischem Gebiet aufhalte.“ Bolivien habe mitgeteilt, dass Snowden nicht an Bord des Flugzeugs war.

Boliviens Vizepräsident Álvaro García erklärte, Morales sei von "imperialistischen Kräften" in Europa "entführt" worden. In der Hauptstadt La Paz protestierten dutzende Menschen vor der französischen Botschaft gegen die Überflug-Verweigerung. Die Demonstranten warfen Steine und verbrannten französische Flaggen.

Das Parlament in La Paz bereitete eine Initiative zur Ausweisung der Botschafter Frankreichs, Portugals und Italiens vor. Auch Spanien zählt nach bolivianischen Angaben zu den EU-Staaten, die den Überflug von Morales' Flugzeug blockiert hatten.

Mehrere regionale Verbündete Boliviens stimmten in die Empörung ein. Lateinamerika könne "so viel Missbrauch" nicht erdulden, erklärte Ecuadors Präsident Rafael Correa. Venezuelas Außenminister Elías Jaua sprach von einer "Attacke auf das Leben von Präsident Morales". Das kubanische Außenministerium kritisierte Europa für den "nicht akzeptablen, unbegründeten und willkürlichen Akt".

Fall Snowden belastet auch das Verhältnis zwischen Europa und USA
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24 Kommentare zu "Jagd auf Snowden: Lateinamerika schäumt über Zwangslandung in Europa"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Kritiker
    Ich schliesse mich an! Das sollte jedem deutschen Staatsbürger spätestens bei der Einschulung bewußt gemacht werden.

  • Boliviens Präsident Evo Morales ein Menschenschmuggler?? Was erlauben sich Barack!! ;)

  • Danke Rheingold, Danke und nochmals Danke, daß Sie es auf den Punkt gebracht haben.

  • Die südamerikanischen Länder sind völlig zu Recht empört. Schließlich muß damit gerechnet werden, dass in Zukunft kein Präsident dieser Länder auf Staatsbesuchen sicher sein Ziel erreicht ...
    Der Einfluss der USA auf europäische und sicher auch andere Länder ist offenbar so gewaltig, dass es keine Rechtssicherheit und keine diplomatische Immunität mehr gibt.

    Und zur Diskussion hier über deutsche Souveränität folgendes:

    Das Grundgesetz ist KEINE Verfassung. Diese sollte nach der Wiedervereinigung erarbeitet werden und darüber muß das "Volk" abstimmen. Das ist nicht geschehen und kann es auch nicht, weil vorher ein Friedensvertrag geschlossen werden müßte.

    Nach der geltenden Haager Landkriegsordnung (Art. 43) ist ein „Grundgesetz“ ein „Provisorium zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in einem militärisch besetzten Gebiet für eine bestimmte Zeit“. Diese provisorische Natur kommt im „GG“ Im Art. 146 zum Ausdruck.

    Daß Deutschland nach wie vor ein besetztes Land ist wurde von Herrn Obama 2009 in Ramstein bestätigt. (Rede an seine Soldaten).

  • @ Rolando

    "Hier werden internationale diplplomatische Gepflogenheiten mit Fuessen getreten und ein demokratisch gewaehlter Praesident eines souveraenen Staates auf diplomatischer Mission blockiert. Unglaublich ... wegen eines blossen Geruechtes : noch unglaublicher !!!"

    Ja, volle Zustimmung. Absolut treffend formuliert. Danke.

  • Brasilienauswanderer:Wenn sie schon mit Worten Terroristen unterstützen, sollten sie nicht nach Brasilien auswandern, sondern in ein Land, das ihre kriminelle Energie schützt. Katar, oder Somalia würde ihnen gut stehen. Wer Verbrechen aufdeckt, ist kein Verbrecher und wer Verbrechen bekämpft sollte geschützt werden. Allerdings war das bei Staufenberg auch anders und er bekam die Ehre erst zurück als das alte System gekippt wurde.

  • @ William

    Hahaha, ich lach mich schlapp. Wenn die Argumente ausgehen, dann gleich persönlich und beleidigend werden, das kennen wir schon gut. Übrigens ich habe einen gut bezahlten Job.

    Ich sage es Ihnen nochmal: wenn Sie irgend welche Anträge oder ähnliches (Formulare) im Internet ausfüllen, auf denen nach der Staatsangehörigkeit gefragt wird, danaben ein Reiter mit Auswahlmöglichkeiten, dann sagen Sie mir mal bitte ob die Staatsangehörigkeit als Adjektiv oder als Landesname da steht. Es ist ein Unterschied ob nach der Naionalität oder der Staatsangehörigkeit gefragt wird, aber es mach keinen Sinn mit Leuten wie Ihnen darüber zu diskutieren.

    Und wenn Sie sich darüber beschweren, warum "das HB solchen Lügnern eine Plattform bietet": wollen Sie sich hier als der große Zensor aufspielen oder als einer der die Wahrheit für sich alleine gepachtet hat? Schande über Sie.

  • Genau Kritiker,

    Sie sind der Gebildete hier! Lassen Sie mich raten - höchstwahrscheinlich keine Arbeit und hoch verschuldet, wie die meisten Staseve.

    Sie überlegen wahrscheinlich wieso man Jura studieren muss, steht doch sowieso alles in google.

    Sie informierter, Sie!

  • @Kritiker
    @Brasil
    "Lieber erst mal selbst informieren, bevor man andere veunglimpft."
    Tip: Es steht ihnen frei beim HR Frankfurt den HR-Auszug Ihrer "BRD-GmbH" anzufordern bzw. Satzung und Geschäftsverträge einzusehen, ggf. zu kopieren und zu veröffentlichen und so Ihre Behauptungen zu beweisen. Zumindest wäre es angebracht diese Informationen bzw. zumindest die HR-Nr. kund zu tun.

    Übrigens: Veränderungen im HR (z.B. Wechsel Vorstand/Geschäftsführer, Prokuristen) werden ebenso wie die Einreichung von Unterlagen (Einreichung Gesellschafterliste etc.) im Bundesanzeiger und oft auch Regionalzeitungen veröffentlicht. Oder ist Ihre "BRD-GmbH" dann soooo geheim dass auch diese Publizitätsvorschriften nicht beachtet werden? Vielleicht sogar so geheim dass nicht einmal ein HR-Eintrag besteht? Und damit auch keine GmbH?
    Schöne Grüße an Herrn Mollath sag ich da nur...

  • Hören Sie bitte auf mit Ihren unwissenden kommentaren.

    Eine Staatsangehörigkeit ist ein Adjektiv, in diesem Fall deutsch.
    Wenn Sie sich informieren würden wüssten Sie nämlich, dass ein Franzose z.B. französisch ist, ein Grieche - griechisch und so weiter.

    Also bitte nicht jeden Mist glauben den Sie so auf Ihren verschwörerseiten lesen!

    @Handelsblatt, ich frage mich wieso Sie es bis heute nicht geschafft haben von Ihren Seiten solche Lügen zu verbannen.
    Sie tragen mit dieser Herangehensweise dazu bei, dass sich solche Lügen verbreiten, den Schaden haben dann die Leichtgläubigen!

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